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Historisches aus Pommern

21.01.2012 14:38 von Margret Ott (Kommentare: 0)

Heute gibt es drei neu digitalisierte Bücher, deren Autoren eine Gemeinsamkeit haben: Sie waren alle an der gleichen Schule! Und das, obwohl sie im 16ten, 17ten und 18ten Jahrhundert geboren wurden.

Im Jahr 1543 stifteten die Herzöge Barnim IX. (XI.) von Pommern-Stettin und Philipp I. von Pommern-Wolgast in Stettin das fürstliche Pädagogium. Das Gymnasium hat dann im Weiteren eine wechselvolle Geschichte, nach anfänglicher Blüte musste es im 30jährigen Krieg kurzzeitig geschlossen werden um wurde dann als "Regnum Gymnasium Carolinum" weitergeführt. Es brannte ab, wurde als "Akademisches Gymnasium" wieder aufgebaut und 1805 mit dem Ratslyzeum zum „Vereinigten Königlichen und Stadt-Gymnasium“ vereinigt. Es entwickelte sich zur führenden Schule Pommerns. Wegen der starken Zunahme der Schülerzahlen musste die Schule sogar wieder aufgeteilt werden in das Stadtgymnasium und das Marienstiftsgymnasium. Erst der zweite Weltkrieg brachte das Aus für diese traditionsreiche Schule.
Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde originalgetreu wieder aufgebaut und beherbergt heute wieder ein Gymnasium.
Akten über das Gymnasium im Staatsarchiv Stettin

Die linke Abbildung zeigt das Marienstiftsgymnasium auf eine alten Lithographie (Quelle Unser Pommerland, Heft 8/1927, S. 351), rechts das wiederaufgebaute Gebäude heute (Quelle wikipedia)

Die Liste der Lehrer und Schüler enthält sehr viele bekannte Namen aus der pommerschen Geschichtsschreibung und eben auch unsere heutigen drei Autoren.

Daniel Cramer
Daniel Cramer

Daniel Cramer, lutherischer Theologe, geb. 20. Jan. 1568 zu Reetz in der Neumark, † 5. Oct. 1637 zu Stettin, erhielt seine wissenschaftliche und theologische Bildung zu Landsberg an der Warthe, Stettin, Danzig und Rostock; war zuerst außerordentlicher Professor der Logik an der Universität zu Wittenberg, wo er auch den theologischen Doctorgrad erwarb, und wurde 1595 als Archidiaconus, Professor am Gymnasium und Consistorialassessor nach Stettin berufen. Später war er Pastor an der St. Marienkirche und Inspector des Gymnasiums. Er schrieb eine große Anzahl homiletischer Schriften und philosophischer und theologischer Disputationen, einige davon unter dem angenommenen Namen Daniel Candidus, und betheiligte sich auch an dem mit dem brandenburgischen Generalsuperintendenten Pelargus 1614 wegen Einführung der reformirten Lehre in Brandenburg geführten litterarischen Streit. Sein Hauptwerk aber ist die „Pommersche Kirchenchronik“, in verschiedenen Ausgaben lateinisch und deutsch herausgegeben, Frankfurt a. M. 1602, Stettin 1603, beide in Quart, spätere Ausgaben sind in Folio. Dasselbe ist ebenso reichhaltig an Stoff als ermüdend durch seine Darstellung, dennoch aber ist es wegen der zahlreichen aus Kirchen und Klöstern gesammelten Denkmale und anderen Nachrichten, sowie Auszügen aus alten merkwürdigen Schriften (z. B. der niederdeutschen des Anton Remmelding) eine beachtenswerthe Quelle zur Geschichte Pommerns. C. hinterließ zwei Söhne: Johann Jakob († 4. April 1659), Friedrich († 28. Nov. 1691) und einen Enkel Johann († 27. Juli 1714); die beiden letztgenannten waren ebenfalls angesehene Prediger in Stettin. Quelle: Angaben zu ihm aus der Allgemeinen Deutschen Biographie

Das Grosse Pomrische Kirchen Chronicon D. Danielis Crameri. Alt-Stettin 1628 mit handschriflichen Anmerkungen zu den Predigern und Lehrern in Stettin auf den hinteren Seiten


Peter und Paul Kirche in Stettin
Peter und Paul Kirche in Stettin

Christian Zickermann (* 27. Dezember 1672 in Wollin (Pommern); † Mai 1726) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Geschichtsforscher.
Zickermann wurde 1672 in der Stadt Wollin in Pommern als Sohn eines Schusters geboren. Er besuchte das Stettiner Regium Gymnasium Carolinum und studierte an der Universität Rostock, der Universität Frankfurt an der Oder und der Universität Greifswald. Anschließend arbeitete er als Hauslehrer in adligen Familien, dann als Feldprediger in dem Regiment Graf Mellin.
Im Jahre 1714 wurde Zickermann zum Pastor an der Stettiner Peter-Paulskirche berufen.
Zum 600. Jahrestag der Gründung der Stettiner Peter-Paulskirche durch Otto von Bamberg veröffentlichte Zickermann ein Buch über die Bekehrung Pommerns und die Geschichte der Peter-Paulskirche. Dieses bekannteste Werk Zickermanns ist nach dem Urteil des Historikers Gottfried von Bülow aus dem Jahre 1900 „auch heute noch brauchbar“ (Quelle: Wikipedia und ADB)

Historische Nachricht von den alten Einwohnern in Pommern, auch von dero Religion und Bekehrung, insonderheit aber von der St. Petri und Pauli Kirche in Alten-Stettin. Johann Gottfried Conradi, Stettin 1724.

Die Abbildung der Peter und Paul Kirche stammt aus diesem Band.



Johann Jakob Sell (* 11. Januar 1754 in Stettin; † 23. März 1816 ebenda) war ein deutscher Schulmeister und Historiker.
Nach Ausbildung an der Stettiner Ratsschule und der Universität Halle wurde er später Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Stettin. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich die Geschichte des Herzogthums Pommern (siehe Literatur)
Das hier vorgestellte Buch erzählt in unterhaltsamer Form die Geschichte der Bekehrung Pommerns zum Christentum.
Otto Bischoff von Bamberg, der Pommern Bekehrer : Ein Lesebuch für die vaterländische Jugend in den langen Winterabenden Sell, Johann Jakob (1754-1816)




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