Landesverratsarchiv Norwegen

von Margret Ott

Das Reichsarchiv (Landesverratsarchiv) in Norwegen nimmt keine Rücksicht mehr auf Datenschutz in Bezug auf Kriegsverbrechen und stellt einen wichtigen Aktenbestand dazu öffentlich zur Verfügung. Wir danken unserem in Norwegen lebenden Mitglied Margret Campbell für die Hinweise und Übersetzungen .
 
Ab dem 01.01.2015 ist des Landesverratsarchiv Norwegens (ca. 90000 Landesverratsakten und 350 Kriegsverbrecherakten) öffentlich einsehbar, jedoch nicht online verfügbar.
Es muß ein Antrag auf Einsicht gestellt werden, um zu gewährleisten, dass keine hochsensitiven Informationen ausgeliefert werden. Die Akten werden dazu vor Aushändigung vom Archivar durchgesehen und eventuelle Dokumente aus der Akte entfernt.
Die Kartotek wird NICHT im Lesesaal ausgehändigt, da diese aus einer losen Kartensammlung besteht und das Risiko der Unordnung im Material zu groß ist (Diebstahl?). Das Personal des Reichsarchives wird Anfragen hierzu erforschen und beantworten.
 
Das norwegische Landesverratsarchiv ist eine Sammlung von Rechtsdokumenten, die entstanden ist durch die polizeilichen Nachforschungen und der juristischen Verfolgung von Norwegern, die unter Verdacht standen die Besatzungsmacht 1940-1945 unterstützt zu haben. Einige der Personen bekamen sehr strenge Urteile für schwere Vergehen, andere bekamen weniger strenge Urteile. Ziemlich viele Anschuldigungen wurden abgewiesen.
 
In direktem Zusammenhang zu diesem Archiv gibt es ein Register über die Fälle, erstellt durch das Erstatningsdirektorat, inklusive der Register der einzelnen Polizeibehörden, Protokolle und Journale der Fälle. Zusätzlich werden die NS Mitgliedsregister und Frontkämpferkartotek im Reichsarchiv in Oslo verwahrt.
 
Die Landesverratsfälle sind nun über 60 Jahre alt, was die normale Sperrfrist für vertrauliche Informationen ist. Einigen wenigen Fällen sind aber auch Unterlagen und Informationen neuerer Zeit hinzugefügt worden z.B. auf Grund von Begnadigungen oder Wiederaufnahme des Verfahrens.
 
Hier wird gesagt, dass man sich per e-mail erkundigen soll, ob es für einen konkreten Namen eine Akte gibt. Die Anfrage werde zügig beantwortet und falls es sich um eine dünne Aktenmappe handelt kann eine Kopie angefertigt und zugesandt werden. Bei dickeren Mappen wird darum gebeten persönlich ins Archiv zu kommen, um selbst zu lesen und Kopien zu erstellen, digital oder herkömmlich.
 
zusätzliche Info hier: ca. 20000 Personen wurden verurteilt und weitere ca. 29000 bekamen nur ein Bußgeld auferlegt.

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