
Prof. Dr. Horst Wernicke, 1951 in Greifswald geboren, studierte an der Ernst‑Moritz‑Arndt‑Universität Greifswald Geschichte und Geographie. Hier wurde er auch promoviert und habilitierte sich. 1992 wurde er auf die Professur für Mittelalterliche Geschichte und Hansegeschichte berufen und zum Direktor des Historischen Instituts gewählt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Hanse‑ und Städtegeschichte des Ostseeraums sowie der pommerschen Landesgeschichte; zahlreiche Arbeiten zu Vorpommern, zum Herzogtum Pommern, zu Städten, Adel, Reformation und Ständebildung belegen dies.
Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Wernicke im Landesheimatverband Mecklenburg‑Vorpommern, dessen Präsident er ab 1994 als Nachfolger von Martin Richter bis zu dessen Auflösung war. In dieser Zeit nahm er aufmerksam wahr, dass die mecklenburgische Familienforschung im Verband gut organisiert war, während die pommersche Familienforschung kaum institutionell vertreten war, obwohl Veranstaltungen zur pommerschen Familienforschung bei Pommerntagen in Vorpommern sehr gut besucht waren.
Unter der Federführung von Klaus‑Dieter („Charly“) Kreplin kam es im Herbst 1999 zu ersten Gesprächen über einen zu gründenden eingetragenen, gemeinnützigen pommerschen „Verein für Familienforschung in und für Pommern“, die Wernicke fachlich unterstützte. Am 30. September 2000 fand in Greifswald am Rande der Versammlung der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. die Gründungsversammlung des „Pommerscher Greif e.V. – Verein für pommersche Familien‑ und Ortsgeschichte“ statt; Zweck des Vereins ist seitdem die „Erforschung, Pflege und Förderung der Familien‑ und Ortsgeschichte in Gesamt‑Pommern“.
Wernicke übernahm nach der Gründung den Vorsitz und fungierte als erster Vorsitzender bis zur ersten Mitgliederversammlung 2001, auf der die weitere organisatorische Konsolidierung des Vereins erfolgte. Mit seinem wissenschaftlichen Profil, insbesondere seinem Interesse an prosopographischer Forschung, und seiner Erfahrung in der pommerschen Landes‑ und Stadtgeschichte gab Wernicke dem jungen Verein von Beginn an eine klare fachliche Ausrichtung und trug wesentlich dazu bei, dass der Pommersche Greif als gesamtpommersche Vertretung der Familien‑ und Ortsgeschichte, insbesondere auch in Vorpommern, anerkannt wurde.
