Neuerscheinung: Die Kolberger Bürgerrechtserwerbungen 1559-1858
Da das Bürgerbuch seit 1945 als verloren gilt, wurden die rund 7.350 Neubürger anhand der Kämmerer-Register, Meisterbücher, Grundbücher und Traubücher rekonstruiert. Neben Angaben zu Name, Beruf, Herkunft und Bürgergeld wurden auch biographische Daten wie Geburt, Tod, Eltern, Grundbesitz und Eheschließungen erfasst.
Der 1.248-seitige Band mit drei Indizes (Berufe, Orte, Familiennamen) stammt von Dr. Stefan Sienell (Wien). Bis Ende November 2025 kostet er 68,00 € (zzgl. Versand) via E-Mail an kontakt@agoff.de, ab 1. Dezember 80,00 €.
Vorankündigung für den Terminkalender: Das große Pommern treffen des Bundes der Vertriebenen in Vorpommern findet am Sonnabend, 11. April 2026, 10 – 17 Uhr in der Mehrzweckhalle VOLKSHAUS Anklam, Baustr. 48-49 statt.
Zur Erinnerung an den 100sten Geburtstag von Leslie Baruch Brent (* 5. Juli 1925 in Köslin als Lothar Baruch; † 21. Dezember 2019 ) wurde in Köslin – Koszalin eine Ausstellung eröffnet. Der bedeutenden Immunologe war von seinen jüdischen Eltern mit den ersten Kindertransporten nach England geschickt worden und überlebte so als einziger seiner Familie.
In Pommern hatte der Martini-Tag (11. November) traditionell große Bedeutung als Stichtag für Verträge, Zahlungen und andere wirtschaftliche Fristen. Der Martinstag markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, an dem Pachtzahlungen fällig waren, ebenso wie Zins- und Lohnzahlungen. Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinsfristen begannen oder endeten häufig an diesem Tag. Auch Steuern, oft in Naturalien wie Gänsen, wurden zu Martini entrichtet. Damit war Martini ein wichtiger Zahlungstermin, der bis heute in manchen Landpachtverträgen festgehalten wird, da er den Beginn und das Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode symbolisierte.
Darüber hinaus verband man mit dem Martini-Tag das Ende der Arbeit im Freien, da ab diesem Termin der Winter begann. Das Brauchtum des Martinsbratens und der Wintervorbereitungen (z.B. Schlachten von Gänsen) ist eng damit verbunden. In Pommern, wie im übrigen Nord- und Mitteleuropa, war Martini also nicht nur ein religiöser Feiertag, sondern auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stichtag für Abrechnungen und Vertragsbeendigungen.
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