76. Deutscher Genealogentag – wir sind wieder dabei!
wird Göttingen zum Treffpunkt für Familien- und Ortsforscher: Der 76. Deutsche Genealogentag findet dort im Zentralen Hörsaalgebäude der Georg-August-Universität statt. Ausrichterin ist diesmal die Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Göttingen e. V.
Drei Tage lang dreht sich alles um Familien- und Ortsgeschichte. 26 Vorträge und sieben Workshops versprechen ein abwechslungsreiches Programm – vom genealogischen Rüstzeug über Regionalgeschichte und -forschung bis hin zu lange gehüteten Familiengeheimnissen. Und wer den „Papst der Namensforschung“, Prof. Udolph, einmal live erleben möchte, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Ein besonderer Anlaufpunkt ist die Ausstellung mit 50 Ausstellern aus dem In- und Ausland. Hier präsentieren sich genealogische Vereine, Archive, Institute und weitere Anbieter. Für Forscherinnen und Forscher bietet sich damit eine gute Gelegenheit, neue Angebote kennenzulernen, Fragen zu stellen und vor allem persönliche Kontakte zu knüpfen.
Und natürlich sind auch wir dabei!
Der Pommersche Greif wird wie bei den vergangenen Deutschen Genealogentagen mit einem engagierten Team vertreten sein. Kommen Sie uns doch besuchen – wir freuen uns auf Sie! Denn bei aller Digitalisierung gilt nach wie vor: Genealogie lebt vom Austausch. Ein persönliches Gespräch, ein unerwarteter Hinweis oder die Begegnung mit jemandem, der an derselben Familie oder demselben Ort forscht, kann manchmal mehr bewirken als viele Stunden am heimischen Computer.
Die Ausstellung kann kostenlos besucht werden, die Teilnahme an den Vorträgen und Workshops kostet 15 € für alle drei Tage.
Wer von weiter her anreist, sollte sich allerdings möglichst bald um eine Unterkunft kümmern: Die Hotels in Göttingen sind an diesem Wochenende bereits gut gebucht. Eine Alternative sind Hann. Münden oder Einbeck – beide Orte sind schnell zu erreichen, werden als Übernachtungsziel aber vielleicht etwas zu leicht übersehen. Dabei sind sie allemal eine Reise wert!
Wir freuen uns auf Göttingen – und auf viele bekannte und neue Gesichter am Genealogentag!
Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung gibt es auf der Website des Deutschen Genealogentages.
Neue Buchreihe über Notgeld
Passend zu unserer kleinen Sommerserie zum Notgeld teilte uns Grzegorz Chmielecki aus Darłowo mit, dass er den ersten Band einer Buchreihe über Notgeld aus Rügenwalde veröffentlicht hat. Ein weiterer Band zu Lębork und Łeba ist bereits in Arbeit, weitere sind geplant.
Sommerserie Notgeldscheine
In der Sommerpause des Blog zeigten wir in den sozialen Medien Notgeldscheine aus Pommern. Die Beiträge zeigen wir in diesem Blogbeitrag gesammelt.
Zum Hintergrund:
https://grosstuchen.de/notgeld.htm
Notgeld aus Randow 1922
Digitalisierung: Landesarchiv Baden-Württemberg
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPO27LG25ZF2MAKZPOXVHWKYTPYQ7TRI
Notgeld Greifenberg (Gryfice), Stadt: 50 Pfennig 1921
Digitalisierung: Münzkabinett Berlin
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/SSWXGFD6GKQSN37OCNM34OSHEOL5KKL3
Notgeld aus Daber Stadt: 10 Pfennig 1921
Digitalisierung: Münzkabinett Berlin
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/OMLPUK4EWFD2GTN7M2WRWH6ZQPZWJXBE
Notgeld aus Naugard
Digitalisierung: Landesarchiv Baden-Württemberg
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/TIQTC5EMF2WH2R34MVP3EWRR6OUX4UTB (mehr …)
Kloster des Monats August 2026
Der Heimatverband MV und Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. präsentieren jeden Monat ein „Kloster des Monats“ für MV. Das Kloster des Monats August ist das ehemalige Kloster Rambin auf Rügen.
Vom Stift St. Jürgen vor Rambin zum Gemeinschaftsprojekt: Generationen wohnen, arbeiten & leben im Kloster Rambin
Am Ortsausgang von Rambin links Richtung Samtens sind hinter hohen Bäumen die Dächer von zwei Wohnhäusern und der alten Kapelle zu sehen.
Wer durch das Tor eintritt, kann weitere drei Wohnhäuser, vor allem aber ein wunderschönes Gartendenkmal mit vielen verschiedenen Gartenräumen entdecken.

Das Kloster St. Jürgen vor Rambin wurde 1334 von dem Stralsunder Ratsherrn Godecke von Wickede als Hospital für Rügener Leprakranke gestiftet und von einem Stralsunder Provisorat verwaltet.
Unsere Archivreise nach Köslin

Irgendwann im letzten Sommer entstand auf einer Vorstandssitzung die Idee, man könne doch begleitete Archivreisen für die Mitglieder organisieren. Recht schnell waren Martina Riesener und ich uns einig: Wir waren schon öfter in beiden Kösliner Archiven gewesen und trauten uns die Organisation zu.
Wir begannen mit Anfragen im Staatsarchiv Köslin und im Diözesanarchiv nach der Anzahl der möglichen Benutzerplätze und wann die Archive wegen Urlaub geschlossen sind.
Im Februar 2026 stellten wir unser Vorhaben in der Greif-L vor und baten Interessenten, sich zu melden. Neben etlichen Anfragen, die aus Termin- oder anderen Gründen nicht zustande kamen, kristallisierte sich eine Truppe von 5 Personen heraus, die definitiv zusagte.
Unsere Gruppe bestand aus Isabel, Susanne, Brigitte, Wolfgang, Stefan, Martina und mir.
Eine erste Vorbesprechung und ein gegenseitiges Kennenlernen fand per Zoom Anfang März statt, ein weiterer Termin folgte dann später kurz vor der Fahrt.
Wir einigten uns bald auf ein gemeinsames Hotel, das wir schon früh reservieren konnten. Die Anmeldung und die Kommunikation mit den Archiven erledigten wir und gaben in vielen Mailwechseln Hilfestellungen bei der Suche nach entsprechenden Archivalien und generell Tipps bei den jeweiligen Forschungen.
Im Vorfeld schickten uns alle Mitforschenden ihre Archivalienwünsche für den ersten Tag, die wir an die Archive weiterleiteten. Auch konnte man die Registrierung schon vorher elektronisch erledigen.
Die individuelle Anreise erfolgte mit Autos, nur Brigitte kam aus Berlin mit der Bahn. Das war kostengünstig, bis zur Grenze mit Deutschlandticket, dann für 3 Euro bis Stettin und von dort mit einem Seniorenticket für 30 Złoty nach Köslin. Unser Hotel lag 400 m vom Bahnhof entfernt. Am Abend gönnten wir uns ein gemeinsames Essen im Restaurant des Hotels. Die ursprünglich gebuchten Zimmer im „Pokoje4you“ waren überbucht – so kamen nur zwei von uns dort unter, während der Rest der Truppe im direkt daneben liegenden Hotel Marton Quartier bezog. Dieses Hotel war sogar etwas besser, hatte auch Swimmingpool und Wellnessabteilung, aber dafür hatten wir keine Zeit.
20. Juli – Erster Tag im Archiv
Das Frühstück in einer Art Diner, welches zum Pokoje4you gehörte, erwies sich als reichlich gewöhnungsbedürftig, sodass wir beschlossen, für die kommenden Tage lieber gegen einen Aufpreis im Hotel zu frühstücken, wo ein Buffet wartete.
Wir bildeten Fahrgemeinschaften zum Archiv, dort gibt es kostenfreie Parkmöglichkeiten. Im Archiv selbst gab es leider kein WLAN mehr, dafür aber sehr freundliche Mitarbeiterinnen, von denen einige Deutsch sprachen und die anderen sich auf Englisch verständigten.

Unsere Vorarbeit erwies sich als gut, die für den ersten Tag bestellten Archivalien lagen schon bereit. Bestellungen für den jeweils nächsten Tag mussten um 14 Uhr bei der Archivleitung im Lesesaal abgegeben werden. Das Archiv verfügt über 3 Tische mit jeweils 2 Arbeitsplätzen inkl. Mehrfachsteckern am Tisch. 2 PCs mit Internetzugang zur Archivalien-Auswahl sind vorhanden, das Archiv stellt auch ein Repro-stativ zur Benutzung zur Verfügung.
Isabel hatte eine Photobox für die Produktfotografie mit, die sich auch gut für Handyphotos eignet. Eine kostengünstigere Lösung als das Scantent. Als hilfreich erwies sich auch ein Gardinenbleiband und Essstäbchen, um die Seiten beim Scannen oder Fotografieren plan zu halten. Wir hatten als Ausrüstung noch zwei Buchscanner der Firma Czur dabei, für einen auch eine selbstgebastelte Erhöhungsplatte, die auch das Scannen größerer Archivalien erlaubt. Mittags kehrten wir in einem benachbarten Café ein, dessen Kuchenvielfalt uns so beeindruckte, dass es ein tägliches Ziel wurde. Für die Zukunft: wer es bequem möchte, hätte gleich in einem der Hotels direkt am Archiv wohnen können – im eher teuren, modernen „Verde“ oder im „Hudson“. Es war ein langer Tag: Das Archiv schließt montags um 18 Uhr (an den anderen Wochentagen um 15 Uhr), und entsprechend groggy waren wir alle, als wir schließlich zum Essen ins Hotel zurückkehrten.
Urmesstischblätter , sechste Lieferung
Es geht weiter mit dem Projekt der Digitalisierung der preußischen Urmesstischblätter durch die Staatsbibliothek in Berlin. Es gibt dort jetzt auch eine Seite https://kartenhighlights.staatsbibliothek-berlin.de/portfolio-item/preussische-urmesstischblaetter-125-000-ca-1820-1876/ mit einem Indexblatt und einem interaktivem Indexblatt, was das Auffinden der Karten sehr erleichtert.

Neue Karten aus Pommern und Umgebung sind (Digitalisierung am 3. , 10.7. und 15.7.2026)
Kasimirshof
Wurchow
Kirchspielgrenzen Ostpommern 1818
Wer sich mit der älteren Geschichte Pommern beschäftigt stößt immer wieder auf das Problem der Grenzen der einzelnen Kreise und Kirchspiele, geben diese doch oft einen Hinweis auf Verwandschaftsbeziehungen: Bei leibeigenen Personen z.B. achtete der Grundherr/Gutsherr darauf dass ihm nicht wertvolle Arbeitskräfte durch Heirat nach außerhalb seines Besitzes verloren gingen. Aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert (Konkurs der Loitze, Reformation) fand ein häufiger Wechsel des Besitzes statt. Im Historischen Atlas von Pommern[i] wurden daher Karten über die Besitzverhältnisse der einzelnen Orte und Kreise (herzoglicher, adliger, kirchlicher und städtischer Besitz) herausgegeben, und zwar für die Jahre 1780, 1628 und 1530.
Anders sieht es mit den Kirchspielgrenzen aus. Einzelangaben findet man bei Müller / Moderow / Heiden[ii]. Auch wenn diese sich erheblich weniger geändert haben, so haben doch eine Reihe von Veränderungen ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts stattgefunden. Den Stand des Jahre 1931 findet man in: Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931[iii].
Aber für die Ortsgeschichte ist auch die ältere Zeit von Interesse. So nimmt man an dass die Kirchspielgrenzen um 1800 in vielen Fällen auch den Stand vor der Reformation darstellen. Hier ist die Kreiskarten von Pommern 1817-18[iv], eine große Hilfe: Sie stellt neben den Grenzänderungen Anfang des 19. Jahrhunderts auch die einzelnen Kirchspiele 1818 dar durch feine Linien zwischen den Kirchen und den eingepfarrten Orten. Diese wurde auch benutzt bei der Darstellung der Kirchspielgrenzen, siehe: https://sdo.studienstelleog.de/Pommern/kirchspiele/KirchspielePommern1818.htm.
Es zeigte sich aber dass diese Karten teils doch verwirren da manche Kirchspiele sehr verschachtelt sind. Hier schien es sinnvoll die Kirchspielgrenzen noch einmal besonders hervorzuheben. Das Ergebnis für das östliche Hinterpommern (östlich der Linie Schlawe-Pollnow-Bublitz) sieht dann aus wie die folgende Karte:
In höherer Auflösung unter: https://sdo.studienstelleog.de/Pommern/kirchspiele/Kirchspiele.Ostpommern.1818.Pkreis.4.Ksp.300.jpg
Anmerkung: Die Grenzen gelten nur für die evangelisch-lutherischen Kirchspiele; die gestrichelt dargestellten Kirchenbeziehungen (Kreis Bütow) wurden nicht berücksichtigt.
[i] Historischer Atlas von Pommern. N.F., Kt. 1., Besitzstandskarte von 1628 / Von Werner von Schulmann u. Franz Engel, 1959; Kt. 2., Besitzstandskarte von 1780 / von Franz Engel, 1959; Kt. 8, Besitzstandskarte von 1530 / bearb. von Werner von Schulmann, 1984.
[ii] Müller / Moderow / Heiden
[iii] Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931. Nach der von Hans Christel Glaeser erarb. Karte der Kirchenprovinz Pommern neu hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte mit einer Einf. von Norbert Buske, Helms, Schwerin, 2005, ISBN: 3-931185-93-1.
[iv] Historische Artlas von Pommern, Alte Reihe 1, Kreiskarten von Pommern 1817-18, Bl. 1-3, bearb. von Fritz Curschmann und Ernst Rubow, Greifswald 1935.
Klaus-Dieter Kreplin, 27.06.2026




