Wieder neue Urmesstischblätter

Der nächste große Schwung der wunderschönen, detaillierten Urmesstischblätter ist online gegangen

Aus Pommern und Umgebung dabei:

Zirchow, Damerow, Zanow, Groß Möllen, Sorenbohm, Lassehne, Greifswalder Oie, Groß Zicker, Zickersches Höft, Zudar, Richtenberg, Velgast, Ahrenshagen, Ribnitz

Köslin, Altbelz, Kordeshagen, Degow, Kolberg, Langenhagen, Robe, Kirchhagener Fichten, Karlshagen, Cröslin, Wusterhusen, Neuenkirchen, Horst, Grimmen, Franzburg

Ausschnitt aus dem Blatt Groß Möllen

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Vesters Archiv für Apothekengeschichte

Wer Vorfahren im Apothekenwesen hat, findet in Düsseldorf eine ungewöhnliche Quelle: Vesters Archiv für Apothekengeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden Karteikarten und historische Fragebögen jetzt digitalisiert.

Was ist Vesters Archiv?

Das Archiv geht auf den Apotheker Helmut Vester (1913–2001) zurück, der Zeit seines Lebens alles sammelte, was mit der Geschichte der Pharmazie zu tun hatte. Heute ist die Sammlung Teil des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Uniklinik Düsseldorf.

Für Familien- und Ortsforscher ist das Archiv deshalb so wertvoll, weil es weit über die reine Wissenschaft hinausgeht. Es dokumentiert die Lebens- und Arbeitswelt einer Berufsgruppe über Jahrhunderte hinweg. (mehr …)

Ausgrabungen bestätigen die Existenz des mittelalterlichen Stolzenberg – Sławoborze

Archäologen der Stiftung „Relicta“ haben in den Wäldern nahe der Siedlung Zagrody (bei Sławoborze, dt. Stolzenberg), rund 36 km südlich von Kolberg,  die Überreste der mittelalterlichen Stadt Stolzenberg lokalisiert und bestätigt. Obwohl der Name in historischen Quellen bis 1644 auftauchte, war der genaue Standort der Stadt über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Lange gebräuchliche Flurbezeichungen  wie Altstadt, Spital oder Hofspital erinnerten noch bis ins 20. Jahrhundert an diese Periode. Ob eine Pest Epidemie zur Aufgabe des Städtchens beigetragen hat?

 

 

Ausschnitt aus einer Karte ca. 1780 mit einem als „Alt Stadt“ bezeichneten Objekt Quelle: https://archeologia.com.pl/stolzenberg-slawoborze-zaginione-miasto/

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Neue linguistische Karte der Provinz Pommern 1905

Anhand der Volkszählung von 1905 hat der User Ascended Dreamer eine faszinierende Karte erstellt, die die Verteilung der Muttersprachen in Pommern zeigt.

Muttersprachen der Provinz Pommern gemäß der Volkszählung von 1905 von Ascended Dreamer, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Diese Volkszählung war die präziseste statistische Erfassung jener Zeit. Es wurden nicht nur Einwohnerzahlen erhoben, sondern auch Religionszugehörigkeit und Muttersprache. Die Datengrundlage lässt sich im Gemeindelexikon 1905 nachprüfen.

Auf Reddit wird außerdem beschrieben, wie die Karte erstellt wurde. Besonders bemerkenswert: Die Visualisierung arbeitet auf Gemeindeebene – das bietet eine viel höhere Detailtiefe als ältere Karten, die oft ganze Landkreise pauschal einfärbten.

Was zeigt die Karte?

Der Großteil der Provinz ist dunkelrot – also über 85 % deutschsprachig. Das gilt für Vorpommern rund um Stralsund und Stettin ebenso wie für weite Teile Hinterpommerns. Im Osten hingegen, im Regierungsbezirk Köslin an der Grenze zu Westpreußen, tauchen rosa und violette Einsprengsel auf:

  • Kaschubisch (violett): In den Kreisen Lauenburg und Bütow gab es bedeutende Minderheiten, die Kaschubisch sprachen – eine Sprache, die oft als „polnisch-verwandt“ eingestuft wurde.
  • Polnisch (rosa): In einigen Grenzorten lebten polnischsprachige Minderheiten.

Warum gibt es polnische Sprachinseln auch in Vorpommern?

Das hat mich besonders interessiert. Anders als im östlichen Hinterpommern, wo die Kaschuben eine alteingesessene, autochthone Minderheit bildeten, war Vorpommern 1905 seit Jahrhunderten nahezu durchgängig deutschsprachig. Dass dennoch vereinzelt nicht-deutschsprachige Punkte auftauchen, hat meist wirtschaftliche Ursachen.

Vorpommern war geprägt von riesigen Rittergütern. Viele einheimische Landarbeiter wanderten damals in die Städte ab – die sogenannte Landflucht. Um den Arbeitskräftemangel zu decken, holten die Gutsbesitzer massenhaft Saisonarbeiter aus den preußischen Provinzen Posen und Westpreußen sowie aus Russisch-Polen und Galizien. Da die Volkszählung am 1. Dezember stattfand, waren viele dieser Arbeiter noch auf den Gütern gemeldet – und erscheinen in den Tabellen des Gemeindelexikons entsprechend als „Polnischsprachig“ oder „Zweisprachig“.

Betroffen waren vor allem die fruchtbaren Ackerbauregionen in den Kreisen Grimmen und Greifswald sowie auf Rügen. In Murchin etwa lebten 185 deutschsprachige und 60 polnischsprachige Menschen – das erklärt den auffälligen hellrosa Fleck auf der Karte.

Die Karte lässt sich in hoher Auflösung betrachten und herunterladen: Sprachenkarte Pommern 1905

Ebenfalls einen Blick wert: die physische Karte vom selben Autor – wussten Sie, wie viele Moorflächen es in Pommern gab? Physische Karte Pommern

 

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Altersangaben als Dezimalbruch

Einem Mitglied der Pommern Familienforschungsgruppe bei Facebook fielen seltsame Altersangaben in Dezimalbrüchen bei Sterbeurkunden im Standesamt Stojentin auf. Da stirbt z.B. das Kind Paul Kasiske am 30. 12.1885 mit 6,063 Jahren.

Sterbeeintrag Stojentin 1885/28
Sterbeeinträge Standesamt Stojentin 1879 Nr. 48 und 49

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Vineta und der Ostermorgen

Als Sonntagskind soll man Vineta erlösen können – zumindest der Sage nach. Alle hundert Jahre taucht die versunkene Stadt am Ostermorgen aus den Tiefen des Meeres auf, und wer dann zur rechten Zeit am rechten Ort ist, dem ist diese besondere Aufgabe bestimmt.

In der Sammlung der Usedom-Wolliner Sagen von Prof. Alfred Haas findet sich auch eine Version der Vineta-Sage. Über den Ostermorgen heißt es dort:

„Die silbernen Glocken der Stadt kann man noch jeden Abend, wenn kein Sturm auf der See ist, hören, wie sie tief unter den Wellen die Vesper läuten. Und am Ostermorgen – denn vom stillen Freitage bis zum Ostermorgen soll der Untergang von Vineta gedauert haben – kann man die ganze Stadt sehen, wie sie früher gewesen ist; sie steigt dann, als ein warnendes Schattenbild, zur Strafe für ihre Abgötterei und Üppigkeit, mit allen ihren Häusern, Kirchen, Toren, Brücken und Trümmern aus dem Wasser hervor, und man sieht sie deutlich über den Wellen.“

Vineta ist heute weit mehr als eine alte Legende: Als zentraler Teil der kulturellen Identität Vorpommerns zieht die Sage alljährlich Besucher aus nah und fern an. Die Vineta-Festspiele in Zinnowitz bringen den Stoff lebendig auf die Bühne, das Vineta-Glockenspiel in Koserow lässt die sagenumwobenen Klänge erklingen, und die Vinetastadt Barth bewahrt mit ihrem Vineta-Museum die Geschichte und die Mythen rund um die versunkene Stadt für kommende Generationen.

von Gemini erzeugt Illustration
 Wilhelm Müller (1794–1827), (in seinem Zyklus Muscheln von der Insel Rügen (1825) 
 hat diese Gedicht über Vineta verfasst:

Vineta

Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde
Klingen Abendglocken dumpf und matt,
Uns zu geben wunderbare Kunde
Von der schönen alten Wunderstadt.

In der Fluthen Schooß hinabgesunken,
Blieben unten ihre Trümmer stehn.
Ihre Zinnen lassen goldne Funken
Wiederscheinend auf dem Spiegel sehn.

Und der Schiffer, der den Zauberschimmer
Einmal sah im hellen Abendroth,
Nach derselben Stelle schifft er immer,
Ob auch rings umher die Klippe droht.

Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde
Klingt es mir, wie Glocken, dumpf und matt.
Ach, sie geben wunderbare Kunde
Von der Liebe, die geliebt es hat.

Eine schöne Welt ist da versunken,
Ihre Trümmer blieben unten stehn,
Lassen sich als goldne Himmelsfunken
Oft im Spiegel meiner Träume sehn.

Und dann möcht‘ ich tauchen in die Tiefen,
Mich versenken in den Wiederschein,
Und mir ist, als ob mich Engel riefen
In die alte Wunderstadt herein.

Mehr zu Vineta: https://www.pommerscher-greif.de/vineta/

Prof. Jürgen Udolph mit namenkundlichen Überlegungen zu Vineta

Schmackostern

Paul Krause schrieb im  Bublitzer Brief 129, März Ausgabe 1963

„Ich wünsche nun allen lieben Heimatfreunden ein frohes und gesundes Osterfest. Wenn nun am Ostermorgen auch das „Ostergeschirr“ auf dem Kaffeetische steht, damit meine ich die üblichen gelben Tassen und Teller mit den schwarzbunten Hähnchen, Hühnern und Küken drauf, die gerade so in die Frühlingszeit hineinpassen, dazu dann eine Schüssel weichgekochte und frische Hühnereier (keine Enten- oder sonstigen Eier), dann der duftende Kaffee, dann ist es die richtige Osterstimmung am Ostermorgen, so wie es zu Hause in Pommern war. “

Unser Verein schließt sich diesen Wünschen gerne an.

Die KI hat das nett illustriert:

In dem Zusammenhang stolperte ich über den Begriff „Schmackostern“ Schmackhaftes Osterfrühstück oder Ostermahl? (mehr …)

Neu digitalisierte Bestände bei Szukaj w Archiwach März 2026

Die Seite Szukaj w Archiwach hat die neuen Digitalisate aus dem März 2026 zusammen gestellt. Diesmal ist für uns nur das Staatsarchiv Stettin/Szczecin dabei.

Grund und Hypotekenbuch des Dorfes Dobberphul [Dobropole] Kreis Cammin

Grund und Hypothekenakten von Kulsow Kreis Stolp

Sterberegister Standesamt Massow Kreis Naugard 1931-1933

 

Quelle: https://www.szukajwarchiwach.gov.pl/de/web/aktualnosci/-/nowosci-swa-marzec-2026?