Viele der Standesamtunterlagen gab es schon auf metryki.genbaza.pl, aber dies sind jetzt die „offiziellen“ Scans, und man sollte prüfen, ob Haupt-oder Nebenregister veröffentlicht wurden, so kann es bei gleichen Jahren doch zu Unterschieden kommen. (mehr …)
Über kurz oder lang kommt man bei der Familienforschung um das Bundesarchiv nicht herum. Die Daten der Wehrmachtauskunftstelle, das Lastenausgleichsarchiv, das Militärarchiv, aber auch die allgemeinen Bestände sind Fundgruben für die Familienforschung. Also nutze ich den Berlin-Ausflug zum Deutschen Genealogentag für einen Besuch im Bundesarchiv in Lichterfelde.
Das Bundesarchiv ist die größte deutsche Kultureinrichtung mit 23 Standorten im gesamten Bundesgebiet. Innerhalb dieses Riesengebildes ist dann wiederum Berlin-Lichterfelde der größte Standort. Hier finden sich unter anderem Unterlagen zur Deutschen Geschichte von 1495-1945 und damit auch vieles über Pommern.(mehr …)
Aufgebotsverzeichnisse Treptow an der Rega (Trzebiatów)
Aufgebotsakten können eine Fundgrube sein. Sie füllen Lücken, wenn Heiratsurkunden verloren sind und enthalten oft neben den Geburtsurkunden der Eheleute auch andere Dokumente, bspw. schriftliche Bewilligungen der Eltern zur Ehe.
Wir bekamen nun den Hinweis, dass vor kurzem Digitalisate der Aufgebotsverzeichnisse von 1875-1916 für Treptow an der Rega auf Szukajwarchiwach online gestellt worden sind.
Unser Mitglied Matthias Beulke war vom 16.-22.03.2024 auf einer einwöchigen Reise durch Hinterpommern. In diesen Tagen fuhr er rund 1800 Km entlang der polnischen Ostseeküste und hat die Orte aufgesucht, wo seine Vorfahren bis 1945 lebten.
In seiner Freizeit befasst sich Matthias seit über 20 Jahren mit der Orts- und Familienforschung in Hinterpommern, beide Großväter stammten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, der eine aus Pommern, der andere aus dem angrenzenden Westpreußen und ist dann im Kreis Bütow aufgewachsen. Matthias Beulke ist seit 2004 Mitglied im Pommerschen Greif und sammelt alles über die Familie Beulke weltweit. Weitere Forschungs-Schwerpunkte sind die ehemaligen Landkreise Kolberg-Körlin und Lauenburg in Pommern, die jüdische Familienforschung in Pommern und Auswanderer von Pommern nach Nordamerika und Australien.
Nachdenklich haben ihn die vielen Militärkolonnen aus allen NATO-Staaten gemacht, die auf polnischen Straßen in Richtung Osten fuhren……
Sein Bericht:
Wilhelm Kurt Beulke
Mein erstes größeres Ziel der Reise war die Stadt Lębork, das ehemalige Lauenburg in Pommern im sogenannten „Blauen Ländchen“, etwa 50 Km westlich von Danzig, an der Grenze zur ehemaligen Provinz Westpreußen. In dieser Stadt, in der Jägerhofstraße 1, beim Arbeiter Garmatz, wurde am 29.04.1916 mein Großvater Wilhelm Kurt Beulke als Sohn der unverehelichten Arbeiterin Martha Beulke geboren. (mehr …)
„Studierendenakten im Universitätsarchiv Tübingen – Quellen für die Familienforschung“ lautete der Titel eines Vortrags von Dr. Regina Keyler und Dr. Susanne Rieß-Stumm auf der Genealogica 2024. Die hervorragende Veranstaltung hat mich inspiriert, etwas tiefer einzutauchen in die Frage, was sich für unsere pommersche Familienforschung alles finden lässt in den gar nicht so verstaubten Tiefen universitärer Flure. Hat man sich erst mal eingedacht in eine jahrhundertealte Welt, die sich bis heute ein ganz eigenes Vokabular erhalten hat, in der es wimmelt von Rektoren, Kanzlern, Dekanen, Magnifizenzen und Spektabilitäten, kann Erstaunliches zu Tage gefördert werden.
Universitätsarchive – etwas ganz Besonderes!
Nicht nur das Bundesarchiv, die Landes- und Stadtarchive sind für jedermann zugänglich, sondern auch die der Universitäten. Universitätsarchive sind zwar Einrichtungen der Universitäten, unterliegen aber dem allgemeinen Archivrecht und sind öffentliche Archive. Daher können nicht nur Universitätsangehörige, sondern alle, die ein berechtigtes Interesse nachweisen, den Archivbestand nutzen. Viele Universitätsarchiv haben ganz hervorragende Internetauftritte, die bereits viele Fragen beantworten. Exemplarisch seien hier das Universitätsarchiv Tübingen und das Universitätsarchiv Leipzig genannt.
Welche Unterlagen können sich in Universitätsarchiven finden?
In den Matrikellisten sind die Mitglieder der Universität – Studierende wie Personal – verzeichnet. Sie können eine Fülle von Informationen enthalten, mindestens aber den Namen und das Studienfach.
Matrikel der Universität Heidelberg SS 1860, S. 33v, https://doi.org/10.11588/diglit.45641#0072
Matrikel der Universität Heidelberg SS 1860, S. 34r, https://doi.org/10.11588/diglit.45641#0073
Studierendenakten enthalten neben persönlichen Informationen auch solche über den Studienverlauf. Ein besonderes zeithistorisches Beispiel findet sich in einer Studierendenakte der Universität Tübingen: (mehr …)
40 000 Akten der NS-Finanzverwaltung wurden vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv digitalisiert und online gestellt. Sie enthalten Informationen zu zehntausenden Menschen, die vom nationalsozialistischen Deutschland als jüdisch oder „reichsfeindlich“ verfolgt und ausgeplündert wurden. Akribisch haben die Nazibeamten Formulare ausfüllen lassen oder selbst ausgefüllt, die die Vermögenswerte vor der „Auswanderung“ feststellen sollten. Auch Menschen, die in Pommern geboren waren, finden sich.
Zum Beispiel die Akte von Heinrich Jacobsohn, jüdischer Religion, der am 30.11.1881 in Freienwalde Kreis Saatzig geboren wurde und seiner Frau Cerline geb. Levy, die aus Schönlanke stammt
Die Akten beginnen mit einer Kassenbuchseite, wo notiert wurde, welchen Erlös die Besitztümer der Personen erbracht haben und welche Ausgaben evtl. entstanden sind. Der Hausrat Jacobsohn war 405 Reichsmark wert. Heinrich arbeitete als Arbeiter in einer Maschinenfabrik in Reinickendorf mit einem Wochenlohn von 35 RM. Das Ehepaar wohnt zur Untermiete in einem Leerzimmer, die Miete betrug 40 RM pro Monat. Akribisch wird auch erfasst, welche Religion selbst der Vermieter hat. Die Tochter Margot ist am 5.5. 1923 geboren, lebt nicht in der Wohnung und ist vermutlich Krankenschwester.
Signatur: 36A (II) 17026 Titel: Jacobsohn, Heinrich Laufzeit: 1943-1962
Es betrifft verschiedene Bestände. Darunter auch Bestand 65/44/0, der Kirchenbücher enthält. Online gegangen sind u.a. Kirchenbücher aus Gollnow, Jasenitz, Kolberg, Lübzin und Langenberg.
Aber auch andere interessante Bestände warten darauf entdeckt zu werden. Daher haben wir die neuen Bestände mal genauer gesichtet und eine Übersicht mit den Direktlinks erstellt. (mehr …)
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