„Wanderungen aus und nach Pommern im Laufe der Jahrhunderte“ war das Thema unseres diesjährigen Seminars und der Mitgliederversammlung vom 13.-15.3. 2026 im Park Hotel Soltau.
Die Tagung begann am Freitag Nachmittag mit der Verortung der Forschungsgebiete auf der Pommernkarte. Dies ist mittlerweile schon Tradition und sorgt für die Vernetzung unserer Mitglieder und Gäste.

Nach dem gemeinsamen Abendessen, blickten wir zusammen auf das letzte Seminar. Zum 25jährigen Vereinsjubiliäum tagten wir 2025 für ein paar Tage in Stettin zurückkehrte. André Marten führte durch den „Erinnerungsstreifzug“ des Jubiläums 2025.

Das Vortragsprogramm wurde am Samstag Vormittag von Dr. Franz Wladmann eingeläutet. Er referierte über die Pfälzer Kolonisation Pommerns unter Friedrich dem Großen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Hochinteressant, mit welchen Anreizen die Pfälzer ins entsiedelte Pommern gelockt wurden. Titel seines Vortrags: „Als die Pfälzer nach Pommern kamen, am Beispiel der Familie Waldmann“.

Auch dies ist mittlerweile eine schöne Tradition: „Ein Mitglied stellt seine Forschung vor“. Besonders erfreulich, wenn sich unsere Neumitglieder trauen. Hier berichtete Gabriele Goizet (erst seit 3 Monaten Vereinsmitglied) über den Beginn ihrer persönlichen Ahnenforschungsreise.

Einen faszinierenden Vortrag von Dr. Stefan Sienell hörten wir im Anschluss. Er stellte sein neues Buch, quasi sein Lebenswerk, vor: „Die Kolberger Bürgerrechtserwerbungen 1559-1858“. Da das Bürgerbuch seit 1945 als verloren gilt, hat er rund 7.350 Neubürger anhand der Kämmerer-Register, Meisterbücher, Grundbücher und Traubücher rekonstruiert. Neben Angaben zu Name, Beruf, Herkunft und Bürgergeld wurden auch biographische Daten wie Geburt, Tod, Eltern, Grundbesitz und Eheschließungen erfasst. Der 1.248-seitige Band enthält drei Indizes (Berufe, Orte, Familiennamen). Ein beeindruckendes Werk!

Ein Mitglied stellt seine Forschung vor: Thomas Kraft über die Kettenwanderung Pyritzer Familien zwischen 1850 und dem Ersten Weltkrieg nach Ozeanien, genauer gesagt auf die Vava’u-Inseln im Norden des Tonga-Archipels.

Vor dem Abendessen wartete dann noch die Pflicht. Die Mitgliederversammlung. Es war mit Abstand die Längste in der Geschichte unseres Vereines, denn Sie dauerte etwas über zwei Stunden.
Dies war zu erwarten, da der gesamte Vorstand und die Rechnungsprüfer gewählt/wiedergewählt wurden. Außerdem wurde die Vereinssatzung geändert und viele weitere TOPs bearbeitet.
Martina Riesener von der Forschungsgruppe Kolberg wurde für Verdienste um den Verein die Martin Bethe Medaille verliehen. 24 Mitglieder wurden ausgezeichnet für 25jährige Mitgliedschaft, zwei von Ihnen waren persönlich anwesend: Armin Borchardt und Peter Nitz aus Kanada.
Der neu gewählte (alte) Vorstand v.l.n.r.: Susanne Lucht-Thiessen, Danilo Beiersdorf, Susanne Riedel, Andre Marten, Klaus Kurzmann, Thomas Kraft, Christina Voß

Der Sonntag startete mit einem Vortrag von Angela Häring, die verschiedene Wanderungsbewegungen und Beziehungen zwischen Pommern und Schweden sowie die G-Gruppen (Angela Häring)

In einem bewegenden Vortrag stellt André Marten anschließend das Leben seines Urgroßvaters Augustin Weiss (1873-1948) anhand selten erhalten gebliebener Familieerbstücke (Lehrbriefe, Zeugnisse, Führerschein, Bewerbungsunterlagen und Fotografien) dar. Der Lebensweg seines Urgroßvater startet in Nord-Böhmen, führt über Wien nach Stettin-Odermünde. Dort arbeitet er in der „Feldmühle“. Die Flucht 1945 führt ihn dann nach Schleswig-Holstein.

Ein Mitglied stellt seine Forschung vor: Auch Christian Teske stellt den Beginn seiner persönlichen Ahnenforschungsreise dar. Viele seiner ersten Entdeckungen konnte er durch die Arbeiten des Pommerschen Greif machen. Durch von uns erstellte online Ortsfamilienbücher, Indexarbeiten in unserer GreifX Datenbank oder den Kontakt zu anderen Vereinsmitgliedern. Es ist immer wieder schön zu hören, dass unsere Arbeit vielen Forschenden hilft.

Den Abschlussvortrag präsentierte Lutz Bachmann, der vor Kurzem eine besondere Entdeckung machte: „Quellen, wo sie keiner vermutet – Listen mit Pommerschen Kolonisten im Landesarchiv Sachsen-Anhalt – Standort Dessau“. Kurzer Spoiler: Friedrich II. beauftragte 1752 Prinz Moritz von Anhalt-Dessau, sich von den Zuständen in den Kolonistendörfern ein Bild zu machen. Das erklärt den Archivstandort der Akten.

Alles in allem wieder einmal eine gelungene Veranstaltung mit Zeit für den persönlichen Kontakt. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Die Anwesenden plädierten für einen Tagungsort in Vorpommern. Die Suche nach geeigneten Orten ist gestartet.
Danilo Beiersdorf und Margret Ott


