Der Heimatverband MV und Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. präsentieren jeden Monat ein „Kloster des Monats“ für MV. Das Kloster des Monats August ist das ehemalige Kloster Rambin auf Rügen.
Vom Stift St. Jürgen vor Rambin zum Gemeinschaftsprojekt: Generationen wohnen, arbeiten & leben im Kloster Rambin
Am Ortsausgang von Rambin links Richtung Samtens sind hinter hohen Bäumen die Dächer von zwei Wohnhäusern und der alten Kapelle zu sehen.
Wer durch das Tor eintritt, kann weitere drei Wohnhäuser, vor allem aber ein wunderschönes Gartendenkmal mit vielen verschiedenen Gartenräumen entdecken.
Eingangstor; Chausseehaus, 1856
Das Kloster St. Jürgen vor Rambin wurde 1334 von dem Stralsunder Ratsherrn Godecke von Wickede als Hospital für Rügener Leprakranke gestiftet und von einem Stralsunder Provisorat verwaltet.
Irgendwann im letzten Sommer entstand auf einer Vorstandssitzung die Idee, man könne doch begleitete Archivreisen für die Mitglieder organisieren. Recht schnell waren Martina Riesener und ich uns einig: Wir waren schon öfter in beiden Kösliner Archiven gewesen und trauten uns die Organisation zu.
Wir begannen mit Anfragen im Staatsarchiv Köslin und im Diözesanarchiv nach der Anzahl der möglichen Benutzerplätze und wann die Archive wegen Urlaub geschlossen sind.
Im Februar 2026 stellten wir unser Vorhaben in der Greif-L vor und baten Interessenten, sich zu melden. Neben etlichen Anfragen, die aus Termin- oder anderen Gründen nicht zustande kamen, kristallisierte sich eine Truppe von 5 Personen heraus, die definitiv zusagte.
Unsere Gruppe bestand aus Isabel, Susanne, Brigitte, Wolfgang, Stefan, Martina und mir.
Eine erste Vorbesprechung und ein gegenseitiges Kennenlernen fand per Zoom Anfang März statt, ein weiterer Termin folgte dann später kurz vor der Fahrt.
Wir einigten uns bald auf ein gemeinsames Hotel, das wir schon früh reservieren konnten. Die Anmeldung und die Kommunikation mit den Archiven erledigten wir und gaben in vielen Mailwechseln Hilfestellungen bei der Suche nach entsprechenden Archivalien und generell Tipps bei den jeweiligen Forschungen.
Im Vorfeld schickten uns alle Mitforschenden ihre Archivalienwünsche für den ersten Tag, die wir an die Archive weiterleiteten. Auch konnte man die Registrierung schon vorher elektronisch erledigen.
Die individuelle Anreise erfolgte mit Autos, nur Brigitte kam aus Berlin mit der Bahn. Das war kostengünstig, bis zur Grenze mit Deutschlandticket, dann für 3 Euro bis Stettin und von dort mit einem Seniorenticket für 30 Złoty nach Köslin. Unser Hotel lag 400 m vom Bahnhof entfernt. Am Abend gönnten wir uns ein gemeinsames Essen im Restaurant des Hotels. Die ursprünglich gebuchten Zimmer im „Pokoje4you“ waren überbucht – so kamen nur zwei von uns dort unter, während der Rest der Truppe im direkt daneben liegenden Hotel Marton Quartier bezog. Dieses Hotel war sogar etwas besser, hatte auch Swimmingpool und Wellnessabteilung, aber dafür hatten wir keine Zeit.
20. Juli – Erster Tag im Archiv
Das Frühstück in einer Art Diner, welches zum Pokoje4you gehörte, erwies sich als reichlich gewöhnungsbedürftig, sodass wir beschlossen, für die kommenden Tage lieber gegen einen Aufpreis im Hotel zu frühstücken, wo ein Buffet wartete.
Wir bildeten Fahrgemeinschaften zum Archiv, dort gibt es kostenfreie Parkmöglichkeiten. Im Archiv selbst gab es leider kein WLAN mehr, dafür aber sehr freundliche Mitarbeiterinnen, von denen einige Deutsch sprachen und die anderen sich auf Englisch verständigten.
Die bestellten Archivalien warten auf die Bearbeitung
Unsere Vorarbeit erwies sich als gut, die für den ersten Tag bestellten Archivalien lagen schon bereit. Bestellungen für den jeweils nächsten Tag mussten um 14 Uhr bei der Archivleitung im Lesesaal abgegeben werden. Das Archiv verfügt über 3 Tische mit jeweils 2 Arbeitsplätzen inkl. Mehrfachsteckern am Tisch. 2 PCs mit Internetzugang zur Archivalien-Auswahl sind vorhanden, das Archiv stellt auch ein Repro-stativ zur Benutzung zur Verfügung.
Isabel hatte eine Photobox für die Produktfotografie mit, die sich auch gut für Handyphotos eignet. Eine kostengünstigere Lösung als das Scantent. Als hilfreich erwies sich auch ein Gardinenbleiband und Essstäbchen, um die Seiten beim Scannen oder Fotografieren plan zu halten. Wir hatten als Ausrüstung noch zwei Buchscanner der Firma Czur dabei, für einen auch eine selbstgebastelte Erhöhungsplatte, die auch das Scannen größerer Archivalien erlaubt. Mittags kehrten wir in einem benachbarten Café ein, dessen Kuchenvielfalt uns so beeindruckte, dass es ein tägliches Ziel wurde. Für die Zukunft: wer es bequem möchte, hätte gleich in einem der Hotels direkt am Archiv wohnen können – im eher teuren, modernen „Verde“ oder im „Hudson“. Es war ein langer Tag: Das Archiv schließt montags um 18 Uhr (an den anderen Wochentagen um 15 Uhr), und entsprechend groggy waren wir alle, als wir schließlich zum Essen ins Hotel zurückkehrten.
Warteliste vorpommerschen Kirchenbücher für Archion (4/2026)
Beitrag ursprünglich erschienen im April 2026:
Im Archion-Forum gibt es eine Aufstellung, welche vorpommerschen Kirchenbücher schon digitalisiert sind und auf die Online-Stellung bei Archion warten.
Update Juli 2026: Seit dem 18.07.2026 werden die angekündigten Kirchenbücher hochgeladen. Nachfolgend finden sie den aktuelle Status (Statusdatum 29.07.2026).
Wer sich mit der älteren Geschichte Pommern beschäftigt stößt immer wieder auf das Problem der Grenzen der einzelnen Kreise und Kirchspiele, geben diese doch oft einen Hinweis auf Verwandschaftsbeziehungen: Bei leibeigenen Personen z.B. achtete der Grundherr/Gutsherr darauf dass ihm nicht wertvolle Arbeitskräfte durch Heirat nach außerhalb seines Besitzes verloren gingen. Aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert (Konkurs der Loitze, Reformation) fand ein häufiger Wechsel des Besitzes statt. Im Historischen Atlas von Pommern[i] wurden daher Karten über die Besitzverhältnisse der einzelnen Orte und Kreise (herzoglicher, adliger, kirchlicher und städtischer Besitz) herausgegeben, und zwar für die Jahre 1780, 1628 und 1530.
Anders sieht es mit den Kirchspielgrenzen aus. Einzelangaben findet man bei Müller / Moderow / Heiden[ii]. Auch wenn diese sich erheblich weniger geändert haben, so haben doch eine Reihe von Veränderungen ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts stattgefunden. Den Stand des Jahre 1931 findet man in: Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931[iii].
Aber für die Ortsgeschichte ist auch die ältere Zeit von Interesse. So nimmt man an dass die Kirchspielgrenzen um 1800 in vielen Fällen auch den Stand vor der Reformation darstellen. Hier ist die Kreiskarten von Pommern 1817-18[iv], eine große Hilfe: Sie stellt neben den Grenzänderungen Anfang des 19. Jahrhunderts auch die einzelnen Kirchspiele 1818 dar durch feine Linien zwischen den Kirchen und den eingepfarrten Orten. Diese wurde auch benutzt bei der Darstellung der Kirchspielgrenzen, siehe: https://sdo.studienstelleog.de/Pommern/kirchspiele/KirchspielePommern1818.htm.
Es zeigte sich aber dass diese Karten teils doch verwirren da manche Kirchspiele sehr verschachtelt sind. Hier schien es sinnvoll die Kirchspielgrenzen noch einmal besonders hervorzuheben. Das Ergebnis für das östliche Hinterpommern (östlich der Linie Schlawe-Pollnow-Bublitz) sieht dann aus wie die folgende Karte:
Anmerkung: Die Grenzen gelten nur für die evangelisch-lutherischen Kirchspiele; die gestrichelt dargestellten Kirchenbeziehungen (Kreis Bütow) wurden nicht berücksichtigt.
[i] Historischer Atlas von Pommern. N.F., Kt. 1., Besitzstandskarte von 1628 / Von Werner von Schulmann u. Franz Engel, 1959; Kt. 2., Besitzstandskarte von 1780 / von Franz Engel, 1959; Kt. 8, Besitzstandskarte von 1530 / bearb. von Werner von Schulmann, 1984.
[iii] Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931. Nach der von Hans Christel Glaeser erarb. Karte der Kirchenprovinz Pommern neu hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte mit einer Einf. von Norbert Buske, Helms, Schwerin, 2005, ISBN: 3-931185-93-1.
[iv] Historische Artlas von Pommern, Alte Reihe 1, Kreiskarten von Pommern 1817-18, Bl. 1-3, bearb. von Fritz Curschmann und Ernst Rubow, Greifswald 1935.
Der „Bote vom Pommernstrand“, das Sonntagsblatt der Synode Rügenwalde, ist jetzt im Rahmen des Projektes „In terris gryphi“ komplett digitalisiert (1910 – 1934).
Einige Beobachtungen zur Finanzverwaltung der Stadt Kolberg. Stefan Sienell berichtet über Quellen im Staatsarchiv Stettin: Kämmererregister, Bürgermeisterregister, Stadt- und Stadthauptkassen, Armenregister und Hafenkasse.
Der Croy Teppich wird bald vor den Augen der Zuschauer von Restauratoren bearbeitet werden als Vorbereitung auf das Festjahr 2028 „900 Jahre Christianisierung Pommerns“
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