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Paraschin/Paraszyno, Kreis Lauenburg

Ein Beitrag von Dr. Barbara Becker

 

In der „Ausführlichen Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl.
Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern“ von Ludewig Wilhelm
Brüggemann aus dem Jahr 1784 ist Paraschin unter den adeligen Gütern des
Lauenburger Districts erwähnt.

„(65) Paraschin 2 Meilen von Lauenburg gegen Osten, an dem Lebafluße, hat 3 Vorwerke in dem Dorfe und auf der Feldmark deßelben die Vorwerke Strasznic und Porzecz oder Porsez genannt, 15 Feuerstellen, Fichten- Buchen- und Eichenholzungen und ist ein zu Dzincelitz eingepfarrtes Dorf, welches gegen Osten an Westpreußen gränzet. Die Besitzer desselben sind der Justizbürgermeister zu Putzig in Westpreußen, Franz Ludewig von Paraski, der Hauptmann bey dem von Woldeckschen Infanterieregimente, Johann Christoph von Bochen und Johann von Chmielinski.“ 1

Die Karte von 19121 zeigt die Lage: Mit einem „Zipfel“ ragt Hinterpommern in das westpreussische Gebiet hinein. An der Leba liegt das Gut Paraschin, umgeben von Wald.

Mein besonderes Interesse für diesen kleinen Ort, zu dem man im Internet kaum Hinweise bekommt, wurde geweckt, als ich herausfand, dass vor ca. 200 Jahren einer meiner Vorfahren – Carl Bartsch – „Jäger bei die Edelleute in Pommern“ war. So steht es in seinem Empfehlungsschreiben von „Hochwürden Krefft“ aus Lusin, der sich für ihn einsetzt, als es um die Besetzung der Lehrerstelle für die neu gegründete Schule in Pretoschin/Przetoczyn/(Westpreussen) geht. In den katholischen Kirchenbüchern von Lusin findet man Carl Bartsch als Vater mehrerer Kinder ab 1806. Sein Wohnort
ist Paraschin.

Im Juni 2022 habe ich mit meinem Mann eine Reise in dieses pommersch-westpreussische Gebiet gemacht. Wie ja schon bei Brüggemann zu lesen ist, gingen auch die Besitzverhältnisse über diese Grenzen hinweg. Es liegt nicht fern, dass der Justizbürgermeister von Putzig – Franz Ludewig von Paraski – der Namensgeber des Gutes/Dorfes gewesen sein kann.

Wir wollten dem Lebensumfeld von Carl Bartsch nachspüren, hatten die Vorstellung, an der Leba zu sitzen und die Landschaft zu sehen, in der er mit seiner Familie vor 200 Jahren gelebt hatte. Mehr hatten wir nicht erhofft zu finden.

Und so saßen wir an einem sonnigen Junitag wirklich am Ufer der Leba. Hier ist heute ein schöner Freizeitplatz mit Picknicktischen und einem Holzsteg angelegt, einem Einstiegspunkt für eine Paddeltour auf dem Fluss. Von einem kleinen Wehr, das ein Stück flussaufwärts gelegen ist, rauschte das Wasser. An diesem schönen Platz fiel es nicht schwer, sich das Leben in den vergangenen Jahrhunderten vorzustellen, in einer durch den Flusslauf geprägten Landschaft, die sich über die Zeit erhalten hat.

Nicht weit von hier gelangt man zu einer Abfahrt, die zu einigen Häusern führt. Man kreuzt in einem Waldstück die Leba, die hier über Steine plätschert, und nach wenigen hundert Metern tut sich ein freies Feld auf, umzäunt, und auf dem Gelände steht tatsächlich das alte Gutshaus Paraschin. Es ist bewohnt, wird von einem großen Hund bewacht, der mit lautem Gebell sein Terrain verteidigt, sobald man sich dem Tor nähert.

Vor dem Eingang zum Hauptgebäude sieht man eine Brunnenanlage mit verspielten Figuren. Zur Rechten abseits vom Haupthaus erhebt sich das Ständerwerk eines großen Fachwerkhauses. Folgt man dem Weg am Gutshof vorbei, kommt man zu einer Weide, auf der friedlich Pferde grasen. Die das verwunschen anmutende Gelände umgebenden riesigen alten Eichen und Linden standen wohl schon zu Zeiten meines Vorfahrens hier.

 

Wir sind ganz gefangen von dem Anblick und glücklich, hier unerwartet auf so viel Vergangenes und Schönes gestoßen zu sein.

An einem der folgenden Tage entdecken wir auf der S6 – etwa zwischen Sellnow/Strzebielino und Boschpol/Bozepole – einen Hinweis auf den Weg zum Gutshof, der in neuen Karten als restauriertes Gebäude verzeichnet ist.

Auf meine Anfrage bei der zuständigen Gemeindevorsteherin in Leczyce, ob es Unterlagen zu dem Gutshof gäbe und ob das Gut evt. besichtigt werden könne, wurde ich an das Landesamt für Denkmalschutz in Danzig verwiesen. In der Gemeinde war lediglich bekannt, dass sich der Gutshof heute in Privatbesitz befindet.

Vielleicht gibt es ja in Zukunft über das Danziger Landesamt weitere Informationen, die ich dann gerne weitergeben werde.

 

Quellen:

 

 

Sedina-Archiv 3/2022 erschienen

Mitglieder des Pommerschen Greif e. V. erhielten vor ein paar Tagen die Ausgabe 3/2022 unserer Vereinszeitschrift Sedina-Archiv. Interessierte können die Hefte auch im Abo erhalten, Infos dazu gibt es hier: Sedina-Archiv.

Die aktuelle Ausgabe informiert wieder über interessante Themen rund um Pommern!

Heft 3/2022
Sedina-Archiv vor 50 Jahren 337
U1
Martin Jäger Was soll mit meinen Daten passieren? 337
André Marten Ergebnis zur Abstimmung zur Vereinsbibliothek 341
Klaus-Dieter Kreplin Ein Verzeichnis der 1704 lebenden Stolper Kaufleute und Gewandschneider 342
Annette Bieger Die Lauenburger landwirtschaftliche Winterschule 345
Chris DeWuske My Pomerania 353
Danilo Beiersdorf Neues Projekt – Digitalisierung von Standesamtsunterlagen im Staatsarchiv Stettin 359
Mitgliederversammlung 2022 mit Einladung 360
Neue Mitglieder 363
Neuer Online-Mitgliederbereich 363
Buchbesprechungen: (Baltische Studien – Band 107, Krüger: Häuser und Familien in Demmin 1625 bis 1865) 363
Termine 364
Sonderangebot Sedina-Archiv 364
U1

 

„Auf in Richtung Sonnenuntergang“

1Wir lebten in Kuckelvitz, einem kleinen Dorf bei Trent auf der Insel Rügen. Wir, das waren meine beiden älteren Schwestern und meine Eltern und ich. Unsere Kate war schon sehr alt. Sie bestand aus einem langestrecken Schlafzimmer mit drei Betten, einem Zimmer, in dem wir wohnten und aßen und einer Küche, es gab einen großen porzellanbraunen Ofen, der vom Boden bis fast zur Decke reichte. In diesem Zimmer stand auch mein Bett. Nebenan, nur durch einen langen Flur getrennt, wohnte eine andere Familie. Insgesamt waren wir vier Familien im Haus. Ich kannte jeden Winkel in diesem kleinen Ort, manchmal durfte ich durch den Wald mit nach Trent zum Einkaufen gehen.

Als ich vier Jahre alt war, zog mein Großvater bei uns ein und auch eine Cousine, die nicht bei ihrem Stiefvater leben wollte. Damit wurde es ganz schön eng bei uns zuhause.

Ein Jahr später beschlossen meine Eltern, nach Amerika auszuwandern2., sie nannten es „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Jedenfalls war es wohl sehr weit weg, viel weiter weg als Trent. Sie hatten gehört, dass man hier leicht ein Vermögen machen konnte. Mein Großvater war ganz begeistert, er wollte unbedingt mitkommen und dieses Land kennenlernen. Meine Onkel versuchten ihn umzustimmen: „Du bist 65 Jahre alt und nicht bei bester Gesundheit. Bleibe hier, dieses ferne Land wird niemals dein Zuhause sein.“ Aber alles zureden half nichts, Großvater war nicht davon abzubringen. (mehr …)

Von Pommern nach Elsaß-Lothringen: Ein Vorgänger des „Eisernen Gustav“ aus Tribsow

Ein Beitrag von Jürgen Diem

 

Unvergessen ist Gustav Knuth in der Rolle des Eisernen Gustav, in der er mit seiner Pferdekutsche von Berlin nach Paris fährt. Schon Jahre früher vollbrachte mein Urgroßvater Helmuth Haack aus Tribsow bei Cammin ein ähnliches Bravourstück, zusammen mit zwei Männern aus Brendemühl.

Und das kam so zustande. Es hatte nämlich der Sohn des Tribsower Gutsbesitzers um 1895 ein Anwesen in Elsaß-Lothringen übernommen. Ob durch Kauf oder Einheirat ist nicht mehr bekannt. Mein Urgroßvater sollte dort Gutsverwalter werden.

Um zu zeigen, was für Kerle sie sind, fuhren Helmuth und die beiden Männer mit Pferd und Wagen von Pommern über den Rhein. Sie schlossen eine Wette ab, in wie viel Tagen sie die Strecke bewältigten würden. Und die haben sie gewonnen. Die Etappen waren sorgfältig ausgewählt. Durch die Kontakte des Gutsbesitzers aus seiner Militärzeit und zu anderen Gütern war es möglich, Nachtquartiere zu finden und die Pferde zu versorgen. Am Ziel waren die Pferde in einem ordentlichen Zustand. „Die Pferde waren nicht abgeklappert,“ wie meine Großmutter berichtete. (mehr …)

„… ausgewandert nach Amerika“

Ein Beitrag von Jennifer Blaut

 

Wie war das damals? Wie haben meine Verwandten in Pommern gelebt? Wo haben Sie gelebt? Oma erzählte doch immer so gerne von Rügenwalde.

Schon seit langem war meine Neugier geweckt und zum Glück habe ich die Seite „Pommerscher Greif“ gefunden! Die Bücher aus dem Standesamt Palzwitz sind auch schnell zu finden und zu meiner Freude fand ich einige Einträge meiner Familie. Ich bin Jahrgang 1983 und das Lesen der Sütterlin-Schrift war für mich jetzt die größte Herausforderung. (mehr …)

Stammtafel der Familie FALKENBERG – Kublank – Pommern

Auf der diesjährigen Online-Messe „Genealogica“ erhielten wir Besuch von einer Familienforscherin, die uns eine sehr interessante Sekundärquelle anbieten wollte. In ihrem Besitz befindet sich eine Kopie einer Stammtafel, die sie von der Großtante ihres Schwiegersohns erhielt.

„Stammtafel der Familie FALKENBERG – Kublank – Pommern“

Diese Stammtafel wurde im Jahr 1926 von Hans Siegfried Moldenhauer in Kublank (Kr. Greifenhagen) angefertigt. Sie enthält mehrere Generationen der Familie und reicht bis zum Spitzenahnen Mewes FALKENBERG, der geschätzt im Jahre 1630 geboren wurde.

Das Besondere an dieser Sekundärquelle: Die Kirchenbücher und Standesamtregister des Ortes gelten seit dem 2. Weltkrieg als verschollen. Die Stammtafel zeigt also teilweise Daten, die heute nicht mehr rekonstruiert werden können. (mehr …)

Beendet: Wir räumen auf! – Sonderverkauf Sedina-Archiv

UPDATE vom 31.10.2022

Liebe Leser,

unser Sonderverkauf Sedina-Archiv ist beendet!

Wir bedanken uns bei Allen, die durch ihren Kauf Interesse an unserem Mitteilungsheft und an der Arbeit unseres Vereins gezeigt haben.

Viele Grüße
Pommerscher Greif e. V.

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Sie haben jetzt für kurze Zeit die Gelegenheit, interessante Ausgaben des Sedina-Archivs vergangener Jahre paketweise zu stark reduzierten Preisen zu erwerben.

Sie profitieren durch die Sonderpreise und unterstützen durch Ihren Kauf gleichzeitig die Digitalisierung von Unterlagen aus unserem Vereinsarchiv.

Im unserem vereinseigenen Mitteilungsblatt Sedina-Archiv veröffentlichen wir vierteljährlich Wissenswertes zur Orts- und Familienforschung Pommerns. Eine Übersicht über die Inhalte des Sedina-Archivs finden Sie unter https://www.pommerscher-greif.de/sedina_inhalte.html.

Alle Paketpreise verstehen sich zuzüglich Versandkosten.

Paket 1: „SEDINA-Archiv vor 40 Jahren“
Enthält die Hefte 1/1982 bis 4/1982, darunter Beiträge von Max Bruhn und Ingeborg Kolb zu den Pommerschen Mühlenmeister, Mühlenbesitzer und ihre Gehilfen, sowie Pommern in Berliner Bürgerbücher. Ein interessanter Einblick in die Vereinsgeschichte von vor 40 Jahren. Preis je Paket (4 Hefte): 4,00€

Paket 2: „5 Jahre SEDINA-Archiv“

Enthält die Hefte der vergangenen 5 Jahre: Heft 1/2017 bis Heft 4/2021.
Preis je Paket (20 Hefte + Register): 35,00€

Paket 3: „10 Jahre SEDINA-Archiv“

Enthält die Hefte 1/2012 bis 4/2021 – Insgesamt 40 Hefte voller Forschungsergebnisse aus Pommern! Das Paket bietet sich Ideal zum Verschenken an Forscherkollegen und Freunde an. Preis je Paket (40 Hefte + Register):  60,00€  ausverkauft

Paket 4: „SEDINA-Archiv Band 14“

Enthält die Hefte des 14. Jahrgangs des SEDINA-Archivs: Heft 1/2013 bis Heft 4/2015, sowie dem dazugehörigen Register. Preis je Paket (12 Hefte + Register):  20,00€

Paket 5: „SEDINA-Archiv Band 15“

Enthält die Hefte des 15. Jahrgangs des SEDINA-Archivs: Heft 1/2016 bis Heft 4/2019, sowie dem dazugehörigen Register. Preis je Paket (16 Hefte + Register):  30,00€

Ältere Jahrgänge des SEDINA-Archivs
Es sind zahlreiche ältere Jahrgänge des SEDINA-Archivs vorhanden, teilweise fehlen einzelne Hefte. Schicken Sie gerne eine Anfrage und wir schauen, ob wir die gewünschten Hefte vorrätig haben.

Zu jeder Bestellung gibt es zudem das SEDINA-Archiv Heft 1-2/1979 gratis dazu! Max Bruhn berichtet über das SEDINA-Archiv: Zur Vorgeschichte des pommerschen genealogischen Schrifttums.

Bitte senden Sie Ihre Bestellung per E-Mail an David Krüger.

Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie mit Ihrer Bestellung unsere Vereinsarbeit unterstützen!

 

Frisch im Briefkasten: Sedina-Archiv 2/2022

Die neue Ausgabe unseres vereinseigenen Mitteilungsblatts enthält wieder eine Reihe interessanter Artikel:

Dr. Dirk Schleinert – Die Grundstücksbeschreibungen des Klosterhofs vor Stettin durch die Matrikelkommission aus dem Jahre 1709

Steffen Krüger – Der Untergang des Ortes Flemmendorf bei Demmin

Jürgen Löffelbein – Statistische Auswertungen der Hochzeiten und Sterbefälle in Pommern im Zeitraum 1600 bis 1899

Klaus-Dieter Kreplin – Ein Verzeichnis der Liegenschaften auf der Gemarkung der Stadt Bütow und ihrer Besitzer von 1852

Außerdem berichtet unser 1. Vorsitzender Dr. Klaus-D. Kohrt über den aktuellen Stand zum Thema Bibliothek und Archiv des Pommerschen Greifs.

Zahlreiche neue Mitglieder stellen zudem Ihre Forschungsnamen und -gebiete vor.

Zwei ausführliche Buchbesprechungen runden das Heft ab.

Herzlichen Dank an die Autoren!

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