Wer sich mit der älteren Geschichte Pommern beschäftigt stößt immer wieder auf das Problem der Grenzen der einzelnen Kreise und Kirchspiele, geben diese doch oft einen Hinweis auf Verwandschaftsbeziehungen: Bei leibeigenen Personen z.B. achtete der Grundherr/Gutsherr darauf dass ihm nicht wertvolle Arbeitskräfte durch Heirat nach außerhalb seines Besitzes verloren gingen. Aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert (Konkurs der Loitze, Reformation) fand ein häufiger Wechsel des Besitzes statt. Im Historischen Atlas von Pommern[i] wurden daher Karten über die Besitzverhältnisse der einzelnen Orte und Kreise (herzoglicher, adliger, kirchlicher und städtischer Besitz) herausgegeben, und zwar für die Jahre 1780, 1628 und 1530.
Anders sieht es mit den Kirchspielgrenzen aus. Einzelangaben findet man bei Müller / Moderow / Heiden[ii]. Auch wenn diese sich erheblich weniger geändert haben, so haben doch eine Reihe von Veränderungen ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts stattgefunden. Den Stand des Jahre 1931 findet man in: Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931[iii].
Aber für die Ortsgeschichte ist auch die ältere Zeit von Interesse. So nimmt man an dass die Kirchspielgrenzen um 1800 in vielen Fällen auch den Stand vor der Reformation darstellen. Hier ist die Kreiskarten von Pommern 1817-18[iv], eine große Hilfe: Sie stellt neben den Grenzänderungen Anfang des 19. Jahrhunderts auch die einzelnen Kirchspiele 1818 dar durch feine Linien zwischen den Kirchen und den eingepfarrten Orten. Diese wurde auch benutzt bei der Darstellung der Kirchspielgrenzen, siehe: https://sdo.studienstelleog.de/Pommern/kirchspiele/KirchspielePommern1818.htm.
Es zeigte sich aber dass diese Karten teils doch verwirren da manche Kirchspiele sehr verschachtelt sind. Hier schien es sinnvoll die Kirchspielgrenzen noch einmal besonders hervorzuheben. Das Ergebnis für das östliche Hinterpommern (östlich der Linie Schlawe-Pollnow-Bublitz) sieht dann aus wie die folgende Karte:
In höherer Auflösung unter: https://sdo.studienstelleog.de/Pommern/kirchspiele/Kirchspiele.Ostpommern.1818.Pkreis.4.Ksp.300.jpg
Anmerkung: Die Grenzen gelten nur für die evangelisch-lutherischen Kirchspiele; die gestrichelt dargestellten Kirchenbeziehungen (Kreis Bütow) wurden nicht berücksichtigt.
[i] Historischer Atlas von Pommern. N.F., Kt. 1., Besitzstandskarte von 1628 / Von Werner von Schulmann u. Franz Engel, 1959; Kt. 2., Besitzstandskarte von 1780 / von Franz Engel, 1959; Kt. 8, Besitzstandskarte von 1530 / bearb. von Werner von Schulmann, 1984.
[ii] Müller / Moderow / Heiden
[iii] Atlas der Kirchenprovinz Pommern 1931. Nach der von Hans Christel Glaeser erarb. Karte der Kirchenprovinz Pommern neu hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte mit einer Einf. von Norbert Buske, Helms, Schwerin, 2005, ISBN: 3-931185-93-1.
[iv] Historische Artlas von Pommern, Alte Reihe 1, Kreiskarten von Pommern 1817-18, Bl. 1-3, bearb. von Fritz Curschmann und Ernst Rubow, Greifswald 1935.
Klaus-Dieter Kreplin, 27.06.2026

