Der Heimatverband MV und Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. präsentieren jeden Monat ein „Kloster des Monats“ für MV. Das Kloster des Monats August ist das ehemalige Kloster Rambin auf Rügen.
Vom Stift St. Jürgen vor Rambin zum Gemeinschaftsprojekt: Generationen wohnen, arbeiten & leben im Kloster Rambin
Am Ortsausgang von Rambin links Richtung Samtens sind hinter hohen Bäumen die Dächer von zwei Wohnhäusern und der alten Kapelle zu sehen.
Wer durch das Tor eintritt, kann weitere drei Wohnhäuser, vor allem aber ein wunderschönes Gartendenkmal mit vielen verschiedenen Gartenräumen entdecken.

Das Kloster St. Jürgen vor Rambin wurde 1334 von dem Stralsunder Ratsherrn Godecke von Wickede als Hospital für Rügener Leprakranke gestiftet und von einem Stralsunder Provisorat verwaltet.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen Schenkungen und ackerbauliche Nutzflächen zum Grundbesitz der Stralsunder Stiftung.
Die Kapelle wurde erweitert, Wohn- und Nutzgebäude wurden errichtet.

Die Bewohner versorgten sich in den Parzellen der Gärten und mit den Obstwiesen selbst. Das Kloster hat eine lange Geschichte des Garten- und Obstanbaus und seine Bedeutung für Rügen und Pommern ist in historischen Dokumenten belegt.
Im 19.Jahrhundert wurden gemäß dem Zeitgeschmack parkähnliche Partien neugestaltet, Gartenbaudirektor und Stadtgärtner empfahlen Baumneupflanzungen, Schmuckbeete. Spazierwege wurden angelegt
Nach der Lepra-Phase diente das Kloster weiter der Aufnahme Hilfsbedürftiger, der sogenannten „Prövener“, gegen Zahlung eines Einkaufsgelds, das häufig gestiftet wurde; diese Möglichkeit gab es bis1948. Nach Auflösung der Stiftung wurden die Wohnungen vom Rat des Kreises Rügen bzw. von der Gemeinde Rambin vermietet, verwaltet und gepflegt.
Nach Rückübereignung des Klosters an die Hansestadt Stralsund 2002 nahm die Mieterzahl ab und 2016 wurde die Anlage zur Erbbaupacht ausgeschrieben.
Eine Initiativgruppe von 8 Denkmalliebhabern hat 2018 begonnen, ehrenamtlich Gärten und Park zu pflegen, gründete einen Verein und eine gGmbH und bewarb sich mit einem Konzept um den Erbbaurechtsvertrag.
Seit 2023 verwirklicht sie ihre Ziele:
An Geschichte und Tradition anknüpfen…
690 Jahre gemeinschaftliches Wohnen und Selbstversorgung soll durch bezahlbaren, langfristig gesicherten Wohnraum im substanzgerecht sanierten Denkmalensemble weitergeführt werden. Durch generationsübergreifende Teilhabe bis ins hohe Alter und aktive Bewirtschaftung des Gartendenkmals soll es wieder belebt und als Modellprojekt nachhaltig in die Zukunft transformiert werden.
Einen sozialen Ort zum Wohnen und Arbeiten schaffen …
Günstigen Mietwohnraum und Erwerbsmöglichkeiten für Jüngere und Ältere, Familien und Menschen in schwierigen Situationen, wollen wir generationsübergreifend und eigenverantwortlich gestalten und verwalten. Unterschiedliche Wohnungsgrößen, flexible Zuschnitte, Gemeinschaftseinrichtungen, Werkstätten, verschiedene Gärten, Gewerberäume und Barrieren Reduzierung begünstigen vielfältige Lebensweisen.

Als Ort für Begegnung, Bildung und Kultur in die Region hinein wirken …
Kulturveranstaltungen und Bildungsangebote für die Nachbarschaft und Umgebung, Ausstellungen z.B. zu Kunst: Offen, Konzerte, Kloster-Café und Gärten ermöglichen einen offenen Austausch.
Ein Teil des Parkes steht weiterhin der Öffentlichkeit zum Spazierengehen zur Verfügung.
Es soll ein lebendiger, attraktiver Anlaufpunkt nicht nur für gartengeschichtlich Interessierte, sondern auch für ökologischen Gartenbau, innovative Denkmalsanierung oder gemeinschaftliches Wohnen entstehen. Das Projekt soll gesellschaftliche Entwicklungen befördern und abseits der Touristenhochburgen zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum beitragen.
Die letzten 3 Jahre haben gezeigt: das alles ist kann mit viel ehrenamtlichem Engagement und Unterstützung der Zivilgesellschaft gelingen, dafür wurde der Förderverein Denkmal Kloster Rambin e.V. gegründet.
Spätestens am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, kann man die einzigartige Anlage entdecken und die Gruppe kennenlernen.
Text und alle Bilder Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern
