David Krüger ist neuer Betreuer des Pfarrarchivs in Demmin

David Krüger ist neuer Betreuer des Pfarrarchivs in Demmin

Unser Mitglied und Ansprechpartner für Demmin David Krüger übernimmt nach dem Abschied von Hartmut Mandelkow die Betreuung des Pfarrarchivs der Evangelischen Kirchengemeinde St. Bartholomaei in Demmin.

https://www.nordkurier.de/demmin/mehr-als-vergilbte-listen-demminer-archivar-uebergibt-historische-pfarrschaetze-1746372712?

Pommersche Flüchtlinge und Vertriebene in Ostholstein – Ein Hilfsregister zum Namensregister

Ein Beitrag von Klaus-Dieter Kreplin

 

Pommersche Flüchtlinge und Vertriebene in Ostholstein

 

Hilfsregister zu dem Namensregister in dem Band:
Nach Flucht und Vertreibung Ein neuer Anfang in Ostholstein (ehemalige Kreise Eutin und Oldenburg in Holstein)
Eine Dokumentation des Kreisverbandes Ostholstein im Bund der Vertriebenen (BdV) e.V. Eutin 1987

Dieses Buch enthält die Namen der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen, die infolge des 2. Weltkrieges in den beiden genannten Kreise aufgenommen wurden. In dem darin enthaltenen „Namensregsiter“ sind insgesamt über 60.000 Einzeldatensätze erfasst. Dieses Hilfsregister enthält daraus die Namen aus pommerschen Kreisen, die eindeutig identifiziert werden konnten. Es sind umfangreiche weitere Namen von Flüchtlingen und Vertriebenen vorhanden, bei denen auch als Herkunft Pommern angegeben ist, die hier aber nicht aufgenommen wurden. Zum einen gehören dazu die Orte, deren Name in mehreren pommerschen Kreisen vorkommt. Zum anderen gibt es eine Reihe von Ortsangaben, bei denen zwar Pommern notiert wurde, aber die nicht anhand von Ortsverzeichnissen identifiziert werden konnten. Neben Pommern gibt es auch umfangreiche Angaben zu Flüchtlingen und Vertriebenen aus Ostpreußen, Westpreußen, Posen, Mecklenburg usw.. Verzeichnet sind soweit erkennbar alle als Vertriebene zur damaligen Zeit in den beiden Kreisen zuerst Ankommende. Das betriftt die Herkunft aus heute nicht mehr zur Bundesrepublik gehörenden Orte, aber auch die Flüchtlinge aus der späteren DDR. Nicht verzeichnet sind offensichtlich die zuvor woanders erfassten, also nicht z.B. eventuell aus Dänemark ankommende. Viele waren nur vorübergehend in Ostholstein und sind bald in andere Länder (oft in der englischen Zone) umgesiedelt worden. (mehr …)

„Weihnachtsschule“ in unseren Dörfern

Paul Scharnofske war ab 1924 Lehrer in Wobesde, Kreis Stolp. Im „Stolper Heimatblatt für die Heimatvertriebenen aus der Stadt und dem Landkreis Stolp in Pommern“ aus dem Dezember 1953 veröffentlichte er diese Erinnerung an die Weihnachtszeit.

„Weihnachtsschule“ in unseren Dörfern

Von Paul Scharnofske

Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903
Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903

Als der gute Stolper Schulrat B. mich eines Tages telephonisch davon in Kenntnis setzte, daß er am 18. Dezember mit der „Arbeitsgemein­schaft der Junglehrer“ in meine Landschule W. kommen wolle, mußte ich ihm antworten: „Das geht leider jetzt nicht. In den Tagen vor Weih­nachten gibt es für uns auf dem Lande keinen Stundenplan und keine gefächerte Schularbeit mehr. Wir bereiten nur die , Weihnachtsschule‘ vor.“ So war es tatsächlich überall in den Dörfern. Die „Weihnachts­schule‘ bedeutete soviel als .Schul-Weihnachtsfeier“, an der das ganze Dorf beteiligt war. Da kamen die Alten und die Jungen, die Frauen und die Männer. Selbst solche Eltern fehlten nicht, denen das Wohl der Schule als der Lehranstalt ihrer Kinder sonst gar nicht so sehr am Herzen lag (In Kirchdörfern wurde die Feier auch wohl ins Gotteshaus gelegt)
Schule in Alt Warschow Kreis Schlawe 1903

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Heiliger Abend auf dem Oderkahn

Wir liegen mit unserem Kahn in Küstrin und warten auf gute Nachricht. Gute Nachricht, das heißt für uns, freie Fahrt bis Stettin. Wenn wir erst dort sind, dann haben wir Zeit, dann mag die Oder vollends im Eise erstarren. Und während wir untätig sitzen und warten, schwimmen die schweren und breiten Schollen klirrend und klingend an uns vorbei und poltern zuweilen dumpf gegen den schwarzen Leib des Kahnes. Spät erst kommt der Schiffer zurück und macht ein betrübtes Gesicht. Er sagt nichts und zuckt nur die Schultern. Aber wir wissen Bescheid.

Wir stehen vorn auf dem Kahn, rauchen unsere Pfeifen, spucken von Zeit zu Zeit in das nebelqualmende Wasser, bis in der Ferne ein kleiner Schleppzug erscheint. Gewiß, die Kähne sind leer und klein und haben nur wenig Tiefgang, aber wenn die durchgekommen sind, werden wir es wohl auch noch schaffen. Unser Schiffer will nicht so recht ran aber wir anderen reden ihm zu. Er ist in den Kahn zu der Frau gegangen und bespricht nun die Sache mit ihr. Als er wiederkommt, nickt er nur kurz und knöpft sich die grüne Jacke bis unter den Hals fest zu. Wir anderen stehen schon fertig am Anker, am Ruder und werfen die Taue los. Der Junge schleppt die langen Stangen nach vorn. Wir werden sie brauchen können, wenn wir noch bis zum Heiligen Abend in Stettin festmachen wollen. (mehr …)

Familiengeschichtliche Quellen für die Insel Rügen

Ein Beitrag von Norbert Wewezer

 

Dieser Beitrag soll etwas über familiengeschichtliche Quellen, außerhalb der Kirchenbücher, für die Insel Rügen, aufzeigen. Da kämen also in Frage: Landesaufnahmen, Volkszählungen, Steuerlisten, Einwohnerlisten, Bürgerbücher, Jährliche Abgaben – wie Kornzehnt, Gänsezehnt usw. welche verzeichnet wurden, des weiteren Untertanenlisten, Brand-Akten, Stammrollen, Auswandererlisten, Reisepässe usw. man könnte die Aufzählung noch weiterführen.

Karte: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 240-242., zeno.org, Gemeinfrei

Bleibt die Frage: Was ist noch vorhanden und wo findet man solche Unterlagen? Und welcher Personenkreis kommt in welchen Akten vor?

Bei Landesaufnahmen geht es hauptsächlich um die Ländereien. Es werden dann aber auch deren Besitzer und Pächter bei größeren Liegenschaften auch die Verwalter genannt. Die Bewohner ohne Besitz oder Pacht werden nicht erwähnt. Ebenso verhält es sich mit den Steuerlisten. Es werden nur die Besitzer und Pächter von Ländereien und Immobilien zu Steuern herangezogen. Alle anderen werden nicht erwähnt. Wie z. B. die Bauern und Arbeiter auf den Gutshöfen. In den Listen wo die vielschichtigen Kirchenabgaben verzeichnet sind, werden die Namen der Familienvorstände genannt. Wie auch meistens in den Einwohnerlisten, manchmal wird die Anzahl der Familien-mitglieder genannt. Bei den Volkzählungen werden dann auch die Namen der Ehefrauen und der Kinder genannt. Dann haben wir noch die Brandakten wo dann die Betroffenen genannt werden. Stammrollen verzeichnen die Militärpflichtigen und Auswanderer erklärt sich von selbst. (mehr …)