Paul Krause schrieb im Bublitzer Brief 129, März Ausgabe 1963
„Ich wünsche nun allen lieben Heimatfreunden ein frohes und gesundes Osterfest. Wenn nun am Ostermorgen auch das „Ostergeschirr“ auf dem Kaffeetische steht, damit meine ich die üblichen gelben Tassen und Teller mit den schwarzbunten Hähnchen, Hühnern und Küken drauf, die gerade so in die Frühlingszeit hineinpassen, dazu dann eine Schüssel weichgekochte und frische Hühnereier (keine Enten- oder sonstigen Eier), dann der duftende Kaffee, dann ist es die richtige Osterstimmung am Ostermorgen, so wie es zu Hause in Pommern war. “
Unser Verein schließt sich diesen Wünschen gerne an.
Die KI hat das nett illustriert:
In dem Zusammenhang stolperte ich über den Begriff „Schmackostern“ Schmackhaftes Osterfrühstück oder Ostermahl?
Weit gefehlt.
In dem Aufsatz von Dr. Karl Kaiser in den Monatsblättern der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Dezember 1937) wird der Brauch des Schmackosterns wie folgt beschrieben:
Der Text beschreibt das Schmackostern als einen Heischebrauch, bei dem am frühen Ostermorgen die schlafenden Hausbewohner – insbesondere Frauen und Mädchen – mit einer „Lebensrute“ geschlagen bzw. geweckt werden. Ziel ist es, durch die Berührung mit den frischen Zweigen (meist Weiden, Birken oder Wacholder) die Lebenskraft der erwachenden Natur auf die Menschen zu übertragen und so Gesundheit und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr zu sichern. Als „Lösegeld“ für das Aufhören erhielten die Peiniger meist Ostereier, Speck oder Gebäck.
Der Begriff und Brauch war vor allem im östlichen Pommern (Hinterpommern, in den Kreisen Lauenburg, Stolp und dem östlichen Kreis Schlawe) sowie in den angrenzenden Gebieten Westpreußens verbreitet.
Während im Osten der Begriff Schmackostern (oder Schmagostern) dominierte, war im westlichen Teil Pommerns und in Norddeutschland eher die Bezeichnung Stiepern oder Stiepen geläufig. Kaiser beklagt den Rückgang der Verbreitung dieses Wortes, das bereits 1691 in einem Wörterbuch erwähnt wird.
Der Text nennt zwei wesentliche Erklärungsansätze für den Namen:
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Niederdeutsche Herkunft: Ableitung vom Wort „smack“ (Schlag oder Knall), was sich direkt auf den Akt des Schlagens mit der Rute bezieht. Ähnliche Begriffe gibt es auch im Dänischen und Schwedischen.
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Slawische Herkunft: Eine Entlehnung aus dem Polnischen (bzw. Kaschubischen), abgeleitet von „śmigus“ oder den Verben „śmigać“ / „smagać“ (peitschen, hauen). Diese Theorie wird oft favorisiert, da der Brauch (bekannt als Śmigus-dyngus) in slawischen Gebieten sehr tief verwurzelt ist und das Wort im Deutschen volksetymologisch zu „Schmecke Ostern“ oder „Schmackostern“ umgedeutet wurde.


