„Das liebe Pommerland“ (1864–1870) – Zeitschrift und Herausgeber

Die Zeitschrift erschien unter dem vollständigen Titel Das liebe Pommerland von 1864 bis 1870 in sieben Jahrgängen und gehört zu den frühen volkskundlich-heimatkundlichen Periodika der preußischen Provinz Pommern. Herausgeber war Wilhelm Quistorp, der Initiator des Bugenhagenstiftes in Ducherow. Die digitale Bibliothek Vorpommern hat jetzt alle Bände digitalisiert, darunter auch den vermutlich nur dort vorhandenen 4. Jahrgang. Das liebe Pommernland digital 

Wilhelm Quistorp Quelle quistorp.de

Wilhelm August Bernhard Quistorp (1824–1887) war ein evangelisch-lutherischer Geistlicher und Vorkämpfer der Diakonie. Er war der Bruder des Stettiner Unternehmers Johannes Quistorp. In den Jahren 1858 bis 1882 wirkte er als Pastor in Ducherow. Er begründete und redigierte das Wochenblatt Deutsche Wacht, schrieb für Das liebe Pommerland und den Deutschen Sonntagsfreund, wurde Vorsitzender im Pommerschen Lehrerverband und gründete die Missions- und Waisenstiftungen zu Ducherow, aus denen später das Bugenhagenstift hervorging.

Quistorp hatte während seiner Ausbildung bei Johann Hinrich Wichern, dem Gründer der Diakonie, im Rauhen Haus in Hamburg assistiert – eine Erfahrung, die maßgeblicher Antrieb für sein diakonisches Schaffen wurde. Dieses soziale Engagement spiegelt sich auch im Inhalt der Zeitschrift wider: Neben Gedichten, historischen Aufsätzen und Berichten aus dem pommerschen Volksleben enthielten die Jahrgänge immer wieder Aufrufe zur Unterstützung des Bugenhagenstifts und des pommerschen Lehrerwesens.

Die Zeitschrift gliedert sich durchgängig in vier Rubriken – Gedichte, allgemeine Aufsätze, Geschichtliches und Vermischtes –, und vereint Beiträge auf Hochdeutsch wie auf Plattdeutsch. Als feste Mitarbeiter treten u. a. Theodor Unruh, und der Volkskundler und Schriftsteller Wilhelm Meinhold in Erscheinung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der pommerschen Regionalgeschichte, Volkskunde und Mundart sowie auf der Vereinstätigkeit der Pomerania. Quistorp nutzte seine publizistischen Plattformen, um die Lauheit und den Opportunismus kirchlicher wie staatlicher Obrigkeiten anzuprangern, was nicht nur in Pommern und Preußen, sondern auch in Süddeutschland Aufmerksamkeit erregte. Der Pfarrer Blumhardt in Bad Boll nannte ihn deshalb den „Zionswächter aus Pommern“.

Doch letztendlich reichte das Geld nicht für den Dauerbetrieb seiner Einrichtungen. Quistorp musste sich schließlich vollständig aus dem Bugenhagenstift zurückziehen; auch aus seinem Pfarramt schied er aus. Den Rest seiner Tage verbrachte er zunächst in Breslau, bevor ihn sein ältester Sohn in Schwerinsburg aufnahm. Gestorben ist er 1887 in Greifswald, wo er geboren wurde. Das von ihm gegründete Diakoniewerk besteht bis heute fort als Evangelisches Diakoniewerk Bethanien Ducherow.

 

 

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Beispiele für enthaltene Artikel:

Notizen aus einem Stralsunder Kirchenbuch (Jg. 1, S. 306)

Etwas aus dem alten Nemitzer Kirchenbuche (Jg. 2, S. 275 / Jg. 3, S. 19) Nemitz, Kreis Schlawe

Die Familiennamen von Stolp mit Berücksichtigung der Umgebung (Jg. 4, S. 12, 66)

Kurze Nachricht über das Geschlecht von Kameke. Aus Berghaus Landbuch (Jg. 2, S. 227, 252)

Das Kirchdorf Fritzow (Jg. 1, S. 111)

Aus dem Leben eines evangelischen Volksschullehrers (Jg. 1, S. 19, 142)

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