Der Heimatverband MV und Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. präsentieren jeden Monat ein „Kloster des Monats“ für MV. Das Kloster des Monats Juni ist die Klosterruine Greifswald Eldena.
Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die Klosterlandschaften mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals/erbes des Jahres 2026 gewählt
Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. unterstützt die Kampagne 2026 als Kooperationspartner.
Klosterlandschaften sind besondere Kulturlandschaften, die durch das Wirken von Klöstern und deren Bewohnern auf Grund ihrer autarken Wirtschaft geprägt wurden. Diese Landschaften umfassen sowohl die Klostergebäude selbst als auch die umliegenden Territorien, die von den Klostergemeinschaften über Jahrhunderte hinweg genutzt und gestaltet wurden
Die Klosterrruine Eldena: Symbol der Romantik und lebendiges Kulturerbe

Zisterziensermönche aus dem aufgegebenen Kloster Dargun gründeten 1199 an der Mündung des Rycks das Kloster Hilda. 1204 wurde die Klostergründung von Papst Innozenz III. bestätigt und vom Rügenfürsten Jaromar I. mit umfangreichem Grundbesitz ausgestattet. In einer Bestätigungsurkunde durch den Pommernherzog Wartislaw III. wurde 1248 erstmals das „oppidum Gripheswald“, ein sich etwa fünf Kilometer flussabwärts entwickelnde Marktflecken, urkundlich erwähnt. Zwei Jahre später erhielt Greifswald das Lübische Stadtrecht.
Vom architektonischen Komplex des ehemaligen Klosters haben sich bis heute Teile der Kirche, des östlichen Klausurflügels, eines Wirtschaftshauses sowie ein kurzer Abschnitt der Umfassungsmauer erhalten.
Die ältesten baulichen Überreste im östlichen Bereich der Klosterkirche stammen aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der östliche Klausurflügel wurde gegen 1250/60 errichtet. Er beherbergte die Sakristei, den Kapitelsaal, die sogenannte Abtskapelle und im Obergeschoss das Dormitorium (Schlafsaal der Mönche).
Die achteckigen Pfeiler des Kirchenschiffes und die reich geschmückte Westfassade entstanden zur Blütezeit des Klosters im beginnenden 15. Jahrhundert.
Mit der Reformation 1535 wurde das Kloster aufgehoben und in ein herzogliches Amt umgewandelt. Die Kriegszerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg leiteten den Niedergang des ehemaligen Klosters ein. Der letzte Pommernherzog aus dem Greifengeschlecht, Bogislaw XIV., überließ das Amt 1634 der Greifswalder Universität. Nicht mehr genutzte Bauten wurden abgebrochen, um Baumaterial zu gewinnen. Caspar David Friedrich hielt den Zustand der Ruine zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Zeichnungen und Gemälden fest. Der Erhalt der bestehenden Reste und die Anlage eines Parks in den Jahren 1828 bis 1832 sind maßgeblich dem Eingreifen des späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. zu verdanken. Anstelle der fehlenden Langhauspfeiler des Kirchenschiffs wurden in jener Zeit Eichen gesetzt. Seither steht die Klosterruine unter Denkmalschutz.
1937 ging das akademische Amtsgut Eldena an die Stadt Greifswald über. Sie ist ebenso Station auf dem Caspar-David-Friedrich-Bildweg, der Route der Norddeutschen Romantik und in der Europäischen Route der Backsteingotik.
Zwischen 1995 und 2000 wurden die bisher umfassendsten Sanierungs-, Forschungs- und Ausgrabungsarbeiten an der Anlage realisiert. In diesem Zuge wurde im Ostflügel eine neue Tribüne eingebaut, die für Veranstaltungen genutzt wird, u.a. für die seit 1980 stattfindenden Eldenaer Jazz Evenings: Eldenaer Jazz Evenings

Das Theater Vorpommern zeigt im Sommer ebenfalls im ehemaligen Klausurflügel Stücke für Kinder und Erwachsene.

Im Park rund um die Klosterruine und in der Klosterscheune findet seit 2014 jährlich am dritten Juniwochenende der Greifswalder Klostermarkt statt, der sich großer Beliebtheit erfreut: https://www.greifswald.de/de/urlaub-kultur/veranstaltungen/kulturelle-hoehepunkte/jazz/

Auch im Festjahr zum 250. Geburtstag Caspar David Friedrichs 2024 spielte die Klosterruine als eines der wichtigsten Motive des Malers, eine zentrale Rolle als Veranstaltungsort.


Textquellen: Detlef Witt, Michael Lissok, André Lutze und Felix Schönrock
