Nach dem SPIEGEL und Der Zeit bietet jetzt auch die Süddeutsche Zeitung ein Tool, um die NS-Mitgliedschaftsakten zu durchforsten.
Die Schrifterkennung ist in Ordnung, manchmal sind die Treffer nicht ganz nachzuvollziehen, weil sich der gesuchte Name oder Ort nicht im Text des Fundes findet, aber grundsätzlich kann man gut mit der Suchfunktion arbeiten.
Was dieses Angebot von den bisherigen unterscheidet, ist die Einordnung der Suchergebnisse mittels KI. Die Daten der Gesuchten werden mit Texten und Grafiken analysiert und erläutert, z.B. zum Jahrgang der Person, dem Jahr des Eintritts, der Alters- und Berufsgruppe, der Mitgliedsnummer, Angaben zum Gau, zu Anmerkungen und Stempeln auf der Karte.
Es handelt sich um KI-generierte Standardtexte, das merkt man schnell, wenn man mehrere Suchen zu verschiedenen Personen durchführt. Die Einordnung ist insbesondere für diejenigen relevant, die nur eine einzige oder wenige Personen suchen. Mit der Frage, war Opa jetzt wirklich Nazi, wird man durch diese Zusatzinformationen nicht allein gelassen.
Besonders interessant ist, dass das Tool interaktiv gestaltet ist – die Süddeutsche Zeitung ruft auf, Korrekturen und Geschichten zu den einzelnen Menschen einzureichen.
Die Einführung wird durch eine Artikelserie rund um das Thema begleitet. Anders als beim SPIEGEL und Der Zeit funktioniert die Suche in einer Basisversion für alle, die weitergehenden Informationen zur Einordnung erfordern ein Abonnement.
