Das Kloster des Monats Mai 2026 – vom Heimatverband MV und der Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg – Vorpommern e.V. – ist das ehemalige Dominikanerkloster „St. Katharinen“ in Stralsund. Hierzu der Text der offiziellen Pressemitteilung:
Das ehemalige Dominikanerkloster „St. Katharinen“ in Stralsund: Vom Kloster zum Museumsstandort
Das ehemalige Katharinenkloster in Stralsund gehört zu den bedeutendsten
Kulturdenkmälern der Stadt und spiegelt über Jahrhunderte hinweg die bewegte
Geschichte Stralsunds wider. Seine Wurzeln reichen bis in die frühe Stadtgeschichte
zurück, die mit der Gründung Stralsunds im Jahr 1234 begann. Bereits wenige
Jahrzehnte später, in einer Zeit politischer und wirtschaftlicher Spannungen – unter
anderem dem Angriff der Lübecker Kaufleute im Jahr 1249 – entstand 1251 das
Dominikanerkloster am Katharinenberg. Stifter des Klosters war Fürst Jaromar II. von
Rügen. Sein Sohn Witzlaw II. schenkte dem Orden das Grundstück.

Die Klosteranlage entwickelte sich rasch zu einem geistlichen und architektonischen
Zentrum. Bis 1282 wurde die Fürstenkapelle überbaut und der Chor vollendet, ehe
1287 der Chor geweiht wurde. In den folgenden Jahrzehnten, insbesondere bis 1410,
wurde das Kloster kontinuierlich erweitert und prägte als Ort klösterlichen Lebens
maßgeblich das Stadtbild und das religiöse Leben Stralsunds. Die größte spätgotische
Klosteranlage des südlichen Ostseeraumes ist bis heute eines der wenigen Klöster
Norddeutschlands, deren gotische Bausubstanz fast vollständig erhalten blieb.
Ein tiefgreifender Einschnitt erfolgte 1525 mit der Reformation. Die
Dominikanermönche wurden vertrieben, das Kloster ging in den Besitz der Stadt über
und diente fortan weltlichen Zwecken, zunächst als Lager. Doch auch in dieser neuen
Funktion blieb die Anlage ein zentraler Ort: 1560 zog im westlichen Teil ein Gymnasium
für Jungen ein, im östlichen Teil wurde 1616 ein Waisenhaus eingerichtet. Während
des Dreißigjährigen Krieges erlebte Stralsund 1628 die Belagerung durch Wallenstein,
wenig später begann die Schwedenzeit, die ebenfalls ihre Spuren in der
Stadtgeschichte hinterließ.
Im Jahr 1678 wurde die Klosterkirche von den Schweden als Zeughaus genutzt. Nach
dem Übergang Stralsunds an Preußen im Jahr 1815 erfolgten erneut bauliche
Veränderungen: 1868 gestaltete der Architekt Ernst von Haselberg die Gebäude für
schulische Zwecke um. Nachdem 1919 das Waisenhaus das Kloster verließ, wurde
die Anlage bis 1924 umfassend restauriert. Mit dem Einzug des Provinzialmuseums
1924 begann eine neue kulturelle Nutzung. Der Zweite Weltkrieg hinterließ 1939
vergleichsweise geringe Schäden.

1949 wurde das damalige Kulturhistorische Museum wiedereröffnet. Im Jahr 1951
gründete Prof. Otto Dibbelt in Räumen des Katharinenklosters das Natur-Museum, aus
dem sich später das heutige Deutsche Meeresmuseum entwickelte. Mit der
Neuausrichtung zum Meereskundlichen Museum im Jahr 1956 begann eine
Erfolgsgeschichte, die Stralsund dauerhaft als bedeutenden Standort der
Meeresforschung und -vermittlung etablierte. Weitere Meilensteine waren die
Sanierung der Katharinenkirche 1972 und der Einbau einer freitragenden Konstruktion
in der Hallenkirche, die Eröffnung derselben 1974 sowie die Überführung in die Stiftung
Deutsches Meeresmuseum im Jahr 1994, die die nationale und internationale
Bedeutung des Hauses unterstrich.
Im Jahr 2026 blickt das Deutsche Meeresmuseum auf 75 Jahre Museumsentwicklung
zurück. Dass der Standort am Katharinenkloster Raum für diese kontinuierliche
Entwicklung bot, war ein Glücksfall für das Museum. Die umfassende Modernisierung
des MEERESMUSEUMS ab 2020 und die Wiedereröffnung ab 2024 zeigen, wie
erfolgreich historische Bausubstanz mit zeitgemäßer Museumsarchitektur und
moderner Wissensvermittlung verbunden werden kann.
Das Katharinenkloster ist heute nicht nur Standort des Deutschen Meeresmuseums,
sondern zugleich Stammhaus und größter Standort des STRALSUND MUSEUM. Das
bereits 1858 gegründete Museum ist das älteste Museum des Landes Mecklenburg-
Vorpommern. Mit Abschluss der derzeitigen Sanierung entsteht auf 1.700
Quadratmetern die neue Dauerausstellung, die ab Herbst 2026 unter dem Leitthema
„Handel, Austausch, Vielfalt“ eröffnen soll.
Heute steht das Katharinenkloster nicht nur für über 750 Jahre Stadt- und
Baugeschichte, sondern auch als lebendiger Standort zweier bedeutender Museen für
Bildung, Forschung, kulturelle Vermittlung und den Schutz der Meere. Es verbindet
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf einzigartige Weise und bleibt ein zentraler
kultureller Anziehungspunkt in Stralsund.
(Text: Deutsches Meeresmuseum/STRALSUND MUSEUM) Alle Bilder: Meeresmuseum Stralsund




