Vor ca. drei Jahren sprach mich unser Mitglied und Forscherfreund Christian Müller-Henze an, ob ich mal etwas davon gehört hatte, dass es im Jahre 1855 ein Unglück in Zachow Kreis Regenwalde gegeben hatte. Natürlich musste ich das verneinen, ich wusste es nicht, ja sogar unser absoluter Regenwalde-Experte Siegfried Hannemann hatte davon noch nie gehört …
Christian Müller-Henze fand durch die Bearbeitung eines online-Ortsfamilienbuches in den Kirchenbuchduplikaten zehn Ertrunkene Personen, davon neun Kinder, alle ertrunken am 27. Mai 1855.
Seltsam, ja, das war wirklich seltsam, also begaben wir uns auf die Suche. In Büchern, in Unterlagen, im Internet, aber: Es war schlicht vergebens, nirgends konnten wir irgendetwas finden, es schien ein Mysterium zu bleiben.
Dann aber, erst kürzlich wurden wir fündig, (mehr …)
Unser Vorfahr, Hermann Friedrich Richard Rhodgeß wird am 1.6.1855 in Pölitz, Kreis Randow als Sohn des Stellmachers Friedrich Wilhelm Rothges und seiner Frau Wilhelmine, geb. Stühmke geboren.
Heiratseintrag Rhodgeß – Stühmke, evgl. Kirchenbuch Pölitz, Kreis Randow
Im evangelischen Kirchenbuch von Pölitz finde ich den Heiratseintrag der Eltern vom 28. April 1835. Daraus entziffere ich, dass der Stellmachergeselle 31 Jahre alt und einziger Sohn des verstorbenen Feldwebels Gottlieb Rhodgeß zu Stolpe sei. (mehr …)
Die Angst, als Scheintote(r) lebendig begraben zu werden, gehört vermutlich zu den Urängsten der Menschen. Durch die Jahrhunderte hinweg wird von Toten berichtet, die bei Graböffnungen in bizarren Haltungen, mit aufgerissenen Augen und blutigen Fingern in zerkratzten Särgen aufgefunden wurden.
So wurden bereits in der Antike die römischen Leichenwäscher angewiesen, vermeintlich Verstorbene wiederholt mit warmem Wasser zu reinigen und diese dazu auch mehrfach laut mit dem Namen anzusprechen. Erfolgten darauf keine Lebenzeichen, wurden erst dann die weiteren Vorbereitungen zur Bestattung vorgenommen.
In den folgenden Epochen versuchte man dieser Angst, lebend im Grab aufzuwachen und dort dann zu ersticken, dann in auch mit unterschiedlichsten, zum Teil skurrilen Methoden entgegenzuwirken – neben langen Aufbahrungszeiten oder einem Stich ins Herz sowie der Öffnung der Pulsadern – wurden zudem auch spezielle technische Vorrichtungen entwickelt. Dazu gehörten unter anderem mit Gas gefüllte Särge oder offene Särge, die mit Erde zugeschüttet wurden, wobei beide Möglichkeiten zu einem schnellen Erstickungstod führen sollten. (mehr …)
Massensuizide gab es in den letzten Kriegstagen in ganz Deutschland, vor allem im Osten. Der bekannteste Massensuizid fand in Demmin statt. In der DDR war das Thema jahrzehntelang ein Tabu, die genauen Opferzahlen sind bis heute nicht bekannt. [1]
Rathaus Güstow, Foto: Schiwago, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
In der Anlage 2, kurz „Registrierte Selbsttötungen 1945 im Bereich des Standesamtes Güstrow“, werden hunderte Namen mit der festgestellten Art der Selbsttötung aufgeführt, z. B. Selbstmord durch Vergiftung, Ertrinken, Erhängen, Erschießen, Pulsaderschnitt. Ein grausames Kapitel deutscher Geschichte.
Unter den Namen befinden sich auch zahlreiche Pommern! In der Regel sind die Vor- und Zunamen enthalten, woher die Person ursprünglich stammte, wann und wie ums Leben gekommen und außerdem die Nummer der Sterbeurkunde. Gibt es Fußnoten (am Ende der Datei befindet sich eine umfangreiche Annotation!) werden noch mehr Daten, teilweise auch Geburtsdaten genannt.
Da ist zum Beispiel die Familie Heiden aus dem Kreis Greifenhagen: Eheleute Hans (im Sterberegister des Standesamtes als „angeblicher Polizeibeamter“ ausgewiesen) und Emma mit ihren Kindern Margret, Anneliese und Annegret (geboren am 29. November 1944), sowie dem Pflegekind Christa (geboren am 27. Dezember 1938), die alle am 4. Mai 1945 den „Freitod durch Erhängen“ fanden.
Diese Liste ist ein weiteres nachahmenswertes Beispiel, wie offen Gemeinden mit einem unangenehmen Kapitel der Vergangenheit umgehen können.
Diese Liste dürfte für einige Pommernforscher Lücken schließen, die nach dem Verbleib ihrer Angehörigen nach der Flucht aus Pommern suchen!
In der Wussower Forst nordwestlich von Stettin liegen die sogenannten Siebenbachmühlen, ein seit alter Zeit beliebter Ausflugsort der Stettiner. Ihren Namen hat die Ortschaft von den sieben Wassermühlen erhalten, die dort früher vom Wasser der klingenden Bäk getrieben wurden; jetzt ist der Mühlenbetrieb eingegangen. Die einzelnen Mühlen haben jede ihren besonderen Namen; doch rechnen manche zu den eigentlichen Siebenbachmühlen auch noch die eine oder andere der ehedem weiter unterhalb an der Klingenden Bäk gelegenen Mühlen hinzu, und infolgedessen sind die Namen der einzelnen sieben Mühlen nicht ganz feststehend. Bei Temme heißen Sie: Malzmühle, Kückenmühle, Kuckucksmühle, Sursacksmühle, Motgebermühle, Klappermühle und Obermühle; bei Berghaus heißen sie Klappmühle, Bergmühle, Muthgebermühle, Poplinen oder Popillon, jetzt gewöhnlich Papillonsmühle (im Jahre 155? Popplionmühle) Sauersacksmühle, Kuckucksmühle und Steinfurther Mühle. Von diesen Mühlen geht die folgende Sage um:
Die Lage der Mühlen, Ausschnitt aus der schwedischen Matrikelkarte von 1693
Ein Leser auf Facebook wies uns auf einen Artikel in der Ostseezeitung über eine Elefantenskulptur in Grevesmühlen hin, die damals (Der Elefant in Grevesmühlen wurde 2007 aufgestellt.) anlässlich einer geplanten Städtepartnerschaft mit Treptow an der Rega – Trzebiatów – errichtet wurde. Die OZ schreibt: „Wobei die Frage, was eine Kommune in Polen mit einem Elefanten zu tun hat, schon damals niemand so recht beantworten konnte.“
Lieber Redakteur, mit etwas Recherche hätte man das ganz schnell klären können . (mehr …)
Die seit Jahrhunderten bekannte Familie Quistorp hatte zweifelsohne einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Städte und Unternehmen Pommerns an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Besonders verdienstvoll war die Figur des Johannes Quistorp für Stettin im heutigen Vorpommern. Ihm ist es zu verdanken, dass Investitionen und Gebäude entstanden sind. Daraus schöpfen wir bis heute. Der anerkannte Philanthrop und Unternehmer stiftete ausgedehnte Grünflächen, aus denen der spätere Quistorp-Park, heute bekannt als Park Kasprowicz, entstand.
Auf dem von Quistorp zur Verfügung gestellten Grundstück an der Deutschen Straße/Wielkopolska 15 wurde ein Gebäude des Gymnasiums gebaut. Die Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Szczecin hat hier ihren Sitz. (mehr …)
Unter dem Titel Relationen des Tribunals hat das Landesarchiv Greifswald in der Digitalen Bibliothek MV eine Reihe von Digitalisaten zur Verfügung gestellt, die „Fleisch an die Knochen“ einiger Vorfahren bringen dürfte.
In den nachgelassenen Akten des Obertribunals Wismar[1] wurden Urteilsbegründungen der Assessoren an Tribunalen (Gerichtsverhandlungen) verschiedener Jahre veröffentlicht, (mehr …)
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