Inhalt: Personendaten von Reichsbahn-Angestellten aus den Amtsblättern der ehem. Ostdeutschen Reichsbahn-Direktionen (hauptsächlich 1926–1945).
Pommern-Bezug: Deckt die RBD Stettin ab; wichtig für Hinterpommern und die Vernetzung mit den Nachbarprovinzen.
Technik: Basiert auf TNG (sehr gute Such- und Filterfunktionen).
Zugang: Öffentlich mit Gast-Login möglich.
Wer in den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Vorfahren sucht, stößt oft auf eine besondere Berufsgruppe: die Eisenbahner. Der Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. (VFFOW) hat nun mit der Website tng-eisenbahn.vffow.org ein mächtiges Werkzeug für die Forschung nach dieser Berufsgruppe online gestellt. Die Datenbank ist als Mitmach-Projekt angelegt und soll fortlaufend ausgebaut werden.
Versuchs-Hochdrucklokomotive H17 206 der Deutschen Reichsbahn ca 1925
Was bietet die Datenbank?
Die Plattform nutzt die beliebte Software „The Next Generation of Genealogy Sitebuilding“ (TNG) und dient als zentrales Verzeichnis für Eisenbahnbedienstete der Reichsbahn in den vormals deutschen Ostgebieten. Sie enthält Lebensdaten, Dienstorte und oft auch Informationen zum beruflichen Werdegang – eine Goldgrube, da Eisenbahner oft mobil waren und ihre Spuren über mehrere Orte verteilten. Die Daten werden ergänzt durch Streckenkarten, Abkürzungsverzeichnis und Listen von geänderten Ortsnamen und für uns Familienforscher besonders wertvoll: Listen von geänderten Familiennamen, meistens Eindeutschungen (z.B. von Czech zu Böhme oder von Mrutschowski zu Schulz).
Besonderer Fokus: Der Blick nach Pommern
Obwohl der VFFOW primär Ost- und Westpreußen im Namen trägt, ist die Datenbank auch für Pommern-Forscher von großem Wert. Der Grund: Das Schienennetz und die Verwaltungsstrukturen der Deutschen Reichsbahn machten an Provinzgrenzen nicht halt.
Reichsbahndirektion (RBD) Stettin: Ein Großteil der Daten betrifft die Bediensteten der RBD Stettin mit über 45.000 Datensätzen, die das gesamte heutige Vor- und Hinterpommern umfasste. Wer Vorfahren in Stettin, Stargard oder Stolp hat, findet hier oft detaillierte Treffer.
Grenzregionen & Mobilität: Da Eisenbahner häufig versetzt wurden, finden sich in dieser Datenbank viele Personen, die zwar in Pommern arbeiteten, aber aus Ostpreußen stammten (oder umgekehrt). Sie schließt somit die Lücke für Familien, die „auf Schienen“ durch den Osten wanderten.
Ergänzung zu anderen genealogischen Datenbanken: Während die klassischen Datenbanken oft auf Kirchenbüchern und Standesamtregistern basieren, liefert das Eisenbahner-Portal berufsbezogene Daten, die oft auch dann noch existieren, wenn die lokalen Standesamtsregister im Krieg verloren gingen.
Wie man die Datenbank nutzt
Der Zugang ist erfreulich offen gestaltet. Um stöbern zu können, ist eine anonyme Anmeldung erforderlich:
Benutzer:Gast
Passwort:VFFOW
Fazit: Für jeden, dessen pommersche Vorfahren „bei der Bahn“ waren, ist ein Besuch auf dieser Seite Pflicht. Es ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Vereine durch spezialisierte Datenbanken die Lücken in der klassischen genealogischen Überlieferung schließen.
Übersichtskarte des Reichsbahndirektionsbezirks Stettin. Zustand 1928, Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:%C3%9Cbersichtskarte_des_Reichsbahdirektionsbezirks_Stettin._Zustand_1928.djvu
Ein „Demminscher“ und ein „Stolpscher“ im Kriege 1870/71.
Ein „Pommer aus dem Demminschen“, wie der Chronist so schön sagt, nahm als Kavallerist am deutsch-französischen Kriege von 1870/71 teil und war Ordonnanzreiter beim Prinzen Friedrich Karl.
Oberbefehlshaber Prinz Friedrich Karl von Preußen aus: Krieg und Sieg 1870-71, Herausgeber Julius von Pflugk-Harttung
Es lohnt sich immer wieder einzelne Fotos aus (groß-) elterlichen Fotoalben in hoher Auflösung zu scannen.
Die Qualität der damals verwendeten Plattenkameras bei professionellen Gruppenaufnahmen mit den großformatigen Negativen
wird erst beim Digitalisieren der Positive und Vergrößern richtig sichtbar.
Die beiden Scans mit 1600dpi muss man sich auf einem großen Bildschirm ansehen.
Diese ausdrucksvollen Kindergesichter! Einfach Klasse!
Meine Mutter, Dorothea Holz (*11.2.1925) wurde 1931 eingeschult.
Sie hatte von der elterlichen Wohnung in der Heinrichstraße 8 bis zur Bugenhagen-Mädchenschule, Bugenhagenstr. 13 ungefähr 800 Meter Schulweg.
Das erste Bild zeigt die Einschulung 1931, Klasse 1b. Dorothea sitzt in der vorderen Reihe ganz rechts.
Das zweite Bild wurde 1935 von Klasse 5b aufgenommen. Dorothea ist die zweite rechts vom Lehrer.
Namen von Mitschülerinnen oder Lehrern hat meine Mutter leider nicht hinterlassen, aber vielleicht erkennt ja hier jemand seine Mutter, Tante oder Oma wieder.
Ich habe bei Sedina.pl eine Postkarte der Bugenhagenstraße von 1901 gefunden und mit den Einträgen im Stettiner Adressbuch von 1933 verglichen.
Auf der rechten Seite, also der Nordseite der Bugenhagenstraße gehören alle Grundstücke der Stadt Stettin. Es beginnt vorne mit Hausnummer 9, dem Eckhaus zur Kronenhofstraße. Das war die Schule für die Jungen. Im nächsten Haus, Nummer 11 wohnte die „Lehrer-Chefetage“ (F. Schwarz, Rektor – H. Ehlert, Schulhausverwalter – R. Gnoth, Rektor – C. Kobilke, verw Seminaroberlehrer – Dr. J. Schwarz, Studienassessorin – Wittstock, Ob. Schulhausmeister i.R.).
Dann folgt mit Hausnummer 13 die Bugenhagen-Mädchenschule.
Die beiden unbebauten und baumbestandenen Grundstücke Nr. 10 und Nr. 12 gehören zum Schulgarten. Das Foto von 1931 ist auf dem Bürgersteig vor der Mädchenschule aufgenommen worden. 1935 hat sich die Klasse dann vermutlich im Schulgarten aufgebaut.
Klaus Granzow beschreib in „Sie wußten die Feste zu feiern“ Pommersche Fastnachtsbräuche.
Von Erbsbär, Schnabbuk und Aschenmutter
Pommersche Fastl-Abend-Bräuche
Wir kommen herein ohn‘ allen Spott, ein‘ schön‘ Fastelabend, den geb euch Gott, einen schön‘ guten Abend, eine fröhliche Zeit, die uns der Rummelpott hat bereit‘t!
Mit diesem alten „Rummelpott“-Lied wurde in Pommern die Fastelabend-Zeit eingeleitet. Im Rheinland und in Süddeutschland wird man bei dem Wort Fastelabend mehr an Karneval und Fasching denken. Doch der Fastelabend in Pommern hat eine ganz andere Bedeutung. Denn mit „Fasten“ haben diese Feiern nichts tun, im Gegenteil: in dieser Zeit wird tüchtig gegessen und getrunken.
Otto Priebe: Pommerscher Schimmelreiter (um 1938)
Der Ausdruck stammt vielmehr von dem Wortstamm „fasen“ oder „fasteln“, wie wir heute auch noch von „faseln“ sprechen, wenn jemand wirre Reden führt. Während das Wort heute eine negative Bedeutung angenommen hat, wurde in früherer Zeit derjenige junge Mann, der am besten faseln konnte, d. h. eine lustige Geschichte anschaulich zum Besten zu geben wusste, zum „Faselhans“ gekrönt. Er durfte sich zur Belohnung seine „Faselliese“ selbst auswählen, die dann meistens seine Frau wurde. (mehr …)
Im April 2024 hatte ich bereits einen Blogbeitrag „Keine Angst vor einem Besuch in polnischen Archiven – Ein kleiner Reisebericht und Hilfestellung“ geschrieben, mit dem ich Anfängern der Familienforschung ein wenig die Angst und Vorurteile nehmen wollte. Aber erst recht braucht man keine Angst zu haben, einmal ein deutsches Archiv zu besuchen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Verfügbarkeit genealogischer Daten könnte man meinen, dass die physischen Archive an Bedeutung verlieren. Doch gerade der persönliche Besuch in einem Archiv bietet einmalige Chancen, die digitale Recherche zu ergänzen und wertvolle Sekundärquellen zu entdecken. In diesem Beitrag möchte ich einige grundlegende Informationen und Ermutigungen mit auf den Weg geben, um Vorurteile und Hemmungen abzubauen.
Ich befasse mich seit über 20 Jahren mit der Orts- und Familienforschung in Hinterpommern, hauptsächlich mit dem ehemaligen Landkreis Kolberg-Körlin (Groß Jestin, Klein Pobloth und Garrin), mit der Stadt Kolberg sowie der Stadt und dem Landkreis Lauenburg i. Pom.. Im Zuge dieser Forschungsarbeiten habe ich bereits in verschiedenen polnischen Staatsarchiven sowie in mehreren deutschen Stadt- und Landesarchiven gearbeitet. Ein Besuch im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin ist aus meiner Sicht eine ausgesprochen lohnenswerte Ergänzung.
Schon lange hatte ich unseren Mitgliedern Ute und Dirk Rhodgeß versprochen, mal im Haus Stettin in Lübeck vorbei zu schauen.
Man darf nicht nur reden, sondern muss es dann auch endlich mal machen. Also begrüßte mich unsere Ute dort am Mittwoch, dem 03.12.2025 ganz
herzlichst mit Kaffee und Keksen.
Ich hatte zwar durch die Homepage eine kleine Vorstellung, aber DAS, nein DAS hatte ich nicht erwartet.
Nicht nur, dass das Haus Stettin malerisch am Kanal gelegen ist, man hatte wirklich das Gefühl, in Stettin zu sein und
es war einfach großartig. Ich hätte dort Tage verbringen können und es ist eine Mischung aus Museum, Galerie und einer
Art genealogisches Forschungszentrum für Stettin. Aber nicht nur Stettin, auch die eingemeindeten Orte und der Kreis
Randow sind dort zu entdecken. In vielen vielen Jahrzehnten wurde liebevoll alles gesammelt, was irgendwie mit Stettin zu tun hat und ich behaupte, hier ist
für jeden etwas dabei.
Man findet im Erdgesschoss eine Art Ausstellung mit alten Stettiner Gemälden, Geschirr und Besteck, Modellen der alten Stadt.
Sogar eine alte Rathsherrenecke mit verziertem Tisch und Stühlen, die gerettet worden waren.
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