Besuch im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Im April 2024 hatte ich bereits einen Blogbeitrag „Keine Angst vor einem Besuch in polnischen Archiven – Ein kleiner Reisebericht und Hilfestellung“ geschrieben, mit dem ich Anfängern der Familienforschung ein wenig die Angst und Vorurteile nehmen wollte. Aber erst recht braucht man keine Angst zu haben, einmal ein deutsches Archiv zu besuchen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Verfügbarkeit genealogischer Daten könnte man meinen, dass die physischen Archive an Bedeutung verlieren. Doch gerade der persönliche Besuch in einem Archiv bietet einmalige Chancen, die digitale Recherche zu ergänzen und wertvolle Sekundärquellen zu entdecken. In diesem Beitrag möchte ich einige grundlegende Informationen und Ermutigungen mit auf den Weg geben, um Vorurteile und Hemmungen abzubauen.

Ich befasse mich seit über 20 Jahren mit der Orts- und Familienforschung in Hinterpommern, hauptsächlich mit dem ehemaligen Landkreis Kolberg-Körlin (Groß Jestin, Klein Pobloth und Garrin), mit der Stadt Kolberg sowie der Stadt und dem Landkreis Lauenburg i. Pom.. Im Zuge dieser Forschungsarbeiten habe ich bereits in verschiedenen polnischen Staatsarchiven sowie in mehreren deutschen Stadt- und Landesarchiven gearbeitet. Ein Besuch im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin ist aus meiner Sicht eine ausgesprochen lohnenswerte Ergänzung.

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Badesaison morte

Vorsichtig . „Du, ich habe heute Nacht geträumt, daß mein Mann ertrunken ist!“ „dann wird es allmählich Zeit, daß ich mich zurückziehe!“ Aus: Simplicissimus, Specialnummer „Im Bad“ 5.8.1907, 12. Jahrgang No. 19. Zeichner: Ernst Heilemann

Badesaison morte

Die Saison ist nun zu Ende
Und die schöne Zeit vorbei!
Von Misdroy bis nach Ostende
spürst du nichts von Tyrannei

Mehr der Wirthe, die sonst grausam
preßten aus jedweden Gast,
Kur­familien, die sich trausam
fürchteten vor ihnen fast.

Aus ist’s mit dem Badezauber,
Nord- und Ostsee packet ein!
Harte Beefsteaks, harte Betten
können mir gestohlen sein.

Euere Wellen, das ist wichtig,
hab’n das Rückgrat mir gestählt,
An App’tit – und das ist richtig –
hat es auch mir nicht gefehlt.

Doch die Table d’hôte-Beschwerden
sie sind nimmer zu kurir’n;
Ja, es ist um toll zu werden
und zum Magen ruinir’n!

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Bäderrennen in Pommern

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erwachte in Deutschland und somit auch in der Provinz Pommern eine neue Begeisterung für den Motorsport. Die Menschen sehnten sich nach Zerstreuung und sportlichem Wettkampf und das Motorrad entwickelte sich schnell zu einem beliebten Sportgerät. Da es zu dieser Zeit noch kaum spezielle Rennstrecken gab, wurden die Wettkämpfe oft auf Landstraßen ausgetragen.

Zwischen 1923 und 1931 waren Swinemünde, Misdroy und Kolberg Schauplatz berühmter Bäderrennen mit Motorrädern.
Sie wurden veranstaltet in:
– Swinemünde von 1923 bis 1925 (19,6 km Rundkurs)
– Kolberg von 1926 bis 1929 (27,63 km Rundkurs 1926, 27,67 km 1928 und 25,75 km 1929)
– Misdroy 1931 ( 19,667 km Ostseering-Rundkurs)

Zeichnung von Albert Jansen in „Der Mittag“ 4.7.1927

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Der Opa ging als letzter – zum Tod von Wichart von Roëll

Am 16. April 2024 ist Wichart von Roëll gestorben. Heute wäre er 87 Jahre alt geworden. Bunt, anarchisch und frivol belebte „Klimbim“ den Fernsehalltag der siebziger Jahre. Damals gerade mal Mitte 30 spielte Wichart von Roëll den militaristischen Opa, der alle anderen Mitglieder der Klimbim-Familie überleben sollte.

Wichart von Roëll wurde am 20. April 1937 in Schwochow im Landkreis Pyritz in Hinterpommern als jüngstes von vier Kindern geboren. Seine Mutter starb nur sechs Tage nach seiner Geburt. Die Familie gehörte dem ursprünglich aus Westfalen stammenden Adelsgeschlecht Roëll an – e mit Trema. Sie lebten aber bereits seit Jahrzehnten in Pommern. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wuchs Wichart von Roëll bei seiner Großmutter in Kolberg auf.

Die männlichen Vorfahren von Wichart waren Berufssoldaten, über Generationen hatten sie in pommerschen Regimentern gedient. Dass ausgerechnet er als überdrehter Veteran, mit Monokel und im ordendekorierten Bademantel, berühmt wurde, hat ihm der Vater erst spät verziehen. „Mein Vater war Berufsoffizier im 2. Weltkrieg. Er fand, dass der Beruf des Soldaten durch die Rolle verunglimpft wurde“, sagte Wichart von Roëll 2019 in einem Interview. Dabei war es gerade der Vater, der dem späteren Schauspieler das nötige Rüstzeug vermittelte. Er nahm den Junior nach dem Krieg öfter zu Kameradschaftsabenden mit, „da wurde dann wirklich so gesprochen. Ich habe nur nachgemacht, was ich selber erlebt habe“, berichtete Wichart von Roëll 2014

1945 musste die Familie Kolberg verlassen. Ein Fluchtschicksal wie viele, „nach der Flucht hatten wir nichts“, erinnerte sich Wichart von Roëll 2011. Er ging in München zur Schule, beschloss, Seemann zu werden und bereiste sechs Jahre lang die Weltmeere. Dann zog es ihn zum Film, erst als Beleuchter, nach einer Schauspielausbildung auch vor die Kamera. Und dann kam Klimbim. Trotz vieler Rollen danach wird Wichart von Roëll wohl immer als der motzende Opa in Erinnerung bleiben, über den wir uns alle so sehr amüsiert haben.

Reise durch Pommern (4) – Hotels im See-, Sol- und Moorbad Kolberg

Kolberg, See- Sol- Moorbad, im Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern, liegt an der Mündung der Persante in die Ostsee, etwa 54 Grad nördlicher Breite und 16 Grad östlicher Länge und hat 26300 Einwohner. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von etwa 2 1/2 km im Durchmesser. 

Kolberg hat in den Sommermonaten ein kühles, durch häufige Seewinde angenehm erfrischendes Klima. In den Sommermonaten, zu den Tageszeiten, die die Kurgäste vorwiegend zum Aufenthalte am Strande benutzen, wehen Seewinde, die nachts den Landwinden Raum geben. Eine Folge davon ist die so wohltuend wirkende kühle Tagestemperatur gerade in der heißesten Jahreszeit. (mehr …)

Adventskalenderbeiträge 17. – 23. Dezember

Adventskalenderbeiträge 17. – 23. Dezember und 24. Dezember und ein Weihnachtsgruß