Die Königin Luise und die Pommern

Königin Luise von Preußen (1776–1810)

Zum 250. Geburtstag einer Ikone

Königin Luise von Preußen, Ölgemälde von Josef Mathias Grassi aus dem Jahr 1802, heute im Schloss Charlottenburg

Herkunft und Jugend Geboren am 10. März 1776 als Luise Auguste Wilhelmine Amalie zu Mecklenburg-Strelitz in Hannover, wuchs sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter relativ ungezwungen bei ihrer Großmutter in Darmstadt auf. Diese natürliche, herzliche Art sollte später ihr Markenzeichen werden.

Die „Preußische Idylle“ 1793 heiratete sie den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen. Das Paar führte eine für damalige Verhältnisse ungewöhnlich glückliche und bürgerlich anmutende Ehe. Als sie 1797 Königin wurde, brachte sie frischen Wind in das steife Berliner Hofprotokoll und wurde durch ihre Schönheit und Mode (wie das berühmte Halsband) zum ersten „Popstar“ Preußens.

Die Schicksalsjahre und Napoleon Nach der verheerenden Niederlage Preußens gegen Napoleon (1806) wurde Luise zur politischen Schlüsselfigur. Auf der Flucht (die auch durch  Pommern führte) zeigte sie enorme Charakterstärke. Legendär ist ihr Treffen mit Napoleon in Tilsit 1807, bei dem sie – wenn auch erfolglos – versuchte, mildere Friedensbedingungen für ihr Land zu erwirken. Napoleon selbst nannte sie später bewundernd „die einzige Frau unter den Männern Preußens“.

Früher Tod und Mythos Luise starb bereits im Alter von nur 34 Jahren am 19. Juli 1810 nach einer Lungenentzündung. Ihr früher Tod und ihr Einsatz für das Volk machten sie zur nationalen Kultfigur. Sie wurde zum Symbol des Widerstands gegen die französische Fremdherrschaft und zur idealisierten „Landesmutter“.

Bedeutung heute Heute wird Luise weniger als Nationalmythos, sondern eher als moderne, empathische Frau betrachtet, die in einer Zeit des Umbruchs zwischen absolutistischem Hofleben und den beginnenden Reformen ihren eigenen Weg suchte.

Im August 1910 erschien anlässlich des 100sten Todestages in den Heimatglocken für die Synode Wollin folgender Artikel über sie. Als Autor zeichnet ein K. ,vermutlich der Schriftleiter Pastor Kniess, Zebbin. [ Pastor Johannes KNIEß (* 1876, † 1936)]

Die Königin Luise und die Pommern

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Königin Luise von Preussen

Königin Luise von Preussen

Am 19. Juli  jährt sich der Todestag der auch in Pommern sehr beliebten Königin Luise von Preussen, die am 19.7.1810 verstarb. Aus Stargard ist folgende Episode überliefert: „Am 25.5.1798 kam die Königin nach Stargard und wurde an der für sie bereit gehaltenen Wohnung von 19 kleinen Mädchen empfangen, die ihren Weg mit Blumen bestreuten. Die Königin unterhielt sich mit ihnen und eins erzählte ihr naiv, sie seien eigentlich zwanzig Mädchen gewesen, aber die eine sei wieder nach Hause geschickt worden, weil sie so hässlich ausgesehen habe. Der Königin Herz war von der Zurücksetzung, welche das arme Kind erfahren hatte, unangenehm berührt, ließ es sogleich herholen und unterhielt sich mit iihr am meisten und am freundlichsten – wollte selbst den Kummer heben, den man dem Kind bereitet hatte. “
Quelle: Luise, Königin von Preussen: eine Biographie, Ernst Balde, Cassel 1853, https://books.google.de/books?id=2tg2AAAAYAAJ

Das Bild aus: Die Königin Luise : in 50 Bildern für Jung und Alt / von C. Röchling, R. Knötel und W. Friedrich https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00000175