§1. Fläche
Um Bücher, Papiere, Laptops, Scanner, Notizbücher, Ablageordner, Büromaterialien, Schokolade, Lupen und anderes in Reichweite zu haben, braucht man viel Ablagefläche. Logische Konsequenz: die Fläche ist immer zu klein.
§2. Öffnungszeiten
Genealogen machen ihre größten Entdeckungen immer kurz vor Schließung einer Bibliothek oder eines Archives oder kurz nach der Möglichkeit, noch eine letzte Magazin-bestellung aufzugeben. Dieses Gesetz trifft umso zwingender zu, wenn man eine lange Anreise zu dieser Bibliothek oder diesem Archiv hatte und es der letzte Arbeitstag dort ist. Versuchen sie nicht, diese Gesetzmäßigkeit durch einen früheren Arbeitsbeginn auszutricksen, das Gesetz erkennt das und lässt sie dann gar nichts finden.
Das Porträt des hier etwas resigniert und abwartend blickenden Komponisten Carl Loewe (1796-1869) zeigt ihn als den noch jungen Kirchenmusiker und Gymnasiallehrer, der erst vor einem knappen Jahrzehnt seine Lebensstellung in Stettin angetreten hatte. Seine erste Frau, mit der er Erinnerungen an glückliche Jugendtage in Halle hatte teilen können, war im Kindbett verstorben. Inzwischen war er wieder verheiratet und Vater einer Tochter geworden, die aber bewusst den Rufnamen seiner ersten großen Liebe erhielt. Quelle: http://www.museum-digital.de Stiftung Händel-Haus Halle
Carl Löwe, der bekannte Musiker und Komponist, war kein Pommer. Er wurde als Johann Carl Gottfried L. am 30. November 1796 als jüngstes von zwölf Kindern in Löbejun bei Halle geboren. Sein Vater war der Kantor Andreas L., Mutter nach seinen eigenen Angaben die Seilerstochter Marie Leopold. (In der Allgemeinen deutschen Biographie finden sich in der neuen und der alten Version widersprüchliche Angaben über seine familiäre Abstammung.) Er starb am 20.4.1869 in Kiel, wo er seinen Lebensabend bei der ältesten Tochter verbracht hatte.
Was verbindet ihn mit Pommern? Als 24jähriger bekam er eine Anstellung als Kantor an der Jakobikirche und Lehrer in Stettin und blieb dort als Städtischer Musikdirektor ab 1821 tätig bis ins Jahr 1866. Auf Konzertreisen durch viele Städte Deutschlands und der Nachbarländer glänzte er als Sänger und Pianist und trug seine Balladen vor. Er wurde der „Schubert des Nordens“ genannt. Leider war das Ende seiner beruflichen Tätigkeit seinem Ruhm nicht angemessen, er erhielt im Februar 1866 ein Schreiben der Stadt Stettin mit der Aufforderung seinen Abschied einzureichen. Vorausgegangen war eine längere Erkrankung nach einem schweren Schlaganfall. Löwe bat darum, ihm einen Vertreter zu gewähren und ihn seine geliebte Orgel in der Jakobikirche, die er liebevoll „Cecilie“ getauft hatte, weiter spielen zu lassen, aber der Magistrat lehnte dies ab. Tief gekränkt zog er mit der Familie nach Kiel, wo er 3 Jahre später verstarb. Eine Orgel hat er nie wieder gespielt. (mehr …)
Familienforschertreffen in der Oberlausitz und Forschen im Staatsarchiv Breslau
Schloss Krobnitz (Quelle Frank Vincentz, wikimedia)
Für die Leser, die sich schon längere Zeit der Familien- und Ortsforschung widmen, ist es natürlich eine Binsenweisheit. Wer dieser Beschäftigung oder Tätigkeit nachgeht, kommt auch hier immer wieder an Hindernisse, die nicht so leicht überbrückbar erscheinen.
Als ich nunmehr vor 13 Jahren begann die verschlungenen Pfade der familiären Ausbreitung in Pommern zu erforschen, ahnte ich nicht, wie komplex und vielschichtig die Thematik ist. Es ist eben das Leben, das Leben unserer Vorfahren auch mit ihren Sorgen und Nöten ihrer Zeit. Vieles können wir uns nur schwer vorstellen und manches wird immer ein Rätsel bleiben. So auch die wohl oft gestellte Frage: warum sind meine Vorfahren von da nach dort gezogen? Hier in meiner jetzigen Oberlausitzer Heimat geht es den Familienforschern nicht anders. Als Henry Kuritz aus Freital 2010 einen Stammtisch für diesbezügliche Interessenten in Dresden ins Leben rief, war mir nach seiner erfolgreichen Durchführung klar, dass es auch hier in der Niederschlesischen Oberlausitz so etwas geben sollte. In dem Leiter des Niederschlesischen Museumsverbundes, Herrn Dr. Steffen Menze, fand ich einen aufmerksamen Partner. Seine Arbeit organisierte er von dem ehemaligen Herrensitz eines früheren preußischen Kriegsministers aus. Dieses aufwendig restaurierte Schloss Krobnitz bot dafür einen idealen Platz. Hier finden neben den Ortschronistentreffen der Region auch seit dem vorigen Jahr ein Stammtisch für die Familienforscher statt. Da treffen sich alte Hasen und Newcomer und tauschen vor allem Erfahrungen aus. Erfahrungen, die vor allem der Erschließung neuer Informationsquellen dienen. Und bald fand ich mich zusammen mit zwei weiteren Hobbyforschern in der Rolle des Moderators wieder. So konnte ich aus meinen Erfahrungen und Erkenntnissen durch den Greif profitieren und gab diese gerne weiter. Die schlesischen Familienforscher haben dabei keine anderen Zielstellungen und oft verlaufen sich auch hier die Spuren in anderen ehemaligen deutschen Landen. Warum zog es ganze Familien von Schlesien nach Pommern ? Warum siedelten Pommern in Schlesien ? Und natürlich auch hier immer die Frage nach dem woher und wohin ! Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind. Aber vielleicht findet man die Antworten dafür auch in den Archiven von Breslau, Grünberg oder Liegnitz. Dies sind natürlich längst nicht alle Orte, in denen deutsches Kulturgut archiviert ist. (mehr …)
Sedan Tag Berlin ca. 1910 Library of Congress Prints and Photographs Division Washington
Berlin hatte für Pommern ja spätestens seit der Jahrhundertwende mit der Industrialisierung eine besondere Anziehungskraft. Im Jahre 1900 lebten in Berlin 118779 Pommern oder anders: 6 % der Berliner gaben als Herkunft Pommern an.
Daher ist für den pommerschen Familienforscher oft auch Berlin interessant. Nach dem reformierten Personenstandsgesetz werden seit 2009 Personenstandsunterlagen, die ihre Altersgrenze erreicht haben, (Geburtenregister nach 110 Jahren, Heiratsregister nach 80 Jahren, Sterberegister nach 30 Jahren) von den Standesämtern an Archive abgegeben, so auch in Berlin. Hier landen solche Bücher beim Landesarchiv Berlin. Das bietet neben einer wirklich informativen Seite zur Familienforschung in Berlin auch eine aktuelle Liste der dort vorhandenen Personenstandsbücher der Berliner Standesämter als pdf-dokument an. In diesen Büchern kann man also forschen, ohne wie bei den Standesämtern die direkte Abstammung nachweisen zu müssen.
In diesem Landesarchiv werden nach Verstreichen der Fristen auch die Bücher aus dem Standesamt I, dem Standesamt für die ehemaligen Ostgebiete aufbewahrt werden, leider findet sich hierzu nur der Satz: „Auch die Register des Standesamts I werden in den nächsten Jahren in das Landesarchiv Berlin überführt. “ Mehr zum Standesamt I
Was ist ein Podcast? Am ehesten kann man einen Podcast mit einer Radiosendung vergleichen, die man auf Kassette aufgenommen hat und so beliebig z.b. im Auto abspielen kann. Das Zeitalter der Kassetten ist aber vorbei, heute speichert man so etwas als MP3 und hört sich das dann über MP3-Player, das Handy oder eben doch wieder übers Autoradio an. Viele Rundfunksender beispielsweise stellen inzwischen interessante Beiträge so zur Verfügung und wenn man Aktualisierungen abonnieren kann: dann hat man exakt einen Podcast. (mehr …)
Das Bistum Würzburg, das ungefähr den gleichen Verwaltungsbereich wie der Regierungsbezirk Unterfranken umfasst, hat seit seiner Gründung im Jahr 741/42 eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Das Wissen darum stammt aus schriftlichen Überlieferungen, die ihren Platz seit 2004 im Diözesanarchiv der Diözese Würzburg gefunden haben. Dort werden sie nicht nur fachgerecht aufbewahrt, sondern dienen auch der wissenschaftlichen und privaten Forschung. Länge: 6:14 Kamera/Schnitt: Heiko Säle Redaktion: Bernadette Schrama Quelle: Archivalia
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V. (DAGV) ist der Dachverband der genalogischen und heraldischen Vereine in Deutschland, dem auch der Pommersche Greif angehört. Eines der wirklich wertvollen Projekte ist z.b. die familienkundliche Literaturdatenbank , in der laufend genealogische Zeitschriften und Sammelwerke ausgewertet und erfasst werden, auch das Sedina-archiv. Eine Liste der erfassten Zeitschriften finden Sie hier.
Neu ist die Herausgabe der DAGV-News, die in unregelmäßiger Folge vorhaben „über unsere Aktivitäten und der unserer Mitgliedsvereinigungen zu berichten. Darüber hinaus wollen wir durch Diskussionen und inhaltliche Beiträge die genealogische Agenda in Deutschland gestalten.“
In der ersten jetzt als pdf oder word-dokument veröffentlichten Ausgabe stellen sich die Mitglieder des Vorstandes vor, berichten über die Mitgliederversammlung und im Rahmen einer Zeitungsschau werden Veröffentlichungen der Mitgliedsvereine besprochen. Sie können die Ausgabe auf den Seiten der DAGV herunterladen.
Titelblatt eines von Hans Scheele redigierten Geschlechterbuches
In seinem Artikel „Kurzer Abriss der pommerschen Genealogie“ (pdf, 110 kb) berichtet unser Vorsitzender Elmar Bruhn über den Nachlass des Genealogen und Oberbaurats Dipl. Ing. Hans Scheele. Friedrich Heinrich (Johannes) Hans Scheele wurde in Züllsdorf, Kreis Torgau am 23. Januar 1878 geboren und verstarb am 15.6.1949 in Kassel. Er heiratete in Dresden am 17.6.1908 Friederike Anni Leifs. Nach dem Besuch der Dorfschule mit gleichzeitigem Unterricht beim Vater [Pastor Johannes Scheele (1848 bis 1931)] absolvierte er das humanistische Gymnasium zu Quedlinburg a.H. Es folgte nach der praktischen Lehrzeit ein 4jähriges Studium an den technischen Hochschulen zu Braunschweig und Berlin (Maschinenbau und Elektrotechnik) – Diplomexamen 1903. H. Scheele war anschließend bei Siemens & Halske (Berlin) im Konstruktionsbüro und dann in der Projekten-Abteilung für Schwachstromanlagen tätig.
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