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Wieder ein Schwung Urmesstischblätter

Erfreulicherweise schient sich die Digitalisierung der Urmesstischblätter an der Staatsbibliothek Berlin fortzusetzen 🙂

Wir hatten über diesen schönen Kartentyp schon mehrfach berichtet:

Urmesstischblätter aus den Kreisen Lauenburg und Stolp

und

https://www.pommerscher-greif.de/weitere-urmesstischblaetter/

Hier ein Übersichtskarte über die Blattschnitte:

https://www.susudata.de/messtisch/Overview.html

Jetzt sind die Karten, die mit der Nummer 16xx beginnen (siehe auf dem Blattschnitt) , online gestellt worden.

Aus Pommern: Groß Rakitt, Schwarz Damerkow, Budow, Groß Dübsow, Rathsdamnitz, Kulsow, Schlawe, Karwitz, Altenhagen, Beelkow, Middelhagen, Vilmitz, Putbus, Samtens, Stralsund, Niepars, Barth, Lüdershagen und Wustrow.

 

Am schnellsten findet man sie unter Eingabe des Ortsnamens in den Suchschlitz auf

Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Stralsund 1835

https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/suche?queryString=PPN1936237946%20&results_on_page=20&current_page=1&sort_on=mets-created&sort_direction=desc

oder bei der Sortierung nach dem Indexierungsdatum.

 

 

Soltau 2026: Wanderungen aus und nach Pommern

„Wanderungen aus und nach Pommern im Laufe der Jahrhunderte“ war das Thema unseres diesjährigen Seminars und der Mitgliederversammlung vom 13.-15.3. 2026 im Park Hotel Soltau.

 

Die Tagung begann am Freitag Nachmittag mit der Verortung der Forschungsgebiete auf der Pommernkarte. Dies ist mittlerweile schon Tradition und sorgt für die Vernetzung unserer Mitglieder und Gäste.

Verortung der Forschungsgebiete auf der Pommernkarte

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Hochzeitsbräuche in der Pfarrei Fritzow um 1750

Der folgende Text ist eine Zusammenfassung des Artikels „Hochzeitsbräuche in der Pfarrei Fritzow um 1750“ von Pastor Strecker, Fritzow. Der Originalartikel, Abschrift als Download erschien im kirchlichen Monatsblatt der Synode Cammin 4-7/1910. Alle Illustrationen stammen von ChatGPT nach den Angaben im Text.

Einleitung und historischer Kontext

Diese Beschreibung der Hochzeitsbräuche in der pommerschen Pfarrei Fritzow um 1750 stammt aus den „Monatsblättern für Pommersche Geschichte und Altertumskunde“ von 1906 und zeigt detailliert, wie Eheschließungen vor 270 Jahren abliefen. Die Schilderung macht deutlich, dass Hochzeiten damals stark ritualisierte, mehrtägige Gemeinschaftsereignisse waren, die nach festen Regeln und Traditionen abliefen.

Die Hochzeitsbitter

Partnerwahl und Ehevorbereitung

Arrangierte Ehen

Die Partnerwahl erfolgte hauptsächlich durch die Eltern oder nächsten Verwandten, nicht aufgrund persönlicher Neigung. Wirtschaftliche Überlegungen standen im Vordergrund – gesucht wurden „gute Wirtschafter“ mit ansehnlicher Mitgift (Betten, Leinwand, Pferde, Kühe, mehrere hundert Taler). Trotz fehlender Liebeswahl waren Zank und Unverträglichkeit in den Ehen selten.

Doppelhochzeiten und strategische Verbindungen

Besonders beliebt waren Doppelhochzeiten, bei denen beispielsweise zwei Söhne einer Familie zwei Töchter einer anderen Familie heirateten. Der älteste Sohn übernahm den väterlichen Hof, der andere ging zu den Schwiegereltern. Verwitwete Personen arrangierten oft Ehen unter der Bedingung, dass ihre Kinder später ebenfalls heiraten und die Höfe übernehmen würden.

Die Hochzeitsbitter und das Hochzeitslied

Rolle der Hochzeitsbitter

Zwei berittene Knechte, geschmückt mit bunten Bändern und Blumensträußen, ritten in jedes Haus und trugen auf der Diele oder in der Stube ihre Einladungssprüche vor. Diese waren teils gereimt und handelten von der religiösen Bedeutung der Ehe.

Das ausführliche Hochzeitslied

Das 25-strophige Hochzeitslied begann mit höflichen Bitten um Aufmerksamkeit und entwickelte sich zu einer theologischen Betrachtung über Adam und Eva als erstes Ehepaar. Es enthielt detaillierte Einladungen zur Hochzeitsfeier, Bitten um praktische Unterstützung (Wagen, Pferde, Gästebeherbergung) und endete mit der Bitte um einen Schluck Bier oder Branntwein für den Boten.

Hochzeitskleidung und Schmuck (mehr …)

Neuer Schatz für Ahnenforscher: Die Eisenbahner-Datenbank des VFFOW

Inhalt und Details der Datenbank

  • Inhalt: Personendaten von Reichsbahn-Angestellten aus den Amtsblättern der ehem. Ostdeutschen Reichsbahn-Direktionen (hauptsächlich 1926–1945).

  • Pommern-Bezug: Deckt die RBD Stettin ab; wichtig für Hinterpommern und die Vernetzung mit den Nachbarprovinzen.

  • Technik: Basiert auf TNG (sehr gute Such- und Filterfunktionen).

  • Zugang: Öffentlich mit Gast-Login möglich.

Wer in den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Vorfahren sucht, stößt oft auf eine besondere Berufsgruppe: die Eisenbahner. Der Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. (VFFOW) hat nun mit der Website tng-eisenbahn.vffow.org ein mächtiges Werkzeug für die Forschung nach dieser Berufsgruppe online gestellt. Die Datenbank ist als Mitmach-Projekt angelegt und soll fortlaufend ausgebaut werden.

Versuchs-Hochdrucklokomotive H17 206 der Deutschen Reichsbahn ca 1925

Was bietet die Datenbank?

Die Plattform nutzt die beliebte Software „The Next Generation of Genealogy Sitebuilding“ (TNG) und dient als zentrales Verzeichnis für Eisenbahnbedienstete der Reichsbahn in den vormals deutschen Ostgebieten. Sie enthält Lebensdaten, Dienstorte und oft auch Informationen zum beruflichen Werdegang – eine Goldgrube, da Eisenbahner oft mobil waren und ihre Spuren über mehrere Orte verteilten. Die Daten werden ergänzt durch Streckenkarten, Abkürzungsverzeichnis und Listen von geänderten Ortsnamen und für uns Familienforscher besonders wertvoll: Listen von geänderten Familiennamen, meistens Eindeutschungen (z.B. von Czech zu Böhme oder von Mrutschowski zu Schulz).

Besonderer Fokus: Der Blick nach Pommern

Obwohl der VFFOW primär Ost- und Westpreußen im Namen trägt, ist die Datenbank auch für Pommern-Forscher von großem Wert. Der Grund: Das Schienennetz und die Verwaltungsstrukturen der Deutschen Reichsbahn machten an Provinzgrenzen nicht halt.

  • Reichsbahndirektion (RBD) Stettin: Ein Großteil der Daten betrifft die Bediensteten der RBD Stettin mit über 45.000 Datensätzen, die das gesamte heutige Vor- und Hinterpommern umfasste. Wer Vorfahren in Stettin, Stargard oder Stolp hat, findet hier oft detaillierte Treffer.

  • Grenzregionen & Mobilität: Da Eisenbahner häufig versetzt wurden, finden sich in dieser Datenbank viele Personen, die zwar in Pommern arbeiteten, aber aus Ostpreußen stammten (oder umgekehrt). Sie schließt somit die Lücke für Familien, die „auf Schienen“ durch den Osten wanderten.

  • Ergänzung zu anderen genealogischen Datenbanken: Während die klassischen Datenbanken oft auf Kirchenbüchern und Standesamtregistern basieren, liefert das Eisenbahner-Portal berufsbezogene Daten, die oft auch dann noch existieren, wenn die lokalen Standesamtsregister im Krieg verloren gingen.

Wie man die Datenbank nutzt

Der Zugang ist erfreulich offen gestaltet. Um stöbern zu können, ist eine anonyme Anmeldung erforderlich:

  • Benutzer: Gast

  • Passwort: VFFOW

Fazit: Für jeden, dessen pommersche Vorfahren „bei der Bahn“ waren, ist ein Besuch auf dieser Seite Pflicht. Es ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Vereine durch spezialisierte Datenbanken die Lücken in der klassischen genealogischen Überlieferung schließen.

Übersichtskarte des Reichsbahndirektionsbezirks Stettin. Zustand 1928, Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:%C3%9Cbersichtskarte_des_Reichsbahdirektionsbezirks_Stettin._Zustand_1928.djvu

 

Plattdeutsch als Lebensretter

Ein „Demminscher“ und ein „Stolpscher“ im Kriege 1870/71.

Ein „Pommer aus dem Demminschen“, wie der Chronist so schön sagt, nahm als Kavallerist am deutsch-französischen Kriege von 1870/71 teil und war Ordonnanzreiter beim Prinzen Friedrich Karl.

Oberbefehlshaber Prinz Friedrich Karl von Preußen aus: Krieg und Sieg 1870-71, Herausgeber Julius von Pflugk-Harttung

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Klassenfotos aus der Bugenhagen-Mädchenschule Stettin 30er Jahre

Es lohnt sich immer wieder einzelne Fotos aus (groß-) elterlichen Fotoalben in hoher Auflösung zu scannen.
Die Qualität der damals verwendeten Plattenkameras bei professionellen Gruppenaufnahmen mit den großformatigen Negativen
wird erst beim Digitalisieren der Positive und Vergrößern richtig sichtbar.

Die beiden Scans mit 1600dpi muss man sich auf einem großen Bildschirm ansehen.
Diese ausdrucksvollen Kindergesichter! Einfach Klasse!

Meine Mutter, Dorothea Holz (*11.2.1925) wurde 1931 eingeschult.
Sie hatte von der elterlichen Wohnung in der Heinrichstraße 8 bis zur Bugenhagen-Mädchenschule, Bugenhagenstr. 13 ungefähr 800 Meter Schulweg.


Das erste Bild zeigt die Einschulung 1931, Klasse 1b. Dorothea sitzt in der vorderen Reihe ganz rechts.


Das zweite Bild wurde 1935 von Klasse 5b aufgenommen. Dorothea ist die zweite rechts vom Lehrer.

Namen von Mitschülerinnen oder Lehrern hat meine Mutter leider nicht hinterlassen, aber vielleicht erkennt ja hier jemand seine Mutter, Tante oder Oma wieder.

Ich habe bei Sedina.pl eine Postkarte der Bugenhagenstraße von 1901 gefunden und mit den Einträgen im Stettiner Adressbuch von 1933 verglichen.
Auf der rechten Seite, also der Nordseite der Bugenhagenstraße gehören alle Grundstücke der Stadt Stettin. Es beginnt vorne mit Hausnummer 9, dem Eckhaus zur Kronenhofstraße. Das war die Schule für die Jungen. Im nächsten Haus, Nummer 11 wohnte die „Lehrer-Chefetage“ (F. Schwarz, Rektor – H. Ehlert, Schulhausverwalter – R. Gnoth, Rektor – C. Kobilke, verw Seminaroberlehrer – Dr. J. Schwarz, Studienassessorin – Wittstock, Ob. Schulhausmeister i.R.).
Dann folgt mit Hausnummer 13 die Bugenhagen-Mädchenschule.

 

Die beiden unbebauten und baumbestandenen Grundstücke Nr. 10 und Nr. 12 gehören zum Schulgarten. Das Foto von 1931 ist auf dem Bürgersteig vor der Mädchenschule aufgenommen worden. 1935 hat sich die Klasse dann vermutlich im Schulgarten aufgebaut.

Ivar Nackunstz

Von Erbsbär, Schnabbuk und Aschenmutter

Klaus Granzow beschreib in „Sie wußten die Feste zu feiern“  Pommersche Fastnachtsbräuche.

Von Erbsbär, Schnabbuk und Aschenmutter

Pommersche Fastl-Abend-Bräuche

Wir kommen herein ohn‘ allen Spott, ein‘ schön‘ Fastelabend, den geb euch Gott, einen schön‘ guten Abend, eine fröhliche Zeit, die uns der Rummelpott hat bereit‘t!

Mit diesem alten „Rummelpott“-Lied wurde in Pommern die Fastelabend-Zeit eingeleitet. Im Rheinland und in Süddeutschland wird man bei dem Wort Fastelabend mehr an Karneval und Fasching denken. Doch der Fastelabend in Pommern hat eine ganz andere Bedeutung. Denn mit „Fasten“ haben diese Feiern nichts tun, im Gegenteil: in dieser Zeit wird tüchtig gegessen und getrunken.

Otto Priebe: Pommerscher Schimmelreiter (um 1938)

Der Ausdruck stammt vielmehr von dem Wortstamm „fasen“ oder „fasteln“, wie wir heute auch noch von „faseln“ sprechen, wenn jemand wirre Reden führt. Während das Wort heute eine negative Bedeutung angenommen hat, wurde in früherer Zeit derjenige junge Mann, der am besten faseln konnte, d. h. eine lustige Geschichte anschaulich zum Besten zu geben wusste, zum „Faselhans“ gekrönt. Er durfte sich zur Belohnung seine „Faselliese“ selbst auswählen, die dann meistens seine Frau wurde. (mehr …)

Neue Digitalisate Januar 2026

Quelle für die Angaben: Facebookgruppe Genbaza und Facebookseite Szukaj w Archiwach 

 

Neue Digitalisate bei https://metryki.genbaza.pl

Ev. Kirchenbuch  Schmolsin Kreis Stolp Smołdzino

1655-1800 Geburten, Heiraten, Tote

1882-1925 Geburten

https://metryki.genbaza.pl/genbaza,list,244094,1

Titelseite des Kirchenbuches Schmolsin 1723-1800

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