Heute veröffentlichten wir auf unserer Facebook-Seite den Hinweis auf eine weitere Veröffentlichung mit pommerschem Bezug in der online-Bibliothek der LDS-Kirche in ihrer digitalen Bibliothek. Diese immer mehr wachsende Sammlung hatten wir damals (2011) , noch in der Beta-Version, hier im Blog ja bereits empfohlen.
Friedrich Christoph Dahlmann (1785-1860), Stahlstich des 19. Jahrhunderts, pd, via commons.wikimedia.org
Die Eröffnung der Bibliothek und des Archivs des Pommerschen Greif in Züssow wurde mit einem Vortrag von Klaus Dieter Kreplin zur Geschichte der pommerschen Familienforschung eröffnet. Bereits vorher gab es einen separaten Termin für Pressevertreter, sie berichteten für die lokalen Zeitungen (Bericht der Ostseezeitung) via dpa für die überregionalen Zeitungen (Meldung im Focus) und auch der NDR würdigte dieses Ereignis mit einem kurzen Bericht (Nordmagazin, ab Minute 21 ca.)
Das Pommersche LandlebenDr. Dirk Schleinert
Den Eröffnungsvortrag für das Seminar hielt am Freitagabend Dr. Dirk Schleinert über „Das Landleben in Pommern“. In einer mitreißenden Darstellung mit dem Fokus auf Vorpommern schlug er den Bogen von den Zeiten der Gutsbesitzer und die Aufsiedelung in Pommern über Bodenreform und LPGs nach dem Motto „Junkerland in Bauernhand“ zu DDR-Zeiten bis hin zum gegenwärtigen Zustand.
Der Freitag endete am Samstag mit vielen Einzel-und Gruppengesprächen im gemütlichen Hotel.
Im Bestand „Polizeipräsidium Stettin“ im Staatsarchiv Stettin befinden sich Kennkarten und andere Unterlagen auch im Zusammenhang mit der Vertreibung der pommerschen Juden, die sich jetzt zum 75ten Mal jährte.
Mehrer polnische Medien berichteten über diesen Bestand und Erec Israel und wyborcza.pl veröffentlichten auch Fotos davon.
Kennkarte von Günter Klein
Wir haben die ca. 30 Dokumente aus beiden Seiten erfasst und mit dem Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) und der Datenbank der Opfer des Holocaust auf http://www.yadvashem.org/ abgeglichen. Nicht alle Schicksale liessen sich klären, falls sie Ergänzungen haben oder Lesefehler feststellen, teilen Sie uns diese bitte mit: (mehr …)
Die Synagoge in Stettin (photo from sedina.px.pl) [Public domain], via Wikimedia CommonsAm 13. Februar 1940 wurden 1107 sogenannte reichsdeutsche Juden aus 20 Orten in Pommern von SA- und SS-Einheiten zusammengetrieben und in die militärisch besetzten polnischen Gebiete, das sogenannte Generalgouvernement, deportiert. (mehr …)
Man hat den Eindruck, Familienforschung boomt. Immer mehr Artikel und Fernsehsendungen zu diesem Thema erscheinen und natürlich ist dies auch kommerziellen Anbietern nicht entgangen und sie versuchen, sich an diesem Interesse zu beteiligen.
Wie sieht es aber konkret für Pommern aus? Leider gibt es Licht und Schatten.
Die unangenehmen Nachrichten zuerst:
Landeskirchliches Archiv in Greifswald – geschlossen wegen Schimmelbefall seit dem Spätsommer 2014
Das Archiv der Landeskirche in Greifswald ist wegen Schimmelbefall geschlossen und ausgelagert, es sind keine Besuche mehr möglich , Anfragen werden aushilfsweise vom Pommerschen Kirchenkreisarchiv übernommen. Wie es weitergeht, steht in den Sternen und eine Beteiligung bei Archion (s.u.) ist wohl leider auch nicht angedacht.
Eine Gruppe von jungen Historikern hatte zum 75jährigen Gedenken an die Reichspogromnacht das Twitterprojekt @9Nov38 gestartet, das um 75 Jahre versetzt die Ereignisse rund um dieses schreckliche Geschehen nochmal in Erinnerung rief. Einer der Kommentatoren damals meinte: “ Habe schon mehr als einmal schlucken müssen. Geschichte ist plötzlich so nah, so real, so unfassbar brutal. Eine grossartige Idee, twitter auf diese Weise zu nutzen. Stolpersteine in der timeline. Es wirkt.“ Neben anderen Auszeichnungen erhielt das Team einen ersten Preis beim „Nachwuchspreis dpa news talent 2014“
Im November haben wir hier vom Einpacken der Greif-Bibliothek und des Vereinsarchivs in Travemünde berichtet. Die über 400 Umzugskartons und Möbelstücke wurden mit einem Umzugsunternehmen nach Züssow gebracht und gestern habe viele fleissige Mitglieder damit begonnen, Regale aufzubauen und Kartons auszupacken. Das Ziel ist es, die Bibliothek und das Archiv spätestens bis zur Greif-Tagung am 20. -22. Februar 2015 benutzungsbereit zu haben, denn am Freitag um 16 Uhr ist die offizielle Eröffnung geplant. Wir danken Britta und Hagen Kertscher, Hilde Stockmann, Familie Beckmann, Peter Plath, Henry Kuritz, Joachim Bärenklau und Norbert Wewezer für ihren Einsatz!
Lageplan Züssow, rot umrandet das Brüderhaus, Sitz der neuen Greif-Bibliothek und des Archivs, grün das Tagungshotel
Ab dem 1. Januar 2015 gilt ein neues Personenstandsgesetz in Polen. Für die Familienforschung wichtig: In den Standesämtern sollen Heirats-und Sterbeurkunden nur noch 80 Jahre aufbewahrt werden und danach an die Staatsarchive abgegeben werden. Geburtsurkunden werden wie bisher üblich, weiter 100 Jahre in den Standesämtern gelagert. Es gibt eine Übergangsfrist.
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