Polizei beschlagnahmte wertvolle Taufschale

Kriminalbeamte in Stettin beschlagnahmten dieser Tage eine wohl aus dem 17. Jahrhundert stammende Taufschale, die auf einem Internetportal zum Verkauf angeboten wurde. Das Taufbecken stammt vermutlich aus dem Einbruch, der vor 27 Jahren in einer Kirche in der Nähe von Köslin stattfand.
Die Kriminalpolizei erhielt die Mitteilung des Denkmalamts in Stettin, dass im Internet eine Taufschale angeboten wird, die wahrscheinlich aus einem Einbruch in die Kirche in Zanow im Jahr 1983 stammte. Der Anbieter der Auktion gab eine sehr genaue Beschreibung des Denkmals und forderte einen Mindestpreis in Höhe von 25.000 Zloty (entspricht etwa 6.000 Euro).
Die Polizei organisierte ein Treffen, zu dem der Verkäufer die Schale mitbrachte. Der Mann wurde verhaftet. Beim Verhör gab der 43-jährige Stettiner an, dass er das corpus delicti während einer Radtour mit seinem Vater gefunden habe.
Im mittleren Teil der Taufschale befindet sich eine Darstellung der Verkündigung, um die sich eine Inschrift aus gotischen Großbuchstaben rankt. Gegenwärtig klären Kunsthistoriker, ob der Kunstgegenstand aus dem Diebstahl in Zanow vor 27 Jahre stammt. Religiöse Objekte sind in Polen auf der Grundlage des kanonischen Rechts vom Handel ausgeschlossen. Der Fall wird von der Staatsanwaltschaft in Stettin weiter verfolgt.
mitgeteilt von Dieter Wallschläger

übernommen von der homepage des Heimatmuseums in Cammin – www.mhzk.eu

Quempas

Fritz Adler berichtet in seinem 1930 erschienenen Buch „Deutsche Volkskunst Pommern“: „…sei noch ein vergessener Christbrauch erwähnt, von dem noch die Weihnachtspyramiden in Naugard übriggeblieben sind und der auch aus der Kirche zu Plathe verbürgt ist. Zum Gottesdienst am Weihnachtsmorgen standen im Altarraum und auf den Emporen eine Anzahl einfach gedrechselter Pyramiden mit mehreren Reifen übereinander, die mit Tannengrün umwunden und mit brennnenden Lichtern besteckt waren. Nach dem Eingangslied der Gemeinde sang der Schülerchor das lateinische Lied „Quem pastores laudavere“ nach dem diese Feier den Namen „Quempas“ erhielt. Manchmal waren die Pyramiden so eingerichtet, daß sie gedreht werden konnten. (mehr …)

Bi Advent rüm

Haus im Schnee, Heimatkalender Schlawe 1931

Meest is dat Oawend in diese Tid.
Ganz tij ward dat Schummre un Düste.
Un Voare und Murre im Oaweck
Betelle von Unkel und Süste.

Die Wind hült scharp un lur um dät Hus
Dat klackt un kloppt in e Mure
Die Kinne böre däe Kopp in d’Höft
Un luse mit ganz grote Uhre

Doae bute geht doch dei Wihnachtsmann
Dat Christkind mit gulne Flüchte?
Fix sticke sei werre die Näs in d‘ Bauk
Un lire die hillig Geschichte.

Luise Treptow
in: Ostpommersche Heimat 1932, Heft 33

Luise Treptow hat mehrfach Gedichte in der Ostpommerschen Heimat veröffentlicht, leider kann ich nichts Weiteres zu ihr finden. Weiß jemand mehr?

November – Totengedenken

Grabkreuz auf dem Friedhof in Zitzmin Kreis Schlawe

Der November ist mit Allerheiligen, Allerseelen, dem Volkstrauertag, Totensonntag und dem Buß- und Bettag der Monat des Totengedenkens. Familienforscher können inzwischen in einigen Datenbanken nach Sterbedaten, Totenzetteln oder Grabsteinen suchen.
Beispiele:
Grabsteine
Totenzettel
Denkmalprojekt
Findagrave

Besonders interessant erscheint mir ein Projekt des Vereins für Computergenealogie zu den Verlustlisten des 1. Weltkrieges.  Es heisst dort: „Es handelt sich um einen außergewöhnlich großen, aber in sich abgeschlossenen Datenbestand, der durch Indexierung erschlossen werden soll. Bei ca. 31.000 Seiten mit jeweils 200 bis 300 Informationen zu Einzelpersonen, ergibt sich eine Gesamtmenge von 6 bis 9 Mio. Datensätzen.“
Diese Verlustlisten liegen inzwischen fast komplett digitalisiert vor z.B. bei der Großpolnischen digitalen Bibliothek, es ist aber ob der Masse an Daten für den Einzelnen nicht möglich, nach einem unbekannten Datum oder Namen zu suchen.
In einem Mitmachprojekt des Vereins für Computergenealogie sollen diese Listen komplett indiziert werden. Lesen sie mehr dazu.

Ein Hobby verlässt die Kukident-Ecke

Auch das Journal „Der Spiegel“ kommt um das Thema Ahnenforschung nicht mehr herum, es gibt sogar ein Themen-Dossier Ahnenforschung bei Spiegel online mit einer Sammlung aller bisher erschienenen Artikel, die z.T. recht unterhaltsam sind,  z.B. mit dem obigen Titel.
Der neueste Artikel vom 4.11. berichtet über eine Untersuchung kanadischer Forscher: Siedler, die als erste ein Gebiet in der kanadischen Provinz Quebec kolonisierten, bekamen mehr Kinder als diejenigen, die sich später ansiedelten.
Ahnenforschung: Erstbesiedler waren fruchtbarer als Nachzügler
Die Auswertung der Hochzeits- und Geburtsregister zeigte, dass die Pioniere rund ein Jahr früher heirateten als Paare, die im bereits besiedelten Kernbereich eines Gebietes lebten. Sie bekamen rund 15 Prozent mehr Kinder, die wiederum häufiger heirateten als die der «Kernsiedler», berichten die Wissenschaftler.