Klassenfotos aus der Bugenhagen-Mädchenschule Stettin 30er Jahre

Es lohnt sich immer wieder einzelne Fotos aus (groß-) elterlichen Fotoalben in hoher Auflösung zu scannen.
Die Qualität der damals verwendeten Plattenkameras bei professionellen Gruppenaufnahmen mit den großformatigen Negativen
wird erst beim Digitalisieren der Positive und Vergrößern richtig sichtbar.

Die beiden Scans mit 1600dpi muss man sich auf einem großen Bildschirm ansehen.
Diese ausdrucksvollen Kindergesichter! Einfach Klasse!

Meine Mutter, Dorothea Holz (*11.2.1925) wurde 1931 eingeschult.
Sie hatte von der elterlichen Wohnung in der Heinrichstraße 8 bis zur Bugenhagen-Mädchenschule, Bugenhagenstr. 13 ungefähr 800 Meter Schulweg.


Das erste Bild zeigt die Einschulung 1931, Klasse 1b. Dorothea sitzt in der vorderen Reihe ganz rechts.


Das zweite Bild wurde 1935 von Klasse 5b aufgenommen. Dorothea ist die zweite rechts vom Lehrer.

Namen von Mitschülerinnen oder Lehrern hat meine Mutter leider nicht hinterlassen, aber vielleicht erkennt ja hier jemand seine Mutter, Tante oder Oma wieder.

Ich habe bei Sedina.pl eine Postkarte der Bugenhagenstraße von 1901 gefunden und mit den Einträgen im Stettiner Adressbuch von 1933 verglichen.
Auf der rechten Seite, also der Nordseite der Bugenhagenstraße gehören alle Grundstücke der Stadt Stettin. Es beginnt vorne mit Hausnummer 9, dem Eckhaus zur Kronenhofstraße. Das war die Schule für die Jungen. Im nächsten Haus, Nummer 11 wohnte die „Lehrer-Chefetage“ (F. Schwarz, Rektor – H. Ehlert, Schulhausverwalter – R. Gnoth, Rektor – C. Kobilke, verw Seminaroberlehrer – Dr. J. Schwarz, Studienassessorin – Wittstock, Ob. Schulhausmeister i.R.).
Dann folgt mit Hausnummer 13 die Bugenhagen-Mädchenschule.

 

Die beiden unbebauten und baumbestandenen Grundstücke Nr. 10 und Nr. 12 gehören zum Schulgarten. Das Foto von 1931 ist auf dem Bürgersteig vor der Mädchenschule aufgenommen worden. 1935 hat sich die Klasse dann vermutlich im Schulgarten aufgebaut.

Ivar Nackunstz

Weitere Urmesstischblätter

In Ergänzung zu unserem Beitrag https://www.pommerscher-greif.de/urmesstischblaetter-aus-den-kreisen-lauenburg-und-stolp/ ist ein weitere Schwung  an Urmesstischblättern digitalisiert worden:

Altenkirchen und Wieck auf Rügen, Neustrand, Wobesde, Schmolsin, Glowitz, Degendorf, Tauenzin und Saulin aus den Kreisen Stolp und Lauenburg.

Starten Sie ihre Suche  auf https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/suche?queryString=PPN1936237946%20

 

Ausschnitt aus Urmesstischblatt Wieck , 1836

 

Haus Stettin in Lübeck

Schon lange hatte ich unseren Mitgliedern Ute und Dirk Rhodgeß versprochen, mal im Haus Stettin in Lübeck vorbei zu schauen.
Man darf nicht nur reden, sondern muss es dann auch endlich mal machen. Also begrüßte mich unsere Ute dort am Mittwoch, dem 03.12.2025 ganz
herzlichst mit Kaffee und Keksen.

Ich hatte zwar durch die Homepage eine kleine Vorstellung, aber DAS, nein DAS hatte ich nicht erwartet.
Nicht nur, dass das Haus Stettin malerisch am Kanal gelegen ist, man hatte wirklich das Gefühl, in Stettin zu sein und
es war einfach großartig. Ich hätte dort Tage verbringen können und es ist eine Mischung aus Museum, Galerie und einer
Art genealogisches Forschungszentrum für Stettin. Aber nicht nur Stettin, auch die eingemeindeten Orte und der Kreis
Randow sind dort zu entdecken. In vielen vielen Jahrzehnten wurde liebevoll alles gesammelt, was irgendwie mit Stettin zu tun hat und ich behaupte, hier ist
für jeden etwas dabei.
Man findet im Erdgesschoss eine Art Ausstellung mit alten Stettiner Gemälden, Geschirr und Besteck, Modellen der alten Stadt.
Sogar eine alte Rathsherrenecke mit verziertem Tisch und Stühlen, die gerettet worden waren.

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Urmesstischblätter aus den Kreisen Lauenburg und Stolp

Wir hatten bereits 2021 über Urmesstischblätter aus Hinterpommern berichtet

Urmesstischblätter aus Hinterpommern

Nun hat auch die Staatsbibliothek in Berlin solche Karten digitalisiert, vorwiegend aus Ostpreußen, aber es sind auch Karten aus Osseken, Leba, Leba-See, Sassin, Scholpin und Wartenberg i.P. dabei. Die Karten im Maßstab 1:25 000 sind farbig und sehr detailreich. Eine Übersicht über die Blattschnitte auf

https://ostdeutsches-forum.net/FamFo/MTB/mtb-05.htm#historische%20topografische%20Karten

Zu den Berliner Karten: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/suche?queryString=PPN1936237946&results_on_page=20&current_page=1&sort_on=relevance&sort_direction=desc

Sie stammen aus dem Jahr 1837.

Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Sassin

Pommersche Silvesterbräuche Teil1

Professor Alfred Haas veröffentlichte 1922 in der Zeitschrift „Unser Pommerland“ (ab Seite 403) eine ausführlichen Artikel über pommersche Silvesterbräuche, den wir hier in zwei Teilen veröffentlichen.

 

 

Pommersche Silvesterbräuche.
Von Prof. Dr. A. Haas, Stettin.

Einleitung

Die sogenannten Zwölften, d. i. die Zeit der heiligen zwölf Nächte vom 25. Dezember bis 5. Januar, galten bei unseren heidnischen Vorfahren als die heiligste Zeit des ganzen Jahres. Von den alten Sitten und Bräuchen, die mit den Zwölften verknüpft waren, haben sich bis auf unsere Tage noch zahlreiche Reste erhalten, die zum Teil noch den altheidnischen Ursprung erkennen lassen. Mitten hinein in die Zeit dieser Festtage fällt der letzte Tag des Jahres, der Silvestertag, wie er gewöhnlich nach dem Papst Silvester, dem Kalenderheiligen des 31. Dezember, genannt wird, während er im Volksmunde Olljohrsabend zu heißen pflegt.

Die Sitten und Bräuche, die an den Silvestertag anknüpfen, bezwecken ein dreifaches:

  1. den Einfluss der in den letzten Stunden des alten Jahres umziehenden bösen Geister abzuwehren,
  2. einen prophetischen Blick in die Zukunft zu tun,
  3. dem Hause und seinen Bewohnern die Segnungen des neuen Jahres zu sichern.

Bräuche zur Abwehr böser Geister

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Französische Karte von Pommern um 1770

Unter dem Titel „jonction des 24 sections comprennent les deux Pomeranies, les 5 Marches, le Magdeburg et Halberstadt et une grande partie des pays voisins“ auf Deutsch etwa: „Der Zusammenschluss der 24 Sektionen umfasst die beiden Pommern, die 5 Marken, Magdeburg und Halberstadt sowie einen Großteil der Nachbarländer.“ hat die Staatsbibliothek Berlin in ihre digitalen Sammlung eine sehr detailreiche Kartensammlung aufgenommen, die Pommern in  12 Einzelblättern zeigt.

Eine Übersichtskarte zeigt die einzelnen „Sektionen“. Sie finden Sie in hoher Auflösung auf https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN1935357824&PHYSID=PHYS_0001

 

 

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Martinstag und pommersche Gänse

In Pommern hatte der Martini-Tag (11. November) traditionell große Bedeutung als Stichtag für Verträge, Zahlungen und andere wirtschaftliche Fristen. Der Martinstag markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, an dem Pachtzahlungen fällig waren, ebenso wie Zins- und Lohnzahlungen. Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinsfristen begannen oder endeten häufig an diesem Tag. Auch Steuern, oft in Naturalien wie Gänsen, wurden zu Martini entrichtet. Damit war Martini ein wichtiger Zahlungstermin, der bis heute in manchen Landpachtverträgen festgehalten wird, da er den Beginn und das Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode symbolisierte.

Darüber hinaus verband man mit dem Martini-Tag das Ende der Arbeit im Freien, da ab diesem Termin der Winter begann. Das Brauchtum des Martinsbratens und der Wintervorbereitungen (z.B. Schlachten von Gänsen) ist eng damit verbunden. In Pommern, wie im übrigen Nord- und Mitteleuropa, war Martini also nicht nur ein religiöser Feiertag, sondern auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stichtag für Abrechnungen und Vertragsbeendigungen.

Passend zum Tag habe ich im Waldeckischen Intelligenz-Blatt von 1777 gefunden, wie man Gänse auf pommersche Art räuchert und in heutiges Deutsch übersetzt.

 

Pommerngans, Foto Martinez3001, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

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„Eine Zierde dieser freundlichen Stadt“ – Die Synagoge von Schivelbein

Ein Haus im Herzen der Stadt

Bereits seit 1821 besaß die jüdische Gemeinde Schivelbeins eine Synagoge, die „59 Jahre hindurch die Schivelbeiner Juden bei freudigen und schmerzlichen Anlässen aufgenommen“ hatte. Das Gotteshaus lag zentral in der damaligen Neustadt – der späteren Glasenappstraße – schräg hinter der Marienkirche, und nur wenige Schritte vom Schivelbeiner Marktplatz entfernt.

Diese Lage im Herzen der Stadt war keineswegs selbstverständlich. Die Entscheidung, die Synagoge nicht – wie in vielen anderen deutschen Städten jener Zeit – verborgen in einem abgelegenen Viertel zu errichten, sondern in Nachbarschaft zur christlichen Kirche, zeugt davon, dass jüdisches Leben in Schivelbein als selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Gesellschaft galt. (mehr …)