Lapidarium Rügenwalde – Namensliste
An der Marienkirche in Rügenwalde/Darłowo hat man Grabsteine und -kreuze aus der Umgebung zu einem Lapidarium zusammengestellt.
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An der Marienkirche in Rügenwalde/Darłowo hat man Grabsteine und -kreuze aus der Umgebung zu einem Lapidarium zusammengestellt.
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Von Norbert Lorenz, Reutlingen
Wenn über engagierte Heimatforscher aus Vorpommern gesprochen wird, fällt ein Name immer wieder: Alfred Rubarth. Sein Lebenswerk ist geprägt von tiefem historischem Interesse, akribischer Quellenarbeit und einer beeindruckenden Fähigkeit, vergangene Lebenswelten lebendig werden zu lassen. Besonders in der pommerschen Genealogie und der maritimen Geschichtsforschung hat er sich einen festen Platz erarbeitet. (mehr …)
Unter dem Titel „jonction des 24 sections comprennent les deux Pomeranies, les 5 Marches, le Magdeburg et Halberstadt et une grande partie des pays voisins“ auf Deutsch etwa: „Der Zusammenschluss der 24 Sektionen umfasst die beiden Pommern, die 5 Marken, Magdeburg und Halberstadt sowie einen Großteil der Nachbarländer.“ hat die Staatsbibliothek Berlin in ihre digitalen Sammlung eine sehr detailreiche Kartensammlung aufgenommen, die Pommern in 12 Einzelblättern zeigt.
Eine Übersichtskarte zeigt die einzelnen „Sektionen“. Sie finden Sie in hoher Auflösung auf https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN1935357824&PHYSID=PHYS_0001
In Pommern hatte der Martini-Tag (11. November) traditionell große Bedeutung als Stichtag für Verträge, Zahlungen und andere wirtschaftliche Fristen. Der Martinstag markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, an dem Pachtzahlungen fällig waren, ebenso wie Zins- und Lohnzahlungen. Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinsfristen begannen oder endeten häufig an diesem Tag. Auch Steuern, oft in Naturalien wie Gänsen, wurden zu Martini entrichtet. Damit war Martini ein wichtiger Zahlungstermin, der bis heute in manchen Landpachtverträgen festgehalten wird, da er den Beginn und das Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode symbolisierte.
Darüber hinaus verband man mit dem Martini-Tag das Ende der Arbeit im Freien, da ab diesem Termin der Winter begann. Das Brauchtum des Martinsbratens und der Wintervorbereitungen (z.B. Schlachten von Gänsen) ist eng damit verbunden. In Pommern, wie im übrigen Nord- und Mitteleuropa, war Martini also nicht nur ein religiöser Feiertag, sondern auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stichtag für Abrechnungen und Vertragsbeendigungen.
Passend zum Tag habe ich im Waldeckischen Intelligenz-Blatt von 1777 gefunden, wie man Gänse auf pommersche Art räuchert und in heutiges Deutsch übersetzt.


Die pommersche Pottmütze war einst das markante Wahrzeichen der Fischerbauern auf dem Mönchgut, einer Landzunge im Südosten der Insel Rügen. Heute erlebt sie eine kleine Renaissance – als Symbol regionaler Identität und traditionsbewusster Handwerkskunst.
Die Pottmütze stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurde von Fischern und Bauern getragen, um sich gegen den rauen Ostseewind zu schützen. Sie bestand aus der robusten Wolle der rauhwolligen pommerschen Landschafe, war oft bunt gemustert gestrickt und mit einer großen Quaste verziert. Besonders in Dörfern wie Gager oder Göhren auf Rügen gehörte sie zur Alltagskleidung der Männer – Tag und Nacht. (mehr …)
Aus dem Heimatkalender für Ostpommern auf das Jahr 1931
Auf fast allen Gütern unserer ostpommerschen Heimat sind die oft Jahrhunderte alten Sitten und Gebräuche noch lebendig. Ein treues, eng mit der Heimatscholle verbundenes Arbeitergeschlecht pflanzte sie fort, und seine Arbeitgeber ließen es mit Genugtuung gewähren in der sicheren Erkenntnis, daß alles, was die Heimat einst hervorgebracht hat, echt und wahr und heilig ist und zum Bestande gehört, wie alles tote und lebende Inventar. Sie halfen stets freudig mit, die Beachtung alter Sitten zu vertiefen und aus manchem an sich bescheidenen Dingen wirkliche Volksfeste zu gestalten, wenn auch die Verhältnisse in andauernd immer wiederkehrender Notzeiten manchmal am liebsten andere Wege hätten weisen mögen.
Hier soll von den alten Gebräuchen erzählt werden, die sich um den Kranz um die Erntezeit legen, indem sie die Ernte eröffnen, begleiten und schließen. In Grumbkow bestehen zurzeit noch drei solcher Gebräuche, die alle Jahre mit großer Freudigkeit neu auferstehen: Das Binden, das Bringen des Alten und das Erntefest.

Aus der Berliner Illustrierte Zeitung vom 25.2.1894
Der mächtige Orkan, der in den Tagen vom 10. bis 12. d. M. in ganz Deutschland wüthete, hat bekanntlich an nicht wenigen Orten bedeutenden materiellen Schaden angerichtet, nicht zum wenigsten auch in der Reichshauptstadt. Am empfindlichsten dürfte aber doch wohl Stettin betroffen worden sein.

Entstehungskontext und historischer Hintergrund
Die „Baltenschule“ war eine deutsche Privatschule mit angeschlossenem Internat, die 1919 in Misdroy (heute Międzyzdroje in Polen) auf der Insel Wollin gegründet wurde. Ihre Entstehung ist eng mit den dramatischen politischen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg im Baltikum verbunden.
Nach dem Zusammenbruch des Russischen Reiches 1917/18 entstanden neue unabhängige Staaten wie Estland und Lettland. Für die dort seit Jahrhunderten ansässigen Deutschbalten – deutschsprachige Bewohner der baltischen Gebiete – bedeutete dies das Ende ihrer jahrhundertealten privilegierten gesellschaftlichen Stellung. Viele sahen sich zur Flucht nach Deutschland gedrängt, besonders nach der bolschewistischen Revolution und den nachfolgenden bewaffneten Konflikten. Insgesamt nahm Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg fast 7.000 deutschbaltische Flüchtlinge auf.
