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Lesestoff für den Gabentisch: Buchempfehlungen unserer Mitglieder

Eine Frage von Jürgen Diem in der Mailingliste stieß auf große Resonanz: Welches Buch könnte ich mir als pommerscher Ahnenforscher zu Weihnachten wünschen? Es kamen so viele interessante Vorschläge, dass wir sie hier gerne weitergeben möchten.

Tipps zu Pommern

Christine Brückner: Die Poenichen-Trilogie
Bereits ein Klassiker der pommerschen Literatur: Christine Brückners große Familiensaga über die fiktive Adelsfamilie von Quint auf einem Gutsbesitz in Hinterpommern umfasst die Bände Jauche und Levkojen, Nirgendwo ist Poenichen und Die Quints.
Erhältlich als Taschenbuch (Ullstein Verlag, 960 Seiten, 19,99 €). Auch als Hörbuch sowie als Verfilmung auf YouTube zu finden. (mehr …)

Alfred Rubarth – maritimer Geschichtsforscher und leidenschaftlicher Genealoge

Von Norbert Lorenz, Reutlingen

Wenn über engagierte Heimatforscher aus Vorpommern gesprochen wird, fällt ein Name immer wieder: Alfred Rubarth. Sein Lebenswerk ist geprägt von tiefem historischem Interesse, akribischer Quellenarbeit und einer beeindruckenden Fähigkeit, vergangene Lebenswelten lebendig werden zu lassen. Besonders in der pommerschen Genealogie und der maritimen Geschichtsforschung hat er sich einen festen Platz erarbeitet. (mehr …)

Französische Karte von Pommern um 1770

Unter dem Titel „jonction des 24 sections comprennent les deux Pomeranies, les 5 Marches, le Magdeburg et Halberstadt et une grande partie des pays voisins“ auf Deutsch etwa: „Der Zusammenschluss der 24 Sektionen umfasst die beiden Pommern, die 5 Marken, Magdeburg und Halberstadt sowie einen Großteil der Nachbarländer.“ hat die Staatsbibliothek Berlin in ihre digitalen Sammlung eine sehr detailreiche Kartensammlung aufgenommen, die Pommern in  12 Einzelblättern zeigt.

Eine Übersichtskarte zeigt die einzelnen „Sektionen“. Sie finden Sie in hoher Auflösung auf https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN1935357824&PHYSID=PHYS_0001

 

 

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Bildbearbeitung

Karin Cox zeigt an Beispielen, was mit Hilfe von KI bei der Bildbearbeitung möglich ist.

Liebe Greifen,

Ich möchte euch heute von etwas berichten was ich soeben für mich entdeckt habe. Es geht um Bildbearbeitung. Wir alle haben Bilder bei denen wir uns wünschten sie wären etwas besser überliefert, oder haben Belichtungsfehler, etc. MyHeritage hat dazu schon länger ein sehr gutes Angebot, wenn man dort Mitglied ist, ist aber nicht billig.

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Martinstag und pommersche Gänse

In Pommern hatte der Martini-Tag (11. November) traditionell große Bedeutung als Stichtag für Verträge, Zahlungen und andere wirtschaftliche Fristen. Der Martinstag markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, an dem Pachtzahlungen fällig waren, ebenso wie Zins- und Lohnzahlungen. Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinsfristen begannen oder endeten häufig an diesem Tag. Auch Steuern, oft in Naturalien wie Gänsen, wurden zu Martini entrichtet. Damit war Martini ein wichtiger Zahlungstermin, der bis heute in manchen Landpachtverträgen festgehalten wird, da er den Beginn und das Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode symbolisierte.

Darüber hinaus verband man mit dem Martini-Tag das Ende der Arbeit im Freien, da ab diesem Termin der Winter begann. Das Brauchtum des Martinsbratens und der Wintervorbereitungen (z.B. Schlachten von Gänsen) ist eng damit verbunden. In Pommern, wie im übrigen Nord- und Mitteleuropa, war Martini also nicht nur ein religiöser Feiertag, sondern auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stichtag für Abrechnungen und Vertragsbeendigungen.

Passend zum Tag habe ich im Waldeckischen Intelligenz-Blatt von 1777 gefunden, wie man Gänse auf pommersche Art räuchert und in heutiges Deutsch übersetzt.

 

Pommerngans, Foto Martinez3001, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

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„Eine Zierde dieser freundlichen Stadt“ – Die Synagoge von Schivelbein

Ein Haus im Herzen der Stadt

Bereits seit 1821 besaß die jüdische Gemeinde Schivelbeins eine Synagoge, die „59 Jahre hindurch die Schivelbeiner Juden bei freudigen und schmerzlichen Anlässen aufgenommen“ hatte. Das Gotteshaus lag zentral in der damaligen Neustadt – der späteren Glasenappstraße – schräg hinter der Marienkirche, und nur wenige Schritte vom Schivelbeiner Marktplatz entfernt.

Diese Lage im Herzen der Stadt war keineswegs selbstverständlich. Die Entscheidung, die Synagoge nicht – wie in vielen anderen deutschen Städten jener Zeit – verborgen in einem abgelegenen Viertel zu errichten, sondern in Nachbarschaft zur christlichen Kirche, zeugt davon, dass jüdisches Leben in Schivelbein als selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Gesellschaft galt. (mehr …)

Die pommersche Pottmütze

Bildquelle: Baltische Studien Neue Folge, Bd. 39, 1937

Die pommersche Pottmütze war einst das markante Wahrzeichen der Fischerbauern auf dem Mönchgut, einer Landzunge im Südosten der Insel Rügen. Heute erlebt sie eine kleine Renaissance – als Symbol regionaler Identität und traditionsbewusster Handwerkskunst.​

Herkunft und Funktion

Die Pottmütze stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurde von Fischern und Bauern getragen, um sich gegen den rauen Ostseewind zu schützen. Sie bestand aus der robusten Wolle der rauhwolligen pommerschen Landschafe, war oft bunt gemustert gestrickt und mit einer großen Quaste verziert. Besonders in Dörfern wie Gager oder Göhren auf Rügen gehörte sie zur Alltagskleidung der Männer – Tag und Nacht.​ (mehr …)