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Personaldaten über pommersche Lehrer aus den Jahren 1931-1935

Ein Gastbeitrag von Gerhard Wöhner, 18059 Rostock

 

Der „Atlas der deutschen Volkskunde“ (AdV) stellt eine Umfrage dar, die von 1929-1935 in allen deutschsprachigen Ländern, darunter auch in Mecklenburg und Pommern durchgeführt wurde.

Sie umfasst Fragen zu vielen Bereichen der Volkskultur (243 Fragenkomplexe mit vielen Unterfragen). Die daraus hervorgegangenen Kulturdaten bilden insofern einen Querschnitt durch ältere, in der Vorkriegszeit noch erinnerbare Überlieferungen, wohingegen die Modernisierung der damaligen Alltagskultur kaum erfasst wurde.

In Mecklenburg wurden in die Befragung, die einen hohen Rücklauf erzielte, ca. 400 Schulorte, in der preußischen Provinz Pommern ca. 1000 Schulorte einbezogen. Für beide Länder liegen ca. 350.000 Antwortzettel vor, die im Wossidlo-Archiv aufbewahrt sind[1]. (mehr …)

1866 – die Cholera-Pandemie erreicht Cammin

Ein Gastbeitrag von Prof. Hans-Dieter Wallschläger

 

Gegenwärtig leben wir alle mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die durch einen Virus ausgelöst wurde und weltweit bereits viele Tote gefordert hat. In diesem Zusammenhang bewegt viele von uns die Frage, ob es in der Vergangenheit, und insbesondere in Pommern, Vergleichbares gegeben hat. Allseits bekannt sind die großen Pestepidemien, die im Mittelalter zumeist in Begleitung von Kriegen auftraten. Während der letzten Pestepidemie 1710 verstarben in Stettin 2.000 Menschen, also ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

Eine weitere pandemisch auftretende Krankheit ist die Cholera. Pest und Cholera haben gemeinsam, dass sie im Unterschied zu Corona (Fachbegriff COVID-19) durch Bakterien übertragen werden. Pest und Corona haben eine andere Gemeinsamkeit, dass sie Zoonosen sind, also eine vom Tier zum Menschen und umgekehrt übertragbare Krankheit, die in diesen Fällen ursprünglich bei Nagetieren und Fledermäusen ihre Wurzeln hatten. Eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung erfolgt bei Corona und Pest über eine Tröpfcheninfektion. (mehr …)

Ein Ausweis aus dem Land PAA

Ein Gastbeitrag von Wolfram Stratmann

 

Vielleicht kennen einige noch die blauen Kunststoff-Reisetaschen mit der weißen Aufschrift PAA, Pan American Airways. PAA war der ICAO-Code für diese Fluggesellschaft. Später gab es Taschen mit einer stilisierten Weltkugel und der Aufschrift PAN AM.

PAA blieb mir immer im Gedächtnis, aber aus einem ganz anderen Grund.

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Der Tauschlepper – Ein ausgestorbener Pfingstbrauch in Vorpommern

Ein Gastbeitrag von David Krüger

 

Den Morgentau abschleppen? Dies tat der Tauschlepper!
„De Doschleper“, bi uns to Hus!

Wenn beim Dorf noch der nächtliche Frühlingstau lag und die Pflanzen bedeckte, dann gingen die Jungen des Dorfes – oft schon zwischen 0:00 und 1 Uhr nachts aus ihren Häusern. Der erste weckte mit lautem Peitschenknallen den zweiten, dieser den dritten und so weiter. So war schon vor dem Pfingstmorgen die männliche Jugend des Dorfes auf den Beinen. Die Jungen warteten auf dem Dorfanger oder am Dorfteich, bis der letzte kam – und ein kurzes Pfingstgrüßen und Besprechen der Festfolge zum Pfingstsonntag schloss sich an. (mehr …)

Wussten Sie eigentlich … von Diözesanarchiven für die Pommernforschung?

Wir vom Greif bemühen uns, Quellen rund um die Pommernforschung aufzuspüren und Ihnen mitzuteilen. Seit einiger Zeit lassen wir diese Informationen in unsere Quellensuche einfließen.

Doch in den Tiefen unseres Webauftrittes verbergen sich mitunter noch Hinweise, die selbst unserem Vereinsvorsitzenden bisher nicht aufgefallen waren. Als er vor kurzem bei einem Webinar des Compgen durch unsere Webseiten führte, fehlte deshalb auch der Hinweis auf besondere Lagerorte für  Kirchenbücher des ehemaligen Pommern – den heutigen katholischen Diözesanarchiven in Polen.

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Versteckte Quellen zur Familienforschung im Kreis Cammin

Ein Gastbeitrag von Prof. Hans-Dieter Wallschläger

 

Neben einigen im Original bzw. als Abschrift verfügbaren Kirchenbüchern und Standesamtsregistern (siehe u.a. Sedina-Archiv Bd. 11, Nr. 3 (2004), S. 111-123 und der Greif-Quellensuche – große Teile davon sind bereits in Ortsfamilienbüchern ausgewertet) gibt es eine Reihe weiterer Veröffentlichungen, die heute weitgehend unbekannt sind. Sie stammen zumeist aus der Feder ortsansässiger Pastoren, Lehrer und anderer Chronisten. (mehr …)

Die falsche Grabsteingravur

Recht früh stieß ich bei der „Bestandsaufnahme“ meiner Familienforschung auf ein altes Foto. Zuerst wusste ich nicht, wer das sein soll, mein Vater meinte damals nur: „Irgendein Marten“.

Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass das Bild vom Friedhof in Ziegenort, Kreis Ueckermünde stammt und es zeigt den Grabstein meines Ururgroßvaters dem Landwirt August Marten, das Bild dürfte so um 1921 entstanden sein.

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Suchanfrage Ernst Radtke

Ernst Radtke wurde im Jahr 1921 in Seinskau (Zajonskowo), Kreis Löbau, Westpreußen geboren. Im Taufeintrag wird seine ledige Mutter als „Ansiedlertochter“ bezeichnet.

Sie blieb unverheiratet und ertrank 1930 in einem Teich auf dem gepachteten Hof ihres Vaters in Glasenapp, Kreis Neustettin. Dort lebte Ernst Radtke dann zunächst gemeinsam mit seiner Großmutter, die in demselben Jahr Witwe wurde.

Irgendwann danach brannte dieser Hof ab, wann genau das war, ist allerdings unklar. Lässt sich darüber mehr herausfinden?

Später arbeitete die Großmutter auf einem anderen Hof in oder bei Bublitz, möglicherweise in Christophshagen, Kreis Köslin.

Es ist nicht klar, ob das folgende Foto den früheren (dann abgebrannten) in Glasenapp oder den späteren Hof bei Bublitz zeigt. Wie kann ich darüber mehr erfahren?

Ernst Radtke hat in den Jahren 1937 – 1940 bei Maschinenfabrik Arthur Schütz in Bublitz eine Maschinenschlosserlehre absolviert und dann dort bis zur Einberufung zur Wehrmacht im Februar 1941 als Geselle gearbeitet. Existiert noch ein Foto der Maschinenfabrik?

Ernst Radtke wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen und konnte sich bei Kriegsende über Umwege in den Westen durchschlagen.

In seiner Heiratsurkunde aus dem Jahr 1947 steht, dass seine Mutter Berta Maria Luise Radtke am 5. Mai 1888 in „Altvalm, Westpreußen“ geboren wurde. Einen solchen Ort gibt es allerdings nicht. Hier könnte es zu einer Verwechslung gekommen sein. Richtig ist hier wohl eher der Ort Alt Valm, Kreis Neustettin, unweit des Ortes Glasenapp. Hier konnte ein möglicherweise passender Taufeintrag vom 15. Juni 1890 (Geburt 14. Mai 1890) gefunden werden.

Ich freue mich über jeden Hinweis.

Werner Radtke