700 Jahre Rügenwalde

Wappen der Stadt Ruegenwalde (Wikipedia)

Die freundliche Hansestadt Rügenwalde/ Darlowo im ehemaligen Kreis Schlawe erhielt am 21. Mai 1312  die Stadrechte nach Lübecker Recht. Dies jährt sich nun zum 700sten Mal.
Rügenwalde wird zwar schon in älteren Urkunden Stadt genannt (civitas nostra Ruyenwolde), geriet aber sehr in Verfall,  so dass sie 1312 übergeben wurde um sie nach lübischem Recht neu aufzubauen. Dieses Datum gilt als Gründung der Stadt. (Klempin-Kratz)

Heute ist die kleine Stadt an der Ostsee neben der wunderbaren Umgebung vor allem wegen des pommerschen Herzogschlosses mit einem schönen Museum bekannt. (mehr …)

Gibt es noch Osterwölfe in Pommern?

Osterwasser und das Stiepen sind bekannte Osterbräuche aus Pommern.
„Stiep Stiep Osterei
Gibst du mir kein Osterei
Stiep ich dir dein Hemd entzwei“

Im Atlas der Pommerschen Volkskunde von Karl Kaiser,  1936 erschienen,  wird über eine weitere typisch pommersche Ostersitte berichtet: Das Backen von Osterwölfen. An Ostern 1936 wären in Stralsund beispielswiese noch 5000-6000 Osterwölfe gebacken worden.
Nach den Beobachtungen von Karl Kaiser war das Backen der Osterwölfe verbreitet in Greifswald, auf dem vorpommerschen Festland und auf Rügen. Das Gebäck aus Semmelteig soll Wölfen ähneln, die alle Viere von sich strecken und ein aufgerissenes Maul zeigen.


Die Bilder stammen aus dem Atlas der pommerschen Volkskunde.
Einen ersten Nachweis über dieses Gebäck gibt es in einer Urkunde von 1451, da hatten die Bäcker einem Ratsmitglied, dem Zollbeamten „tho Paschen enen wulff“ zu liefern, laut einer Urkunde aus Stralsund 1558 gab es solches Gebäck an Neujahr.
Gibt es diese Sitte noch? Aktuelle Angaben dazu kann ich im Internet nicht finden.

Allen Lesern ein frohes Osterfest!

Quellen:
Atlas der pommerschen Volkskunde, Karl Kaiser, Textband
Handwoerterbuch des deutschen Aberglaubens:Mauer- Pflugbrot

Silvester

Wollen Sie mal etwas anderes machen als Bleigießen am Silvesterabend? Wie wäre es mit Schuhwerfen? Ein früher in ganz Pommern verbreiteter Brauch. Vielleicht möchten Sie aber lieber ein Päckchen machen um im neuen Jahr Brot, Salz und Geld zu haben? Lassen sie sich dabei aber nicht erwischen!
Weitere Orakel befassen sich mit der Liebe, dem Tod und dem Unsichtbarsein.
Lesen sei mehr dazu in dem Artikel „Pommersche Sylvesterorakel“ (pdf, 900 kb) von G.A. Bentlage aus „Unser Pommerland“ Heft 3; 1912/13.
Den ganzen Jahrgang 1912/13 finden Sie bei den polnischen Bibliotheken.

Weitere online-Veröffentlichungen dieser Zeitschrift auf unserer Literaturübersicht  unter „Unser Pommerland“

Wir wünschen ein frohes Neues Jahr mit vielen Forschungserfolgen.

Quempas

Fritz Adler berichtet in seinem 1930 erschienenen Buch „Deutsche Volkskunst Pommern“: „…sei noch ein vergessener Christbrauch erwähnt, von dem noch die Weihnachtspyramiden in Naugard übriggeblieben sind und der auch aus der Kirche zu Plathe verbürgt ist. Zum Gottesdienst am Weihnachtsmorgen standen im Altarraum und auf den Emporen eine Anzahl einfach gedrechselter Pyramiden mit mehreren Reifen übereinander, die mit Tannengrün umwunden und mit brennnenden Lichtern besteckt waren. Nach dem Eingangslied der Gemeinde sang der Schülerchor das lateinische Lied „Quem pastores laudavere“ nach dem diese Feier den Namen „Quempas“ erhielt. Manchmal waren die Pyramiden so eingerichtet, daß sie gedreht werden konnten. (mehr …)

Bi Advent rüm

Haus im Schnee, Heimatkalender Schlawe 1931

Meest is dat Oawend in diese Tid.
Ganz tij ward dat Schummre un Düste.
Un Voare und Murre im Oaweck
Betelle von Unkel und Süste.

Die Wind hült scharp un lur um dät Hus
Dat klackt un kloppt in e Mure
Die Kinne böre däe Kopp in d’Höft
Un luse mit ganz grote Uhre

Doae bute geht doch dei Wihnachtsmann
Dat Christkind mit gulne Flüchte?
Fix sticke sei werre die Näs in d‘ Bauk
Un lire die hillig Geschichte.

Luise Treptow
in: Ostpommersche Heimat 1932, Heft 33

Luise Treptow hat mehrfach Gedichte in der Ostpommerschen Heimat veröffentlicht, leider kann ich nichts Weiteres zu ihr finden. Weiß jemand mehr?