Vitae pomeranorum

Die auch für die Familienforschung wertvolle Sammlung von Gelegenheitsdrucken pommerscher Persönlichkeiten geht jetzt online.

Augustin von Balthasar (* 20. Mai 1701 in Greifswald; † 20. Juni 1786 ebenda) war ein deutscher Jurist und Gelehrter in Schwedisch-Pommern. Als Historiker trug er umfangreiches Material zur Geschichte Pommerns zusammen.
Augustin von Balthasar (* 20. Mai 1701 in Greifswald; † 20. Juni 1786 ebenda) war ein deutscher Jurist und Gelehrter in Schwedisch-Pommern. Als Historiker trug er umfangreiches Material zur Geschichte Pommerns zusammen. Bildquelle: Zuverläßige Nachrichten von dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaften. 1743, 46. T., ungez. Bl. vor S. 685. via http://idrz18.adw-goettingen.gwdg.de/portraets.html

Mit „Vitae Pomeranorum“ wird eine Sammlung von Drucken und Schriften zu Personen und Familien, überwiegend aus Pommern, aber auch aus Schweden und Mecklenburg bezeichnet, die sich im Bestand der Universitätsbibliothek Greifswald befindet. Es handelt sich dabei um sogenannte Personal- und Gelegenheitsschriften aus dem Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, die besonders für die genealogische und regionale Forschung, aber auch für die Geschichte des Druckwesens von Bedeutung sind.

Diese Drucke wurden in geringen Auflagen zu besonderen Anlässen gefertigt. Die Sammlung beinhaltet Gelegenheitsdichtung und -musik zu Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern, mehr als 1500 Leichenpredigten, weiterhin Jubiläumsschriften, Lebensbeschreibungen und Stammtafeln. (Text aus Wikipedia)

Sicherungsverfilmung abgeschlossen

Die Universität Greifswald berichtet nun über das abgeschlossene Projekt der Verfilmung dieser wertvollen Sammlung.  „Durch Mittel des Interdisziplinären Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit der Universität Osnabrück konnte diese stark genutzte Sammlung komplett mikroverfilmt werden, so dass mit der Benutzung der Filme die Originale künftig geschont werden können.“

Zusätzlich erfreulich: Durch Mittel der Agnes-Lohmann-Stiftung werden in einem Kooperationsprojekt mit der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel die Drucke erschlossen und digitalisiert. Unter diesen Vitae sind 171 Drucke aus dem 16. Jh., 5531 aus dem 17. Jh. und 2986 aus dem 18. Jh.
In deutscher Sprache sind davon 4456 Titel, in lateinischer 4145, in schwedischer 228 und in französischer Sprache 9 Titel.

Aus pommerschen Druckorten stammen 6788 Titel. Die angesprochenen Personen sind überwiegend Persönlichkeiten aus Pommern und aus Schweden.

Die ersten 61 Titel finden sich bereits online in der neuen Sammlung „Vitae pomeranorum“ der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern.

Das von dem Greifswalder Bibliothekar Edmund Lange zusammengestellte Verzeichnis der dort enthaltenen Drucke ist als Ergänzungsband der Baltischen Studien 1898 erschienen und im Internetarchiv abrufbar. 1905 erschienen in den Baltischen Studien NF Band IX Ergänzungen vom gleichen Autor, diese sind als pdf abrufbar.

 

Buchtipps zum 1. Advent

buecher
Reicher Lesestoff rund um Pommern

Welches Buch würden Sie sich zu Weihnachten wünschen oder einem an Pommern Interessierten schenken? Diese Frage stellten wir an unsere Mitglieder und Besucher unsere Facebookseite. Eine erstaunliche Vielfalt von Büchern kam zusammen: Altbekanntes und Flammneues, Nachdenkliches und Unterhaltsames. Es dürfte eigentlich für jeden etwas Interessantes in diesem pommerschen Potpurri enthalten sein. Manche Bücher sind bereits vergriffen, in der Regel aber bei Antiquariaten gut zu finden. Also: Viel Spass beim Aussuchen und dann beim Lesen. (mehr …)

Dauerausstellung über Kosegarten

Ludwig Gotthard Kosegarten (* 1. Februar 1758 in Grevesmühlen; † 26. Oktober 1818 in Greifswald) war Pfarrer der Kirche Altenkirchen auf Rügen, später Professor an der Universität Greifswald. Er hat sich auch als Dichter einen Namen gemacht.
Im ehemaligen Feuerwehrhaus in Altenkirchen wird am Sonntag, den 14. September 2014 eine ständige Ausstellung zum Leben und Wirken dieses Dichterpfarrers veröffentlicht werden.

Kosegartenhaus
Kosegartenhaus

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Otto Knoop

Rackow, Jägerbuche
Fritz Rackow, Linolschnitt
Die Jägerbuche auf dem Darß, Unser Pommerland 1928

Professor Otto Knoop * 20. April 1853 in Karzin, Kreis Stolp, + 08. November 1931 in Stargard war ein pommerscher Lehrer, Heimatforscher und Schriftsteller, der einen reichen Schatz an gesammelten Sagen und Erzählungen hinterlassen hat.
Nach Ausbildung in Pommern war er als Lehrer in der Provinz Posen, zuletzt in Rogasen im Kreis Obornik tätig. In den Schulberichten dort hat er viele volkskundliche Texte zu Posen und zu Pommern veröffentlicht. Dazu kommen Bücher, Artikel in „Unser Pommerland“ und den Baltischen Studien und die Herausgabe einer volkskundlichen Zeitschrift.

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Pommersche Familiennamen

Hans Bahlow (* 21. November 1900 in Liegnitz; † 16. Dezember 1982 in Hamburg) war ein deutscher Namenforscher. Mag Wikipedia auch schreiben, dass seine inhaltlichen Deutungen der Fluss- und Ortsnamen in Deutschland, die er fast ausnahmslos auf „Wasser“, „Sumpf“ oder „Moor“ zurückführt, heute in der Wissenschaft allgemein abgelehnt werden, sind doch seine Ausarbeitungen über pommersche Familiennamen sehr hilfreich.
Pommersche Familiennamen. Neustadt/Aisch 1982 (Als Nachdruck noch erhältlich beim Degener-Verlag)
Dieses Büchlein (100 Seiten) widmet er im Vorwort seinen pommerschen Großeltern Rektor Heinrich Weinholtz und Frau Franziska geb. Schlenkrich, die in Stettin lebten.

Trauung Weinholz/Schlenkrich in Anklam 1860
Trauung Weinholz/Schlenkrich in Anklam 1860

( Kirchenbuch St. Nikolai Anklam, 1860 , S. 335 im Digitalisat der LDS ) (mehr …)

Kirchenbibliothek Barth

Der NDR berichtete gestern in der Sendung „landundleute“ über die Kirchenbibliothek in Barth:
„Sie ist eine der ältesten Kirchenbibliotheken in Pommern und verfügt über eine reiche Anzahl von Drucken und Handschriften aus dem späten Mittelalter und der Reformationszeit. Außerdem gehören zu ihrem Bestand wertvolle Bücher aus dem Barock und der Aufklärung: die Barther Kirchenbibliothek erzählt pommersche Geschichte. Der gesamte Bestand war bedroht – durch Schimmel und Feuchtigkeit. Im April 2013 wurde dann die festliche Wiedereröffnung gefeiert und nun gilt es, ein Resümee zu ziehen. “
Zum Video:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/land_und_leute/media/landundleute2813.html

Das am Anfang gezeigte Buch ist das „Theatrum Europaeum, Frankfurt am Main, 1646-1738, Digitalisat aller Bände bei der UB Augsburg

Die bereits digitalisierten Bücher aus dieser Bibliothek in der digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern.

Weiterer Bericht mit vielen Link-hinweisen.

Barth Chor

Sibylla Schwartz

“Was mir der Himmel hat an Schönheit nicht gegeben, das hat ersetzt Verstand und Tugend in meim’ Leben”

Überarbeitet Februar 2021

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Sibylla Schwarz aus: Sibyllen Schwarzin/ Vohn Greiffswald aus Pommern/ Deutsche Poëtische Gedichte Published: Gerlach, 1650

Sibylla Schwarz  (* 14. Februar 1621 in Greifswald; † 31. Juli 1638 ebenda) muss wohl ein außergewöhnliches „Persönchen gewesen, sein, sie schrieb mit 13 Jahren unter anderem Liebesgedichte, die manchen Erwachsenen neidisch werden lassen. Die Tochter des Greifswalder Bürgermeisters Christian Schwarz und der Regina Völschow (zur Familie)  wurde von einem Hauslehrer unterrichtet und lernte auch Latein und Niederländisch. Die Mutter starb,  als Sybilla neun Jahre alt war und Goedeke(1) schreibt:  dann musste sie den Haushalt versehen. Und trotzdem schrieb sie – wohl heimlich – Gedichte, die später hoch gelobt wurden. Wegen des 30jährigen Krieges musste die Familie Greifswald verlassen, lebte auf dem Landgut Fretow und dann in Stralsund. Sybilla starb im Alter von erst 17 Jahren an den Folgen eines Dysenterie (Durchfallerkrankung). (mehr …)

Sammlung Groeningianer

Gröningsches Gymnasium Stargard
Gröningsches Gymnasium Stargard

Die Welt ist ja manchmal sehr klein: Auf dem Genealogen-Tag in Altenberge kam ich mit einem Mitarbeiter des Landesarchives NRW ins Gespräch, wir kamen von der Causa Stralsund auf Pommern im Allgemeinen zu sprechen und er erzählte, das er ein Findbuch erstellt habe über den Nachlass der  „Vereinigung ehemaliger Gröningianer“. Das interessierte mich, denn wer kommt schon auf die Idee, dass so etwas in Münster im Archiv zu finden ist?

Inzwischen hatte ich Gelegenheit, dieses Findbuch einzusehen und kann jedem an der Geschichte dieser Schule interessiertem nur raten, sich diesen Bestand in Münster anzusehen. Neben den zu erwartenden Vereinsunterlagen enthält die Sammlung viele Abschriften alter Urkunden, Mitteilungen über Lehrer und Schüler, (komplette?) Schulprogramme, Fotos und auch Material über andere Schulen und deren Vereine:  Greifenberger Gymnasium, Vereinigung Ehemalige Kaiserin-Auguste-Viktoria Schule Stettin , Bund ehemaliger Schülerinnen der Königin-Luise-Schule zu Stargard/Pommern und Vereinigung ehemaliger Oberrealschüler zu Stargard. Fragen zum Findbuch können sie gerne hier in den Kommentaren stellen. (mehr …)