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Der Hebammen-Unterstützungsfonds – eine unverhoffte Quelle für die Familienforschung

Im frühen 19. Jahrhundert waren Hebammen in Preußen zwar staatlich geprüft und beaufsichtigt, sozial jedoch kaum abgesichert. Um verarmte, kranke oder arbeitsunfähige Hebammen zu unterstützen, richtete der preußische Staat sogenannte Hebammen-Unterstützungsfonds ein. Finanziert wurden diese allerdings nicht aus staatlichen Mitteln, sondern durch verpflichtende Beiträge der Bevölkerung.

Diese Abgaben wurden nicht nur bei Geburten erhoben, sondern bereits bei Trauungen – gewissermaßen als Vorschuss auf die zukünftige Inanspruchnahme der Hebammenhilfe. Im Jahr 1860 betrugen die Beiträge vier Silbergroschen pro Hochzeit und zwei Silbergroschen pro Geburt. Im bargeldarmen pommerschen Deputatslohnsystem war das eine durchaus spürbare Belastung.

Die zahlungspflichtigen Männer wurden teilweise in den damaligen Amts- und Kreisblättern öffentlich bekannt gemacht und zur Einzahlung an den Ortsvorsteher aufgefordert. Für die Familienforschung stellen diese Namensnennungen heute eine interessante Quelle dar. (mehr …)

Jewish Places – Menschen und Forschung sichtbar machen

Die familien- und ortsgeschichtliche Forschung lebt – in Pommern ebenso wie anderswo – davon, dass Wissen bewahrt, ergänzt und weitergegeben wird. Viele von uns haben über Jahre hinweg Informationen zu Orten, Familien und historischen Zusammenhängen zusammengetragen. Ein Themenfeld, das bislang jedoch noch vergleichsweise wenig im Fokus steht, ist die jüdische Geschichte Pommerns.

Seit einigen Jahren bietet sich eine besondere Möglichkeit, vorhandene Erkenntnisse sichtbar zu machen und mit anderen Forschenden zu teilen: über die Online-Plattform Jewish Places. (mehr …)

Wie kommunizieren wir im Verein?

Ein Überblick über die Kommunikationswege beim Pommerschen Greif

Genealogische Forschung lebt vom Austausch – das wissen wir alle. Doch kennen wir auch alle Kommunikationswege, die beim Pommerschen Greif zur Verfügung stehen? Hier ein Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben, Informationen auszutauschen und Forschungsergebnisse zu teilen.

Einige Angebote des Pommerschen Greif stehen allen Interessierten offen, andere sind ausschließlich Mitgliedern vorbehalten. Die jeweiligen Hinweise finden Sie in den Überschriften der einzelnen Abschnitte. (mehr …)

Eine Liste der Toten – Köslin 1945–1947

Wer nach Angehörigen sucht, die das Kriegsende in Köslin/Pommern nicht überlebt haben, findet hier vielleicht eine Antwort – oder zumindest eine Spur.

Totenliste der Evangelischen Gemeinde Köslin 1945-47 (pdf, 1,8 MB)

Viele Familien wissen bis heute nicht, was mit ihren Verwandten in den Wirren von 1945 geschehen ist. Manche wurden zuletzt in Köslin/Koszalin gesehen. Dann verlor sich ihre Spur.

Als die Front im März 1945 über die Stadt rollte, blieben Tausende Zivilisten zurück: zu alt, zu krank, zu langsam für die Flucht, oder schlicht ohne Möglichkeit zu entkommen. Was folgte, waren zwei Jahre unter russischer, dann polnischer Besatzung – geprägt von Hunger, Typhus und Gewalt. Viele überlebten diese Zeit nicht.
Die Pastoren der evangelischen Gemeinde – Schultz, Mahlendorff, Symanowski und Rudnick – hielten in dieser Zeit Beerdigungen ab und führten Register. Neben jedem Namen notierten sie, was sie wussten: Geburts- und Sterbedatum, letzte Adresse, Beruf, manchmal die Namen von Hinterbliebenen. 1947 ließ Pastor Rudnick diese Register im westdeutschen Exil drucken – ausdrücklich als Hilfe für Vertriebene und Suchende.
Die vorliegende Liste umfasst über 1.000 Namen, von den ersten Massenbestattungen im März 1945 bis zu Einträgen aus dem Sommer 1947. Sie enthält Männer und Frauen aller Altersgruppen, Einheimische aus Köslin ebenso wie Flüchtlinge aus Ostpreußen, Danzig oder Schlesien, die auf dem Weg nach Westen in der Stadt gestrandet und gestorben sind. Auch einige Kriegsgefangene sind verzeichnet. (mehr …)

Von Hohenstein zu Wodnica – Ortsnamensänderungen in Hinterpommern nach 1945

In der Greif-Mailing-Liste wurde kürzlich ein Fall diskutiert, der für die genealogische Forschung in Pommern in einem bestimmten Zeitraum sehr relevant ist: Klaus Kurzmann berichtete von einer Sterbeurkunde aus dem Jahr 1947, in der für den Ort Hohenstein – heute Wodnica – die Bezeichnung „Kamieniec“ verwendet wird. Damit verband er eine grundlegende Frage: Trugen Orte in Hinterpommern nach 1945 zunächst provisorische polnische Namen, bevor sie ihre heute bekannten Bezeichnungen erhielten?

Mehr als eine Randfrage – denn sie kann entscheidend sein, wenn sich Spuren plötzlich zu verlieren scheinen. Deshalb sind wir dem Thema nachgegangen. (mehr …)

Special Situations Carte von Vor und Hinter Pommern

In den Digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin steht nun ein herausragendes Werk der spätfriderizianischen Militärkartographie frei zugänglich zur Verfügung: die „Special Situations Carte von Vor und Hinter Pommern zum Gebrauch eines hohen Militair-Departements“, gefertigt 1786/87 vom Ingenieur-Geographen C. F. Zierhold.

Zierhold trug den Titel eines Ingenieur-Geographen – eine Berufsbezeichnung für preußische Militärbeamte der Landesvermessung im Offiziersrang, die im späten 18. Jahrhundert mit der systematischen topographischen Erfassung der preußischen Territorien beauftragt waren. Biographisches zu ihm findet sich leider nicht.

Ausschnitt aus Blatt 15

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