Haus Stettin in Lübeck

Schon lange hatte ich unseren Mitgliedern Ute und Dirk Rhodgeß versprochen, mal im Haus Stettin in Lübeck vorbei zu schauen.
Man darf nicht nur reden, sondern muss es dann auch endlich mal machen. Also begrüßte mich unsere Ute dort am Mittwoch, dem 03.12.2025 ganz
herzlichst mit Kaffee und Keksen.

Ich hatte zwar durch die Homepage eine kleine Vorstellung, aber DAS, nein DAS hatte ich nicht erwartet.
Nicht nur, dass das Haus Stettin malerisch am Kanal gelegen ist, man hatte wirklich das Gefühl, in Stettin zu sein und
es war einfach großartig. Ich hätte dort Tage verbringen können und es ist eine Mischung aus Museum, Galerie und einer
Art genealogisches Forschungszentrum für Stettin. Aber nicht nur Stettin, auch die eingemeindeten Orte und der Kreis
Randow sind dort zu entdecken. In vielen vielen Jahrzehnten wurde liebevoll alles gesammelt, was irgendwie mit Stettin zu tun hat und ich behaupte, hier ist
für jeden etwas dabei.
Man findet im Erdgesschoss eine Art Ausstellung mit alten Stettiner Gemälden, Geschirr und Besteck, Modellen der alten Stadt.
Sogar eine alte Rathsherrenecke mit verziertem Tisch und Stühlen, die gerettet worden waren.

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Urmesstischblätter aus den Kreisen Lauenburg und Stolp

Wir hatten bereits 2021 über Urmesstischblätter aus Hinterpommern berichtet

Urmesstischblätter aus Hinterpommern

Nun hat auch die Staatsbibliothek in Berlin solche Karten digitalisiert, vorwiegend aus Ostpreußen, aber es sind auch Karten aus Osseken, Leba, Leba-See, Sassin, Scholpin und Wartenberg i.P. dabei. Die Karten im Maßstab 1:25 000 sind farbig und sehr detailreich. Eine Übersicht über die Blattschnitte auf

https://ostdeutsches-forum.net/FamFo/MTB/mtb-05.htm#historische%20topografische%20Karten

Zu den Berliner Karten: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/suche?queryString=PPN1936237946&results_on_page=20&current_page=1&sort_on=relevance&sort_direction=desc

Sie stammen aus dem Jahr 1837.

Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Sassin

Pommersche Silvesterbräuche Teil1

Professor Alfred Haas veröffentlichte 1922 in der Zeitschrift „Unser Pommerland“ (ab Seite 403) eine ausführlichen Artikel über pommersche Silvesterbräuche, den wir hier in zwei Teilen veröffentlichen.

 

 

Pommersche Silvesterbräuche.
Von Prof. Dr. A. Haas, Stettin.

Einleitung

Die sogenannten Zwölften, d. i. die Zeit der heiligen zwölf Nächte vom 25. Dezember bis 5. Januar, galten bei unseren heidnischen Vorfahren als die heiligste Zeit des ganzen Jahres. Von den alten Sitten und Bräuchen, die mit den Zwölften verknüpft waren, haben sich bis auf unsere Tage noch zahlreiche Reste erhalten, die zum Teil noch den altheidnischen Ursprung erkennen lassen. Mitten hinein in die Zeit dieser Festtage fällt der letzte Tag des Jahres, der Silvestertag, wie er gewöhnlich nach dem Papst Silvester, dem Kalenderheiligen des 31. Dezember, genannt wird, während er im Volksmunde Olljohrsabend zu heißen pflegt.

Die Sitten und Bräuche, die an den Silvestertag anknüpfen, bezwecken ein dreifaches:

  1. den Einfluss der in den letzten Stunden des alten Jahres umziehenden bösen Geister abzuwehren,
  2. einen prophetischen Blick in die Zukunft zu tun,
  3. dem Hause und seinen Bewohnern die Segnungen des neuen Jahres zu sichern.

Bräuche zur Abwehr böser Geister

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Französische Karte von Pommern um 1770

Unter dem Titel „jonction des 24 sections comprennent les deux Pomeranies, les 5 Marches, le Magdeburg et Halberstadt et une grande partie des pays voisins“ auf Deutsch etwa: „Der Zusammenschluss der 24 Sektionen umfasst die beiden Pommern, die 5 Marken, Magdeburg und Halberstadt sowie einen Großteil der Nachbarländer.“ hat die Staatsbibliothek Berlin in ihre digitalen Sammlung eine sehr detailreiche Kartensammlung aufgenommen, die Pommern in  12 Einzelblättern zeigt.

Eine Übersichtskarte zeigt die einzelnen „Sektionen“. Sie finden Sie in hoher Auflösung auf https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN1935357824&PHYSID=PHYS_0001

 

 

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Martinstag und pommersche Gänse

In Pommern hatte der Martini-Tag (11. November) traditionell große Bedeutung als Stichtag für Verträge, Zahlungen und andere wirtschaftliche Fristen. Der Martinstag markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, an dem Pachtzahlungen fällig waren, ebenso wie Zins- und Lohnzahlungen. Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinsfristen begannen oder endeten häufig an diesem Tag. Auch Steuern, oft in Naturalien wie Gänsen, wurden zu Martini entrichtet. Damit war Martini ein wichtiger Zahlungstermin, der bis heute in manchen Landpachtverträgen festgehalten wird, da er den Beginn und das Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode symbolisierte.

Darüber hinaus verband man mit dem Martini-Tag das Ende der Arbeit im Freien, da ab diesem Termin der Winter begann. Das Brauchtum des Martinsbratens und der Wintervorbereitungen (z.B. Schlachten von Gänsen) ist eng damit verbunden. In Pommern, wie im übrigen Nord- und Mitteleuropa, war Martini also nicht nur ein religiöser Feiertag, sondern auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stichtag für Abrechnungen und Vertragsbeendigungen.

Passend zum Tag habe ich im Waldeckischen Intelligenz-Blatt von 1777 gefunden, wie man Gänse auf pommersche Art räuchert und in heutiges Deutsch übersetzt.

 

Pommerngans, Foto Martinez3001, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

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„Eine Zierde dieser freundlichen Stadt“ – Die Synagoge von Schivelbein

Ein Haus im Herzen der Stadt

Bereits seit 1821 besaß die jüdische Gemeinde Schivelbeins eine Synagoge, die „59 Jahre hindurch die Schivelbeiner Juden bei freudigen und schmerzlichen Anlässen aufgenommen“ hatte. Das Gotteshaus lag zentral in der damaligen Neustadt – der späteren Glasenappstraße – schräg hinter der Marienkirche, und nur wenige Schritte vom Schivelbeiner Marktplatz entfernt.

Diese Lage im Herzen der Stadt war keineswegs selbstverständlich. Die Entscheidung, die Synagoge nicht – wie in vielen anderen deutschen Städten jener Zeit – verborgen in einem abgelegenen Viertel zu errichten, sondern in Nachbarschaft zur christlichen Kirche, zeugt davon, dass jüdisches Leben in Schivelbein als selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Gesellschaft galt. (mehr …)

Die pommersche Pottmütze

Bildquelle: Baltische Studien Neue Folge, Bd. 39, 1937

Die pommersche Pottmütze war einst das markante Wahrzeichen der Fischerbauern auf dem Mönchgut, einer Landzunge im Südosten der Insel Rügen. Heute erlebt sie eine kleine Renaissance – als Symbol regionaler Identität und traditionsbewusster Handwerkskunst.​

Herkunft und Funktion

Die Pottmütze stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurde von Fischern und Bauern getragen, um sich gegen den rauen Ostseewind zu schützen. Sie bestand aus der robusten Wolle der rauhwolligen pommerschen Landschafe, war oft bunt gemustert gestrickt und mit einer großen Quaste verziert. Besonders in Dörfern wie Gager oder Göhren auf Rügen gehörte sie zur Alltagskleidung der Männer – Tag und Nacht.​ (mehr …)

Wie ein Brandenburger die Reformation in Pommern vorantrieb

Zum Reformationstag am 31. Oktober hat sich Thomas Kraft mit dem Leben und Wirken des Reformators Johannes Knipstro, dem ersten Generalsuperintendenten für Pommern-Wolgast, auseinandergesetzt.

Am 20. Januar 1518 führten der Ablasshändler Johann Tetzel sowie der Professor und seit 1505 Gründungsrektor der Universität Frankfurt an der Oder (auch Alma Mater Viadrina genannt) Konrad Wimpina (um 1460‒1531, eigentlich Konrad Koch) eine Disputation durch, welche die 95 Thesen Luthers widerlegen sollte. Tetzel hatte die Absicht, Luther, der ihm das Geschäft mit den Ablassbriefen verdorben hatte, mit Hilfe von Wimpina zur Strecke zu bringen.

Ein Franziskanermönch aus einem schlesischen Konvent mit dem Namen Johannes Knipstro (auch Knipstrow) widersprach ihren Ausführungen. Er wurde zur „Besserung“ ins Kloster Pyritz (Pommern) verwiesen. Knipstro wurde am 1. Mai 1497 in Sandau (Elbe) geboren, welches bis 1354 zur brandenburgischen Altmark gehörte. Genau wie der hl. Franziskus von Assisi trug er keine Schuhe und galt als Barfüßer. Der Spruch „aus den Augen, aus dem Sinn“ traf für seine Versetzung jedoch nicht zu. Schon 1521 stand Knipstro auf der Kanzel der Klosterkirche und verkündete die Lehren Luthers. Bald wünschten sich die Bürger von Pyritz, dass er in der Mauritiuskirche predigen möge. Der Bischof von Cammin (Pommern) wollte ihn daraufhin gefangen nehmen, aber der pommersche Herzog Bogislaw X. holte ihn nach Stettin.

Seine weiteren Stationen waren Stargard, Stralsund und Greifswald. Im Jahre 1535 berief ihn Herzog Philipp I. zum Hofprediger in Wolgast und machte ihn kurze Zeit später zum ersten Generalsuperintendenten von Pommern-Wolgast. Er wurde von Johannes Bugenhagen (1485‒1558, genannt Dr. Pomeranus) eingeführt. In Greifswald lehrte er ab 1539 und war auch zeitweise Rektor.

Er verstarb am 4. Oktober 1556 in Wolgast und wurde in der Pfarrkirche beigesetzt. Neben Bugenhagen war er die treibende Kraft für die Verbreitung des Reformationsgedanken in Pommern.