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Digital History und Citizen Science 2024

Blick auf den Veranstaltungsort: Steintorcampus
Steintorcampus der Universität Halle/Saale

Vom 19.-22.9.2024 fand in Halle/Saale die Tagung Digital History & Citizen Science / Festveranstaltung 35 Jahre CompGen statt, zu der sich über 300 Teilnehmer angemeldet hatten.
Ein sehr umfangreiches Tagungsprogramm in perfekter Organisation, Catering rund um die Uhr und abendliche Treffen an der Saale, auf dem Campus oder im Landesmuseum für Vorgeschichte ließen die Zeit wie im Zuge vergehen.
Krönender Abschluss war dann die Festveranstaltung des Vereins für Computergenealogie am Samstag abend.
Günter Junkers hat umfangreich zeitnah berichtet:
Erster Tag: https://www.compgen.de/2024/09/eindruecke-vom-ersten-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/
Zweiter Tag
https://www.compgen.de/2024/09/zweiter-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/
Dritter Tag
https://www.compgen.de/2024/09/dritter-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/

Der Vorsitzende der Stolper Heimatkreise e.V. hat viele Fotos veröffentlicht auf der Facebook Seite des Vereins
https://www.facebook.com/Stolper.Heimatkreise.eV

Über meinen geführten Besuch der Zentralstelle für Genealogie im Staatsarchiv Leipzig werde ich noch getrennt berichten.

Mord in Kösternitz

Wenn der eigene Familienname im Zusammenhang mit dem Ortsnamen Kösternitz – wo die Vorfahren mal gelebt haben – auftaucht, wird man neugierig. Auch wenn man dann feststellt, dass es nicht um das Kösternitz im Kreis Schlawe, wo die eigenen Otts lebten,  sondern um jenes im Kreis Belgard geht.

Wochenblatt für Zschopau und Umgegend
Betagtes Bauernehepaar ermordet

Folgende Meldung erschien im Wochenblatt für Zschopau und Umgegend : Zschopauer Tageblatt u. Anzeiger
vom Montag, 25.03.1935

Da hat anscheinend ein Emil Ott Onkel und Tante Guse in Kösternitz-Abbau ermordet.

(Als Anerbenrecht bezeichnet man die Vererbung eines landwirtschaftlichen Anwesens an einen einzigen Erben, damit es geschlossen erhalten bleibt. )

Hoffentlich keine Verwandtschaft?
Leider fehlt ausgerechnet der Jahrgang 1935 bei den Sterberegistern des Standesamtes Roggow, zu dem Kösternitz gehörte.

 

 

 

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Ellen Schwiers und das pommersche Paradies ihrer Mutter

Die kleine Reihe pommerscher Schauspielerinnen und Schauspieler geht weiter.

Geheimnisvoll, aristokratisch und listig fesselte mich Ellen Schwiers im Frühjahr 1973 drei Abende lang vor dem Fernseher, bis das Drama um den „Roten Schal“ endlich gelöst war. Meine erste bewusste Begegnung mit der Schauspielerin, die damals bereits über 20 Jahre erfolgreich war. Hätte ich gewusst, dass meine Großmutter und Ellens Mutter nur ein paar Kilometer voneinander entfernt zur gleichen Zeit im Landkreis Schivelbein aufgewachsen sind, ich wäre noch hingerissener gewesen.

Von Stuart Mentiply – Eigenes Werk, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3602977

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In einem Pommerschen Pfarrhause  

Titelkopf der Zeitschrift
„Daheim“

Es ist ein stiller Abend; man hört das Rauschen der Ostsee. Das Dorf liegt einsam da, fern von der nächsten Stadt und noch weiter von der Eisenbahn. Wie fast überall in dortiger Gegend hat der Pfarrer außer seinem Dorf noch einige ziemlich entlegene Filiale zu besorgen und sonntäglich zwei Mal, oft drei Mal zu predigen. Es ist eine Patronatsstelle; der Gutsherr, sein Patron, ist ein Freund der Kirche und steht in gutem Vernehmen mit seinem Pastor. Das ist viel werth für den Umgang der Pfarrersleute, aber auch für ihre Wirksamkeit.

Pfarrhaus Borntuchen
aus Gerhard Bronisch – Walter Ohle – Hans Teichmüller, Kreis Bütow, Stettin 1938 (Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern, herausgeg. v. Provinzialverband v. Pommern)

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Die Schivelbeiner Excesse

Hinterpommern war im Sommer 1881 im gesamten deutschen Kaiserreich in aller Munde. Man sprach vom „pommerschen Bürgerkrieg“. Eine Geschichte, die fast vergessen ist.

Im Juli und August 1881 kam es in Städten und Dörfern rund um Neustettin zu schweren antijüdischen Ausschreitungen. Konkreter Auslöser für die Gewalt war der Brand der Synagoge in Neustettin. Die „Schivelbeiner Excesse“ am 7. August 1881 waren die wohl schwerwiegendsten Krawalle des Sommers. Stundenlang zogen hunderte von Randalierern durch die Stadt, zerstörten und plünderten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser. Besonders hart traf es die Spirituosenhandlung von Heymann Jacobus.

Polizei und der Bürgermeister konnten gegen die Gewalt der Masse nichts ausrichten. Erst der Kriegerverein bekam die Lage wieder unter Kontrolle. 22 Schivelbeiner Bürgerinnen und Bürger wurden später in einem reichsweit beachteten Prozess zu Gefängnisstrafen verurteilt. 

Näheres über die Ausschreitungen, ihre möglichen Ursachen und die Geschichte der Familie Jacobus findet ihr unter Heymann Jacobus und die Krawalle von Schivelbein.

Gedenkstätte des Monats August 2024

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die „Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“ mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals des Jahres 2024 gewählt. Gemeinsam mit dem Landesverband MV im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. veröffentlicht der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern jeden Monat eine Gedenkstätte des Monats.

Denkmal des Kürassier-Regiments in Pasewalk

Im Jahre 1921 wurde der Grundstein für das Denkmal gelegt und am 11. Juli 1922 fand die Einweihung statt. Das Denkmal erinnert an die Gefallenen des Pommerschen Kürassier-Regiments „Königin“ Nr. 2, die während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) ihr Leben ließen. Der Kavallerieverband hat eine lange Geschichte und wurde im Jahr 1717 in Preußen gegründet. Während der napoleonischen Kriege wurde 1806 Königin Luise von Preußen zur Regimentschefin ernannt. Nach ihrem Tod behielt das Regiment zu Ehren von Luise den Namen „Königin“.

Die Soldaten des Kürassier-Regiments nahmen an einer Vielzahl von Feldzügen teil, darunter die Deutschen Einigungskriege in Dänemark, Österreich und Frankreich. Der Erste Weltkrieg markiert eine bedeutende Zäsur in der Geschichte des Regiments. Während zu Beginn des Krieges 1914 die Kavallerie in der militärischen Planung eine Rolle spielte, nahm im Verlauf der Kämpfe die Bedeutung von berittenen Einheiten immer stärker ab. Die Gefechte spielten sich immer öfters in großer Reichweite und in Schützengräben ab. Wer sich aus der Deckung des Grabens wagte, schwebte aufgrund von Maschinengewehrfeuer und Artillerie in Lebensgefahr. So erging es zum Beispiel dem Fähnrich Karl Georg von Falkenhayn, er wurde mit einer Schrapnellkugel im Unterleib verwundet und verstarb an seiner Verletzung in russischer Kriegsgefangenschaft. Seine persönlichen Sachen und einen Abschiedsbrief gelangten über das Rote Kreuz später an seine Mutter. Aufgrund der veränderten Kriegsführung wurde 1918 endgültig entschieden, dass das Regiment alle Pferde abgeben soll und von nun an ein Kavallerie-Schützen-Regiment sei. Zuletzt wurden die Soldaten für Kämpfe in Flandern und vor Cambrai eingesetzt. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne 1918 endete das Massensterben an der Westfront. Das Regiment wurde demobilisiert und schlussendlich aufgelöst. Die stummen Zeitzeugen dieses militärhistorischen Kapitels von Mecklenburg-Vorpommern sind das benannte Denkmal für die Gefallenen und die ehemaligen Militärgebäude in Pasewalk.

Bildurheber: Assenmacher (CC BY-SA 4.0)

 

Gedenkstätte des Monats Juli 2024

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die „Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“ mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals des Jahres 2024 gewählt. Gemeinsam mit dem Landesverband MV im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. veröffentlicht der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern jeden Monat eine Gedenkstätte des Monats.

Kriegs- und Gedenkstätte Barth

In Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) befindet sich am südlichen Ortseingang das Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers.

Mahnmal KZ Barth
Mahnmal KZ Barth

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Schönen Urlaub – Reiseführer für Hinterpommern

Endlich ist er da, der Sommer und vielleicht hat der eine oder die andere eine Reise nach Hinterpommern geplant. Neben dem Besuch von Archiven, Kirchen und Friedhöfen bleibt dann hoffentlich noch genügend Zeit, die vielen schönen Ecken der heutigen Woiwodschaft Westpommern zu erkunden. Äußerst hilfreich ist hierbei ein guter Reiseführer. Für alle Reisefreudigen hier eine aktuelle Auswahl.

 

Stettin Swinemünde & Insel Wollin
Via Reise,192 Seiten, davon knapp 50 ausschließlich für Stettin, 5. Auflage 2023, 16,95 €

Für Stettin gibt es derzeit nur einen einzigen Reiseführer, der auch noch Swinemünde und die Insel Wollin abdeckt. Wer einen Ausflug (nur) nach Stettin unternehmen möchte, der macht mit diesem Reiseführer sicherlich nichts falsch. Übersichtlich und mit diversen Tipps auch abseits der Touristenrouten, bekommt man hier Lust, nicht nur Stettin selber, sondern auch die Umgebung zu erkunden. 

Mein Fazit: schon weil’s der einzige ist, aber auch wegen des Informationsgehalts zu empfehlen. (mehr …)