Blog

Begriffe und Ausweisdokumente in Familienbüchern ab 1938

Begriffe und Ausweisdokumente in Familienbüchern ab 1938

In einer Reihe in den sozialen Medien berichteten wir über Begriffe und Ausweisdokumente, die in den Familienbüchern ab 1938 auftauchten. Das Personenstandsgesetz von 1937 änderte Heiratsurkunden auf dem Standesamt in Familienbücher, die ab dem 1.7.1938 eingeführt wurden. Für den Familienforscher sind diese Bücher eine Goldgrube, da sie im Idealfall die Eltern der Brautleute aufführten.

(mehr …)

Gedenkstätte des Monats Oktober 2024

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die „Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“ mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals des Jahres 2024 gewählt. Gemeinsam mit dem Landesverband MV im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. veröffentlicht der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern jeden Monat eine Gedenkstätte des Monats.

 

Das Ulanendenkmal in Demmin

Demmin war geprägt durch das Militär und war bis 1920 eine Garnisonstadt für das preußische Kavallerieregiment der Weißen Ulanen. Auf Initiative der Veteranen des 2. Pommerschen Ulanen-Regiments Nr. 9 wurde von 1923 bis 1924 ein Denkmal für ihre gefallenen Kameraden errichtet. Für den Entwurf und die Umsetzung des Denkmals war der Berliner Bildhauer Fritz Richter-Elsner zuständig. Das Denkmal wurde in einem Waldgebiet in der Nähe des Bahnhofs errichtet und besteht aus zahlreichen Granitfindlingen. Die Steine stammten ursprünglich von megalithischen Grabanlagen, die für die Errichtung des Denkmals teilweise komplett abgetragen wurden. An einigen dieser Steine wurden Metallplatten mit den Namen der Gefallenen aus den Kriegen der Jahre 1866, 1870/71 und 1914 bis 1918 angebracht. Die Einweihung fand am 3. August 1924 statt. Das Datum wurde nicht zufällig gewählt, sondern fiel auf den zehnten Jahrestag des Ausritts der Ulanen in den Ersten Weltkrieg. Ein Treppenaufgang am Denkmal führt zu den Überresten eines Reiterstandbildes, das 1946 auf Anweisung der Roten Armee demontiert wurde. Es befand sich ebenfalls eine eiserne Kette am Torbogen-Eingang, die an die Folgen des Versailler Vertrags erinnern sollte.

Nach der Wiedervereinigung wurden die Bruchstücke ausgegraben und rudimentär zusammengesetzt. Zum 100-jährigen Bestehen des Demminer Ulanendenkmals wurde 2024 eine Feierstunde abgehalten. Der Ort soll heute an die Folgen von Krieg und Gewalt erinnern und zur Aussöhnung beitragen. Zur Feierstunde war eine französische Delegation aus Monnaie anwesend. Demmin und Monnaie verbindet eine freundschaftliche Städtepartnerschaft, die auch über Jugendarbeit intensiviert werden soll.

Ulanendenkmal in Demmin

Fotos: Ernst Wellmer (Volksbund)

Historische Fotos des Denkmals auf https://demminer-heimatgeschichte.de/digitales-museum/demmin/strassen-orte-und-plaetze/ulanendenkmal/

Ulanendenkmal in Demmin

Treppenanlage auf der Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsausstellung Köslin 1912

Vor über hundert Jahren, vom 25. Mai bis zum 11. August 1912, fiel die für ganz Pommern geltende Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsausstellung in die Verantwortung der Kösliner. Diese auf dem Gelände zwischen der Danziger Straße, der Schützen- und der Jahnstraße aufgebaute Messe hatte für die Bürger Köslins damals eine so hohe Bedeutung, dass sie die Großveranstaltung stolz und fast ehrfurchtsvoll Weltausstellung nannten.

Die Lithografie von Karl Friedrich Zähringer auf dem offiziellen Messeplakat im Format 55,9 mal 70,6 Zentimetern lässt auch die berühmten pommerschen Mastgänse zu Ehren kommen. Ein Original finden Sie im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Plakat der Ausstellung 1912

(mehr …)

Digital History und Citizen Science 2024

Blick auf den Veranstaltungsort: Steintorcampus
Steintorcampus der Universität Halle/Saale

Vom 19.-22.9.2024 fand in Halle/Saale die Tagung Digital History & Citizen Science / Festveranstaltung 35 Jahre CompGen statt, zu der sich über 300 Teilnehmer angemeldet hatten.
Ein sehr umfangreiches Tagungsprogramm in perfekter Organisation, Catering rund um die Uhr und abendliche Treffen an der Saale, auf dem Campus oder im Landesmuseum für Vorgeschichte ließen die Zeit wie im Zuge vergehen.
Krönender Abschluss war dann die Festveranstaltung des Vereins für Computergenealogie am Samstag abend.
Günter Junkers hat umfangreich zeitnah berichtet:
Erster Tag: https://www.compgen.de/2024/09/eindruecke-vom-ersten-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/
Zweiter Tag
https://www.compgen.de/2024/09/zweiter-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/
Dritter Tag
https://www.compgen.de/2024/09/dritter-tag-der-tagung-digital-history-citizen-science-in-halle/

Der Vorsitzende der Stolper Heimatkreise e.V. hat viele Fotos veröffentlicht auf der Facebook Seite des Vereins
https://www.facebook.com/Stolper.Heimatkreise.eV

Über meinen geführten Besuch der Zentralstelle für Genealogie im Staatsarchiv Leipzig werde ich noch getrennt berichten.

Mord in Kösternitz

Wenn der eigene Familienname im Zusammenhang mit dem Ortsnamen Kösternitz – wo die Vorfahren mal gelebt haben – auftaucht, wird man neugierig. Auch wenn man dann feststellt, dass es nicht um das Kösternitz im Kreis Schlawe, wo die eigenen Otts lebten,  sondern um jenes im Kreis Belgard geht.

Wochenblatt für Zschopau und Umgegend
Betagtes Bauernehepaar ermordet

Folgende Meldung erschien im Wochenblatt für Zschopau und Umgegend : Zschopauer Tageblatt u. Anzeiger
vom Montag, 25.03.1935

Da hat anscheinend ein Emil Ott Onkel und Tante Guse in Kösternitz-Abbau ermordet.

(Als Anerbenrecht bezeichnet man die Vererbung eines landwirtschaftlichen Anwesens an einen einzigen Erben, damit es geschlossen erhalten bleibt. )

Hoffentlich keine Verwandtschaft?
Leider fehlt ausgerechnet der Jahrgang 1935 bei den Sterberegistern des Standesamtes Roggow, zu dem Kösternitz gehörte.

 

 

 

(mehr …)

Ellen Schwiers und das pommersche Paradies ihrer Mutter

Die kleine Reihe pommerscher Schauspielerinnen und Schauspieler geht weiter.

Geheimnisvoll, aristokratisch und listig fesselte mich Ellen Schwiers im Frühjahr 1973 drei Abende lang vor dem Fernseher, bis das Drama um den „Roten Schal“ endlich gelöst war. Meine erste bewusste Begegnung mit der Schauspielerin, die damals bereits über 20 Jahre erfolgreich war. Hätte ich gewusst, dass meine Großmutter und Ellens Mutter nur ein paar Kilometer voneinander entfernt zur gleichen Zeit im Landkreis Schivelbein aufgewachsen sind, ich wäre noch hingerissener gewesen.

Von Stuart Mentiply – Eigenes Werk, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3602977

(mehr …)

In einem Pommerschen Pfarrhause  

Titelkopf der Zeitschrift
„Daheim“

Es ist ein stiller Abend; man hört das Rauschen der Ostsee. Das Dorf liegt einsam da, fern von der nächsten Stadt und noch weiter von der Eisenbahn. Wie fast überall in dortiger Gegend hat der Pfarrer außer seinem Dorf noch einige ziemlich entlegene Filiale zu besorgen und sonntäglich zwei Mal, oft drei Mal zu predigen. Es ist eine Patronatsstelle; der Gutsherr, sein Patron, ist ein Freund der Kirche und steht in gutem Vernehmen mit seinem Pastor. Das ist viel werth für den Umgang der Pfarrersleute, aber auch für ihre Wirksamkeit.

Pfarrhaus Borntuchen
aus Gerhard Bronisch – Walter Ohle – Hans Teichmüller, Kreis Bütow, Stettin 1938 (Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern, herausgeg. v. Provinzialverband v. Pommern)

(mehr …)

Die Schivelbeiner Excesse

Hinterpommern war im Sommer 1881 im gesamten deutschen Kaiserreich in aller Munde. Man sprach vom „pommerschen Bürgerkrieg“. Eine Geschichte, die fast vergessen ist.

Im Juli und August 1881 kam es in Städten und Dörfern rund um Neustettin zu schweren antijüdischen Ausschreitungen. Konkreter Auslöser für die Gewalt war der Brand der Synagoge in Neustettin. Die „Schivelbeiner Excesse“ am 7. August 1881 waren die wohl schwerwiegendsten Krawalle des Sommers. Stundenlang zogen hunderte von Randalierern durch die Stadt, zerstörten und plünderten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser. Besonders hart traf es die Spirituosenhandlung von Heymann Jacobus.

Polizei und der Bürgermeister konnten gegen die Gewalt der Masse nichts ausrichten. Erst der Kriegerverein bekam die Lage wieder unter Kontrolle. 22 Schivelbeiner Bürgerinnen und Bürger wurden später in einem reichsweit beachteten Prozess zu Gefängnisstrafen verurteilt. 

Näheres über die Ausschreitungen, ihre möglichen Ursachen und die Geschichte der Familie Jacobus findet ihr unter Heymann Jacobus und die Krawalle von Schivelbein.