Streifzüge durch Pommern

Ein schönes vorweihnachtliches Geschenk hat uns die „Pomorska biblioteka cyfrowa“ mit der Digitalisierung aller Bände der „Streifzüge durch Pommern“ von Hans von der Dollen gemacht, danke und dziękuję bardzo!

In den „Jahresberichten der Geschichtswissenschaft, Band 8, 1889“ heisst es sinngemäß: Dollens Streifzüge durch Pommern, obgleich belletristisch erbaulich und nicht ohne Phantasiebilder geschrieben,  gewähren dem Forscher in leichter Weise eine gute örtliche Kunde.

Der Pommern-Bibliograph Spruth schreibt: kulturgeschichtlich und genealogisch wertvoll.

Hans von der Dollen (wer weiß etwas biographisches zu ihm?) beschreibt in vier Bänden, die jeweils aus mehreren Teilen bestehen, Landschaft und Geschichte der von ihm besuchten Regionen, gespickt mit vielen historischen Anektoden und Sagen und Erzählungen der jeweiligen Region.

Alle Bände lassen sich als DJVU-Dateien problemlos auf den eigenen Rechner laden und so in Ruhe offline schmökern.

 
Kirche in Ducherow
Kirche in Ducherow (Verlagsort der ersten Bände), Foto von Concord (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

(mehr …)

Der Pommersche Jakobsweg

Logo des Pommerschen Jakobswegs
Logo des Pommerschen Jakobswegs

Spätestens Hape Kerkeling hat mit seinem Bestseller „Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ 2006 das Thema „Wege der Jakobspilger“ wieder in die Öffentlichkeit geholt. Gerade lief im ZDF der Historienschinken „Die Pilgerin“, auch da ging es um den Jakobsweg aus Süddeutschland nach Santiago de Compostela. (mehr …)

Schiffer in Pommern

Stellen Sie sich vor, ihr Vorfahr wäre Schiffskapitän aus Kolberg gewesen und sie könnten herausfinden, dass er z.B. 1789 von Bordeaux nach Stettin gesegelt ist und Zucker, Bordeauxwein , Essig, Sirup, Pflaumen und Kramwaren an Bord hatte im Gesamtwert von ca. 750 Talern. Wäre das nicht ein Beispiel für „Fleisch an den Knochen“ der dürren Zahlen, die man meist in der Familienforschung nur findet?
Wenn ihr Vorfahr Paul Fr. Bunge war, können sie diese Informationen unter diesem Link finden.

Der Øresund
Der Øresund

Möglich ist das dank der Digitalisierung der Sundzollregister .
Der Öresund ist die Meerenge, die Dänemark und Schweden trennt. Wollten Schiffe aus Pommern die Ostsee gen Westen oder Süden verlassen, mussten sie diesen Weg nehmen.

Der Sundzoll war als Schiffszoll eine 1429 von König Erik VII. von Dänemark eingeführte Abgabe, die nicht-dänische Schiffe, die den Øresund durchfuhren, in Helsingør zu entrichten hatten. Diese Register sind erhalten von 1497 bis 1857, dann wurde diese Steuer abgeschafft. (mehr …)

Novemberpogrome in Pommern

Die aufrüttelnde und lesenswerte Twitter-aktion mehrerer junger Historiker http://twitter.com/9Nov38  (Zugehörige Webseite) führte auch zur Beteiligung von anderen Interessierten, die Quellen und Angaben posteten, u.a. auch zu Pommern. Hier ein sicher unvollständige Zusammenstellung, Ergänzungen sind erwünscht.

Suchen Sie nach Angaben zu jüdischen Familienmitgliedern? Besuchen Sie die
Familiendatenbank Juden im nördlichen Teil des ehemaligen Deutschen Reiches in der auch viele pommersche Quellen erfasst sind.

Synagoge in Schivelbein um 1900
Synagoge in Schivelbein um 1900

Die 1880 erbaute Synagoge in Schivelbein wurde in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 zerstört. (mehr …)

Die Geschichte der Buchdrucker-Kunst in Pommern

Abb. aus Orthotypographia, Hornschuch, Kramer, Leipzig 1634 via commons.wikimedia

Den Buchdruck hat Gutenberg 1450 erfunden, in Pommern wurde die erste Druckerei in Stettin erst 1569 durch einen Buchdrucker aus Frankfurt/Oder gegründet.  Gedruckt wurde in Stettin (jeweils das Jahr der Gründung der Druckerei), Greifswald (1581), Barth (1582), Stralsund (1628), Colberg (1653-58), Stargard (1671) Cöslin (1816), Stolp (1825), Demmin (1832), Anclam (1833), Pasewalk (1833), Wolgast (1840) und Putbus (1835). Wie auch bei anderen Gewerken, wurde die Kunst des Buchdruckes oft in der Familie weitergegeben., das Officin mit den Maschinen weitervererbt. Wer also einen Buchdrucker unter seinen Vorfahren hat  kann sich vermutlich glücklich schätzen.

Gottlieb Mohnicke hat 1840 in seinem Buch „Die Geschichte der Buchdrucker-Kunst in Pommern “ viele Namen und Fakten von Buchdruckern gesammelt. Auch Bestallungsurkunden und Privilegien sind abgedruckt. Leider fehlt der online-Ausgabe, die  bei  der Bayerischen Staatsbibliothek gescannt wurde, die gefaltete Beilage: Der typographische Greif, zuerst gesetzt im Jahre 1682.

Im Buch erwähnte Familiennamen: (mehr …)

Stolper Bernsteinbär auf Reisen

Der Stolper Bär ist eine knapp 10 cm große Figur aus Bernstein, die im Jahr 1887 in einem Torfmoor in der Umgebung von Stolp gefunden wurde. Es handelt sich nach wissenschaftlicher Einschätzung wohl um das Amulett eines Bärenjägers und stammt aus der Steinzeit. Somit war der Bär das älteste archäologische Fundstück der Gegend. Der Figur wurden glücksbringende Eigenschaften zugesprochen und sie wurde zum Talisman in der Stadt Stolp. Überall gab es Kopien zu kaufen. Das Original wurde im Stettiner Museum aufbewahrt. Während der Kriegswirren des Jahres 1944 wurde eine große Anzahl von Exponaten aus dem Stettiner Provinzialmuseum vorsorglich nach Stralsund in das Kulturhistorische Museum ausgelagert, um so den Schutz der Stücke zu gewährleisten. Der Bär galt lange Zeit als verloren aber 2008 wurden dann Original und die Kopie aus Stralsund  im Austausch mit vorpommerschen archäologischen Fundstücken wieder an das Museum in Stettin abgegeben. Unter dem Titel „Zaginione – Ocalone. Szczecińska kolekcja starożytności pomorskich“ („Verloren – gerettet – Pommersche Altertümer aus dem Museum in Stettin“) werden das Bärchen und andere Exponate derzeit bis zum 8.September 2013 im Archäologischen Museum in Warschau ausgestellt.  Die Ausstellungen ist an über 70 Standorten in Polen geplant.

Link: Die Glücksbärchensage von Slupsk
Bericht über die Ausstellung (polnisch)

ergänzt: Das Bärchen zum Bewegen und Ausmessen

 

Nachlese Treffen Arbeitskreis Stolper Lande

Forschertreffen Stolper Lande

Ein intensives Forschertreffen in Kassel ist vorbei und hinterlässt neben Müdigkeit vielfältige erfreuliche Eindrücke.

Zum 17. Mal trafen sich vom 26.-28-10-2012 die Familienforscher des Arbeitskreises Heimat- und Familienforschung Stolper Lande, zum dritten mal in Kassel, das für die meisten Teilnehmer wegen der zentralen Lage in Deutschland und den gut geeigneten Räumlichkeiten im DB-Zentrum als sehr geeignet empfunden wird. (mehr …)

Entwicklung einer Namenreihe

Deckblatt: Die deutschen Familiennamen, 2. Auflage
Umschlag: Die deutschen Familiennamen, 2. Auflage

Professor Karl Albert Heintze (ausführliches Porträt) aus Naugard hat mit seinem Buch “ Die deutschen Familiennamen: geschichtlich, geographisch, sprachlich“, Halle, erste Auflage 1882 einen wichtigen Beitrag zur Namenforschung in Deutschland geleistet. Weitere Auflagen wurden durch Prof. Dr. Paul Cascorbi, Hann. Münden, herausgegeben und der „Heintze-Cascorbi“ ist ein Standardwerk der Onomastik (Namenforschung)  geworden. Sie finden die zweite Auflage 1903  und die dritte Auflage von 1908 bei archive.org

Als Beilage findet sich in diesem Buch die „Entwicklung einer Namenreihe“ während der Neuzeit. Heintze benutzte hierfür die Kirchenbüchern der Gemeinde Wachholzhagen (Kreis Greifenberg, Pommern) die bis 1586 zurückreichen und stellte so die Veränderungen der dort vorkommenden Familiennamen im Laufe der Zeit dar.
Entwicklung einer Namenreihe während der Neuzeit, pdf

Ein schöner Beleg für die Veränderlichkeit der Familiennamen und ein Hinweis für diejenigen, die in Anfragen z.B. oft schreiben: „Mich interessiert nur die Schreibweise Maier mit ai, alle anderen sind nicht mit mir verwandt“.

Weitere Hinweise auf Nachschlagwerke zu der Frage „Was bedeutet mein Name“ finden Sie auf unserer Literaturseite unter dem Punkt Namenforschung oder im Artikel „Was bedeutet mein Familienname“